Kosten und Fallen

Anschlussgebühren beim Handyvertrag richtig einrechnen

Wenn Sie Handyverträge vergleichen, rechnen Sie neben der monatlichen Grundgebühr auch die einmalige Anschlussgebühr ein. Sie erhöht die Gesamtkosten über die Vertragslaufzeit.

Addieren Sie alle Kosten für die Laufzeit und teilen Sie die Summe durch die Zahl der Monate. So erhalten Sie den effektiven Monatspreis und können Angebote fair vergleichen.

Was zur Anschlussgebühr zählt

Anbieter nennen die einmalige Gebühr zum Beispiel Anschlussgebühr, Anschlusspreis, Aktivierungsgebühr oder Bereitstellungspreis. Der Name verrät nicht, wie hoch die Gebühr ist. Entscheidend ist, welcher Betrag für den konkreten Tarif in den Tarifdetails und der Vertragszusammenfassung steht.

Notieren Sie die Anschlussgebühr getrennt von anderen Einmalkosten. Beziehen Sie Versandkosten und eine Smartphone-Zuzahlung ebenfalls in die Rechnung ein, führen Sie beide aber als eigene Posten auf. Bei einem reinen SIM-Tarif entfällt die Anzahlung für das Gerät. So übersehen Sie keine Kosten und zählen nichts doppelt.

Effektiven Monatspreis berechnen

Für einen einfachen Vergleich gilt:

Gesamtkosten = Monatsentgelte im Vergleichszeitraum + einmalige Kosten − sicher zugesagte Gutschriften

Effektiver Monatspreis = Gesamtkosten ÷ Zahl der Monate

Bei gleichbleibender Grundgebühr können Sie die einmalige Gebühr rechnerisch auf die Laufzeit verteilen. Eine Anschlussgebühr von 39,99 Euro entspricht bei 24 Monaten rund 1,67 Euro pro Monat. Bei 12 Monaten sind es rund 3,33 Euro pro Monat. Sie zahlen die Gebühr dadurch nicht monatlich. Die Verteilung dient nur dazu, Angebote leichter zu vergleichen.

Die Bundesnetzagentur zeigt den Unterschied an zwei Beispieltarifen mit einer Laufzeit von 24 Monaten: Ein Tarif kostet monatlich 20 Euro und zusätzlich 250 Euro Bereitstellung. Das ergibt 730 Euro oder rund 30,42 Euro pro Monat. Der andere Tarif kostet monatlich 30 Euro ohne Bereitstellungsgebühr, also insgesamt 720 Euro beziehungsweise 30 Euro pro Monat. Trotz der niedrigeren Grundgebühr ist der erste Tarif im Beispiel über die Laufzeit 10 Euro teurer. Die 250 Euro sind Teil dieser Beispielrechnung und keine Aussage über eine typische Gebühr am Markt.

Steigt oder sinkt der Monatspreis während der Laufzeit, berechnen Sie die Kosten für jeden Zeitraum mit einem eigenen Preis separat. Ziehen Sie einen Bonus oder ein Cashback nur ab, wenn die Gutschrift im Angebot zugesagt ist und Sie die Bedingungen erfüllen können. Achten Sie dabei auf Fristen und erforderliche Registrierungen.

Handytarife fair vergleichen

Vergleichen Sie Tarife über denselben Zeitraum und achten Sie auf vergleichbare Leistungen. Datenvolumen, Netz, Geschwindigkeit und Laufzeit beeinflussen, ob zwei Angebote wirklich gleichwertig sind. Rechnen Sie bei Verträgen mit Smartphone auch den Preis für dasselbe oder ein vergleichbares Gerät ein.

Nennen Sie neben dem effektiven Monatspreis auch, welcher Betrag zu Beginn tatsächlich fällig wird. Eine Gebühr, die rechnerisch auf 24 Monate verteilt nur einen kleinen Monatsbetrag ausmacht, muss trotzdem zu Vertragsbeginn bezahlt werden. Das kann für Ihr verfügbares Budget relevant sein.

Prüfen Sie dafür die Vertragszusammenfassung und die Tarifdetails statt sich allein auf einen beworbenen Monatspreis zu verlassen. Nach § 54 Telekommunikationsgesetz nennt die Vertragszusammenfassung unter anderem Aktivierungspreise sowie regelmäßig anfallende und verbrauchsabhängige Kosten. Sie muss grundsätzlich vor Ihrer Vertragserklärung bereitgestellt werden. Bei bestimmten technischen Ausnahmefällen sieht das Gesetz vor, dass sie erst danach bereitgestellt wird.