Ratgeber

In wenigen Schritten zum passenden Handyvertrag

Prüfen Sie zuerst, wie viel Datenvolumen Sie brauchen und wie gut der Empfang an den Orten ist, an denen Sie Ihr Handy nutzen. Vergleichen Sie danach Gesamtkosten, Laufzeit und Auslandsleistungen. So vermeiden Sie einen günstigen Tarif mit zu wenig Datenvolumen oder schlechtem Empfang zu Hause.

Mit fünf Fragen finden Sie passende Angebote: Wie viele mobile Daten brauchen Sie? Welches Netz funktioniert an Ihren wichtigen Orten? Wie hoch dürfen die Gesamtkosten sein? Wie flexibel möchten Sie bleiben? Nutzen Sie Ihr Handy im Ausland?

Wie viel Datenvolumen brauchen Sie?

Schauen Sie auf Ihren Alltag: Lesen Sie unterwegs vor allem Nachrichten und E-Mails, oder streamen Sie Musik und Videos über das Mobilfunknetz? Auch soziale Medien und Navigation ohne WLAN verbrauchen Daten. Telefonate und SMS spielen ebenfalls eine Rolle, doch bei vielen Smartphone-Tarifen entscheidet vor allem das Datenvolumen über die passende Größe.

Die Verbraucherzentrale nennt für gelegentliches Surfen, Messenger und E-Mails 2 bis 6 GB pro Monat als grobe Orientierung. Bei häufiger Mediennutzung kommen eher größere Pakete infrage, etwa mit 8 bis über 20 GB. Das sind Richtwerte, keine festen Verbrauchsgrenzen: Videoqualität, WLAN-Zugang und persönliche Gewohnheiten verändern den Bedarf.

Wenn Sie unsicher sind, prüfen Sie den Datenverbrauch der vergangenen Monate in den Einstellungen Ihres Handys oder in der Anbieter-App. Bei wenig Nutzung reicht ein kleines Paket. Wenn Sie häufig streamen, wählen Sie ein größeres Datenvolumen. Lesen Sie auch nach, was passiert, wenn Ihr Datenvolumen aufgebraucht ist. Manche Tarife drosseln dann die Geschwindigkeit. Andere buchen über eine Datenautomatik kostenpflichtig zusätzliches Datenvolumen.

Welches Mobilfunknetz funktioniert an Ihren Orten?

Prüfen Sie zuerst die Orte, an denen Empfang besonders wichtig ist: Ihre Wohnung, den Arbeitsplatz und regelmäßig genutzte Strecken. Die Netzversorgung unterscheidet sich je nach Standort. Auch Gebäude, Handy und Netzauslastung beeinflussen den Empfang.

Die Mobilfunk-Monitoring-Karte der Bundesnetzagentur zeigt eine Prognose für den Empfang im Freien. Die Netzcheck-Karte bündelt Messungen von Nutzerinnen und Nutzern, die jedoch nicht überall gleich viele Messpunkte beigetragen haben. Beide Karten helfen bei der Vorauswahl, garantieren aber keinen Empfang in Ihrer Wohnung. Wenn Sie an einem bestimmten Ort Empfang brauchen, gibt eine Test-SIM-Karte zusätzliche Hinweise.

Streichen Sie Netze, die an Ihren wichtigsten Orten voraussichtlich schlecht funktionieren, aus dem Vergleich. Erst danach lohnt es sich, die Preise der übrigen Tarife genauer anzusehen.

Was kostet der Handyvertrag insgesamt?

Legen Sie ein monatliches Budget fest und vergleichen Sie zusätzlich die Gesamtkosten über denselben Zeitraum. Addieren Sie den Tarifpreis, Einmalzahlungen und mögliche Gerätekosten. Prüfen Sie außerdem, ob ein Aktionspreis während der gesamten Vertragslaufzeit gilt und welche Kosten durch Zusatzvolumen entstehen.

Wenn Sie Ihr Handy behalten oder separat kaufen, vergleichen Sie SIM-only-Tarife. Brauchen Sie ein neues Gerät, stellen Sie den Preis eines Bündelangebots den Kosten für einen getrennten Gerätekauf plus SIM-only-Tarif gegenüber. Eine niedrige Monatsrate für ein Handy zeigt nicht, wie hoch der Gesamtpreis ist.

Vor dem Abschluss muss der Anbieter eine Vertragszusammenfassung bereitstellen. Die Zusammenfassung nennt Preis und Leistungen sowie die Laufzeit. Sie enthält auch die Bedingungen für Verlängerung und Kündigung. Nutzen Sie diese Angaben, um Angebote auf gleicher Grundlage zu vergleichen.

Wie flexibel soll Ihr Handyvertrag sein?

Prepaid-Tarife und monatlich kündbare Verträge eignen sich, wenn Sie den Tarif leichter anpassen oder den Anbieter wechseln möchten. Bei Prepaid behalten Sie die Ausgaben leichter im Blick. Achten Sie jedoch darauf, ob die SIM-Karte bei längerer Nichtaufladung gesperrt werden kann.

Ein Laufzeitvertrag bietet eine regelmäßige Abrechnung und lässt sich häufig mit einem neuen Handy verbinden. Die erste Vertragslaufzeit darf höchstens 24 Monate betragen. Anbieter müssen außerdem eine Vertragsoption mit höchstens zwölf Monaten Laufzeit anbieten. Wird der Vertrag automatisch verlängert, können Sie ihn laut Bundesnetzagentur mit einer Frist von einem Monat kündigen.

Prüfen Sie auch, ob der Preis für vier Wochen oder für einen Kalendermonat gilt. Bei gleicher Paketgebühr bedeutet ein Vier-Wochen-Rhythmus 13 Zahlungen pro Jahr statt zwölf. Das sind rechnerisch rund 8,3 Prozent mehr Jahreskosten, zugleich erhalten Sie aber auch 13-mal neues Datenvolumen. Vergleichen Sie deshalb Preis und Leistung gemeinsam.

Was kostet Ihr Handyvertrag im Ausland?

Wenn Sie regelmäßig reisen, gehört die Auslandsnutzung in den Tarifvergleich. Prüfen Sie, welche Länder abgedeckt sind und welche Preise für Telefonate, SMS und mobile Daten gelten. Die Bedingungen hängen vom Tarif und vom Reiseland ab. Außerhalb der EU können die Kosten deutlich höher ausfallen als bei der Nutzung in der EU.

Die Bezeichnung „EU-Roaming“ sagt nichts darüber aus, ob Leistungen für Länder außerhalb der EU enthalten sind. Auch auf Schiffen und in Flugzeugen gelten möglicherweise andere Bedingungen als in einem gewöhnlichen Mobilfunknetz. Sehen Sie vor einer Reise in die aktuellen Tarifbedingungen oder fragen Sie beim Anbieter nach.

So vergleichen Sie Handyverträge

Prüfen Sie zunächst Ihren tatsächlichen Datenverbrauch und schließen Sie Tarife mit deutlich zu wenig Volumen aus. Ermitteln Sie danach, welche Netze an Ihren wichtigen Orten infrage kommen. Vergleichen Sie bei den übrigen Angeboten die Gesamtkosten. Wählen Sie dann die Vertragsform, die zu Ihrem Wunsch nach Flexibilität passt. Häufige Reisen machen die Auslandskonditionen zu einem weiteren festen Vergleichspunkt.

Ein Beispiel: Wenn Sie überwiegend Nachrichten lesen und nur gelegentlich Musik streamen, prüfen Sie zunächst ein kleines bis mittleres Datenpaket. Wenn Sie außerdem häufig unterwegs Videos ansehen, suchen Sie eher nach mehr Volumen. In beiden Fällen sollte der Tarif am Wohnort und auf Ihren üblichen Wegen funktionieren. Erst dann ist der Preisvergleich aussagekräftig.