Nach Nutzungsprofil

Handyvertrag mit Freiminuten statt Allnet-Flat

Bei einem Tarif mit Freiminuten sind Gespräche bis zu einer festgelegten Minutenzahl in bestimmten Netzen im Paketpreis enthalten. Er passt, wenn Sie regelmäßig wenig telefonieren und Ihre Anrufe in diese Netze gehen. Wenn Sie unterschiedlich viel telefonieren oder das Limit oft überschreiten, lassen sich die Kosten mit einer Allnet-Flat für die enthaltenen Netze meist leichter planen.

Vergleichen Sie den Grundpreis und den Minutenpreis, der nach Verbrauch des Kontingents gilt. Prüfen Sie, welche Anrufe auf das Minutenpaket angerechnet werden. Klären Sie außerdem, ob ungenutzte Minuten verfallen und wie lange der Abrechnungszeitraum dauert.

Für wen Freiminuten passen

Ein Minutenpaket lohnt sich vor allem, wenn Sie nur wenige Gespräche führen und Ihre monatliche Nutzung ungefähr gleich bleibt. Wenn Sie das Kontingent fast jeden Monat ausschöpfen, nutzen Sie die bezahlten Minuten besser als jemand, der viele davon verfallen lässt.

Sehen Sie vor dem Tarifwechsel in Rechnungen oder Nutzungsübersichten nach, wie viele Minuten Sie tatsächlich telefonieren. Vergleichen Sie mehrere Monate. So bestimmt nicht ein einzelner Monat mit besonders vielen oder wenigen Gesprächen das Ergebnis. Prüfen Sie dabei auch, ob Ihre Anrufe hauptsächlich ins Festnetz oder in Mobilfunknetze gehen und ob das Paket beide Ziele abdeckt.

Bei sehr seltenen Telefonaten kann ein Tarif ohne monatlichen Paketpreis eine weitere Möglichkeit sein. o2 nennt für seinen Prepaid-Basistarif beispielsweise 9 Cent je Minute und je SMS. Dieser Preis gilt für den genannten Tarif und ist kein allgemeiner Marktpreis. Vergleichen Sie solche Kosten mit den Grundgebühren eines Minutenpakets, bevor Sie sich entscheiden.

Minutenpaket und Allnet-Flat vergleichen

Addieren Sie den Paketpreis und die Kosten für Minuten, die über das Kontingent hinausgehen. Vergleichen Sie diese Summe mit dem Preis einer passenden Allnet-Flat. Entscheidend ist der Gesamtbetrag, nicht allein der beworbene Paketpreis.

Ein Beispiel zeigt den Preisvergleich: Bei 9 Cent pro Minute kosten 56 Gesprächsminuten knapp 5 Euro. Wenn eine Allnet-Flat rund 5 Euro im Monat kostet, liegt der rechnerische Vergleichspunkt in diesem Beispiel bei etwa 55 bis 60 Minuten. Diese Grenze gilt nicht für alle Tarife. Sie verschiebt sich, wenn das Minutenpaket, der Preis für zusätzliche Minuten oder der Preis der Flat anders ist.

Für einen Minutenvertrag können Sie so rechnen: Paketpreis plus Kosten für Minuten oberhalb des Kontingents. Berücksichtigen Sie beim Vergleich auch einmalige Kosten und den Abrechnungszeitraum. Bei einem Tarif mit Abrechnung alle vier Wochen zahlen Sie 13-mal im Jahr; bei monatlicher Abrechnung zahlen Sie zwölfmal.

Welche Anrufe im Minutenpaket zählen

Die Bezeichnung „Freiminuten“ erklärt nicht, welche Verbindungen im Paket enthalten sind. Lesen Sie in den Tarifbedingungen nach, ob die Minuten für alle deutschen Netze gelten oder nur für bestimmte Ziele. Auch Sonder- und Servicerufnummern können separat berechnet werden. Prüfen Sie deshalb die Preisliste, wenn Sie solche Nummern anrufen.

Gespräche von Deutschland ins Ausland sind ebenfalls nicht automatisch in einem Inlandskontingent enthalten. Roaming bedeutet, dass Ihr Handy im Ausland ein dortiges Mobilfunknetz nutzt. Dafür gelten eigene Tarifregeln. Die Vodafone-Preisinformationen für den Tarif Smart Tech L führen beispielsweise EU-Roaming für bestimmte Anrufe innerhalb der EU und nach Deutschland auf, nehmen aber Anrufe von Deutschland ins EU-Ausland davon aus. Das gilt für den genannten Tarif, nicht pauschal für alle Anbieter.

Auch die Rundung der Gesprächsdauer beeinflusst die Kosten. In der Preisliste für Smart Tech L nennt Vodafone 500 Minuten pro Abrechnungszeitraum und danach 9 Cent pro Minute. Außerdem gilt eine 60/60-Taktung. Dabei zählt jede angefangene Minute als volle Minute. Diese Angaben gelten für den Tarif Smart Tech L. Prüfen Sie beim eigenen Angebot, wie der Anbieter Gesprächsminuten rundet und ob die angegebenen Preise für Ihre Anrufziele gelten.

Restminuten und Mehrkosten

Bei vielen Minutenpaketen verfallen nicht verbrauchte Minuten am Ende des Abrechnungszeitraums. Zahlen Sie dauerhaft für ein Kontingent, das Sie nur teilweise nutzen, passt ein kleineres Paket oder ein Tarif ohne Paketpreis womöglich besser.

Behalten Sie die noch verfügbaren Minuten im Blick, damit Sie das Kontingent nicht überschreiten. Prüfen Sie, ob der Anbieter eine Anzeige für den Rest des Kontingents oder eine Nutzungsübersicht bereitstellt. Der Anbieter kann in einem Einzelverbindungsnachweis Gesprächsdauer und Verbindungspreise aufführen. Sie müssen ihn beantragen. Ohne eine Verbrauchsanzeige sollten Sie besonders genau auf die Kosten nach dem Aufbrauchen der Freiminuten achten.

Vergleichen Sie außerdem Vier-Wochen-Pakete mit Tarifen, die monatlich abgerechnet werden. Bei einem Vier-Wochen-Paket zahlen und erneuern Sie das Paket 13-mal pro Jahr. Rechnen Sie den Preis auf ein Jahr hoch und vergleichen Sie nicht nur den Betrag für einen einzelnen Zeitraum.