Datenvolumen

Gedrosseltes Datenvolumen: Was läuft noch mit langsamem Internet?

Wenn Sie das Datenvolumen Ihres Handytarifs aufgebraucht haben, verlangsamt der Anbieter die mobile Verbindung häufig bis zum nächsten Abrechnungszeitraum. Nachrichten und Webseiten laden dann langsamer. Was noch funktioniert, hängt von der gedrosselten Geschwindigkeit und der jeweiligen App ab.

Bei 32 oder 64 Kbit/s lassen sich höchstens kleine Datenmengen übertragen; Videostreaming und übliche Videoanrufe funktionieren damit nicht. Ob sich ein größerer Tarif lohnt, hängt davon ab, wie oft Sie gedrosselt werden und wofür Sie unterwegs mobile Daten nutzen.

Wie die Drosselung die Geschwindigkeit senkt

Das Datenvolumen begrenzt, wie viele Daten Sie innerhalb eines Tarifzeitraums übertragen dürfen; die Geschwindigkeit bestimmt, wie schnell die Übertragung läuft. Ist das enthaltene Volumen verbraucht, reduziert der Anbieter bei vielen Tarifen die Geschwindigkeit für den Rest des Zeitraums.

Die genaue Drosselung steht in den Tarifunterlagen. Die Höhe der Drosselung hängt vom Anbieter und Tarif ab. In einer O₂-Preisliste für Prepaid-Tarife mit Stand Januar 2026 sind beispielsweise 32 Kbit/s angegeben. Das Produktinformationsblatt für den Telekom-Tarif MagentaMobil S nennt nach Verbrauch des enthaltenen Volumens 64 Kbit/s im Download und 16 Kbit/s im Upload. Die Werte gelten jeweils für die genannten Tarife und lassen sich nicht auf die gesamte Branche übertragen.

Bei 32 Kbit/s werden theoretisch rund 4 Kilobyte pro Sekunde übertragen, bei 64 Kbit/s rund 8 Kilobyte. Selbst unter idealen Bedingungen dauert die Übertragung von 1 Megabyte rechnerisch etwa 250 beziehungsweise 125 Sekunden. In der Praxis fällt die Verbindung bei schlechtem Empfang oder einem stark ausgelasteten Netz noch langsamer aus. Auch zusätzliche Daten, die für die Übertragung nötig sind, bremsen sie. Achten Sie außerdem auf den Upload: Beim genannten Telekom-Beispiel ist er mit 16 Kbit/s noch langsamer als der Download.

Was bei 32 oder 64 Kbit/s noch funktioniert

Bei sehr niedriger Geschwindigkeit lassen sich noch kleine Datenmengen übertragen. Ob eine App oder Webseite lädt, hängt auch davon ab, wie viele weitere Daten sie überträgt. Viele Webseiten laden Bilder und andere Inhalte. Messenger übertragen neben Text auch Fotos, Sprachnachrichten oder andere Dateien.

Nutzung Einschätzung bei 32 oder 64 Kbit/s
SMS und klassische Mobiltelefonie Sie nutzen nicht die mobile Internetverbindung und können weiterhin verfügbar sein, sofern Tarif und Netz sie einschließen.
Textnachrichten über einen Messenger Einfache Nachrichten können durchgehen, aber verzögert. Bilder, Sprachnachrichten und andere Inhalte brauchen mehr Daten.
E-Mail und einfache Webseiten Ohne große Anhänge oder viele Bilder kann es klappen, lädt aber oft langsam.
Karten und Navigation Vorab gespeicherte Offline-Karten helfen. Für aktuelle Online-Daten braucht das Gerät weiterhin eine Verbindung.
Musikstreaming Ob es reicht, hängt vom Dienst und der gewählten Qualität ab. Eine allgemeingültige Mindestgeschwindigkeit gibt es dafür nicht.
Video und Videoanrufe Bei diesen Drosselwerten keine verlässliche Nutzung.

YouTube nennt für Videos in 360p etwa 0,7 Mbit/s, Netflix empfiehlt 3 Mbit/s für HD in 720p. Zoom gibt für einen hochwertigen Einzel-Videoanruf 600 Kbit/s im Up- und Download an. Diese Werte sind Empfehlungen für die jeweiligen Dienste, keine Garantie für eine störungsfreie Verbindung. Sie liegen aber deutlich über einer Drosselung auf 32 oder 64 Kbit/s.

Wann ein größerer Tarif sinnvoll ist

Ein größeres Datenpaket lohnt sich vor allem, wenn Ihre Verbindung regelmäßig schon vor Monatsende gedrosselt wird und Sie unterwegs eine schnelle Verbindung brauchen. Das gilt besonders, wenn Sie häufig Videos ansehen, an Videoanrufen teilnehmen oder Ihren Laptop beziehungsweise Ihr Tablet über den Handy-Hotspot verbinden.

Wer dagegen meist WLAN nutzt und mobil vor allem Textnachrichten liest oder einfache Seiten aufruft, kommt eher mit einem kleineren Tarif aus. Dabei sollten Sie längere Ladezeiten nach Verbrauch des Datenvolumens einkalkulieren. Eine einzelne Drosselung nach einem ungewöhnlich datenintensiven Monat ist noch kein sicherer Grund für einen Tarifwechsel.

Kontrollieren Sie regelmäßig über mehrere Abrechnungszeiträume hinweg die Verbrauchsanzeige auf Ihrem Smartphone oder im Kundenkonto Ihres Anbieters. Wird das Volumen wiederholt knapp, vergleichen Sie den eigenen Verbrauch mit dem Datenpaket des Tarifs. Bei einem einmaligen Mehrverbrauch können Sie stattdessen große Downloads und App-Aktualisierungen auf WLAN verschieben und Karten oder Inhalte vorab speichern. Eine Datenoption zum Nachbuchen kann ebenfalls infrage kommen; Preis und Verfügbarkeit hängen vom Tarif ab.

Wenn das Internet plötzlich langsam wird

Eine tarifliche Drosselung greift nach Verbrauch des vereinbarten Datenvolumens. Eine langsame Verbindung vor diesem Zeitpunkt kann andere Gründe haben. Dazu zählen schlechter Empfang und ein stark genutzter Funkmast; auch ein Endgerät mit eingeschränkter Verbindung kommt infrage. Prüfen Sie deshalb zuerst im Kundenkonto, ob das Datenlimit erreicht wurde, und vergleichen Sie die Verbindung an einem anderen Ort.

Wenn Ihre Verbindung dauerhaft langsamer ist als vertraglich vereinbart, prüfen Sie die im Vertrag genannten Geschwindigkeiten und messen Sie Ihre Verbindung mit dem Nachweisverfahren der Bundesnetzagentur. Eine solche Minderleistung ist von einer Drosselung zu unterscheiden, die der Tarif nach Verbrauch des Datenvolumens ausdrücklich vorsieht.