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Nur Daten, kein Telefon: Tarife für reine Internet-Nutzer

Wenn Sie unterwegs hauptsächlich Messenger, Apps und Webseiten nutzen, reicht ein Datentarif ohne Telefon-Flatrate. Er kann günstiger sein und besser zu Ihrem Bedarf passen. Für die Registrierung bei WhatsApp brauchen Sie jedoch eine Rufnummer, die SMS oder Anrufe empfangen kann.

Achten Sie auf Ihren Datenverbrauch und darauf, welche Regeln nach Verbrauch des Inklusivvolumens gelten. Prüfen Sie auch den Empfang an Ihren häufigsten Aufenthaltsorten. Ein großes Datenpaket hilft wenig, wenn das Netz dort schwach ist.

Prüfen Sie Rufnummer und SIM

Bei manchen Datentarifen bekommen Sie keine Rufnummer und können weder telefonieren noch SMS senden. Das ist für ein Tablet oder einen Laptop oft unproblematisch. Nutzen Sie den Tarif im Smartphone, sollten Sie klären, wie Sie weiterhin SMS empfangen und für wichtige Kontakte erreichbar bleiben. Sie können Ihre bisherige Rufnummer eventuell mit einer zweiten SIM oder einem anderen Tarif behalten.

Achten Sie auch darauf, ob der Anbieter eine klassische SIM-Karte, eine eSIM oder beides bereitstellt. Wenn Sie Ihr Smartphone als Hotspot für einen Laptop oder ein Tablet nutzen, prüfen Sie die Vertragsbedingungen. Achten Sie darauf, ob die darüber genutzten Daten von Ihrem Datenvolumen abgezogen werden.

Schätzen Sie Ihr Datenvolumen

Messen Sie zunächst den Verbrauch Ihrer bisherigen SIM in den Geräteeinstellungen oder in der Anbieter-App. Ein oder zwei typische Abrechnungszeiträume zeigen besser als ein pauschaler Richtwert, wie viel Datenvolumen Sie brauchen. Berücksichtigen Sie Video- und Musikstreaming sowie Videoanrufe. Auch automatische App-Aktualisierungen, Cloud-Backups und die Hotspot-Nutzung zählen dazu. Diese Dienste können deutlich mehr Daten verbrauchen als Nachrichten und einfache Webseiten.

Die Bundesnetzagentur bezifferte den durchschnittlichen Mobilfunkverbrauch 2024 auf 7,4 GB pro aktivem SIM-Profil und Monat. Der Wert fasst verschiedene Nutzungsarten zusammen und sagt nicht, welches Datenvolumen Sie buchen sollten. Wenn Sie unterwegs vor allem Nachrichten lesen und sonst WLAN nutzen, reicht Ihnen vielleicht weniger. Wer häufig Videos streamt oder den Laptop über das Smartphone verbindet, braucht mehr.

Prüfen Sie auch, was passiert, wenn Sie Ihr gebuchtes Datenvolumen aufgebraucht haben. Manche Tarife drosseln die Geschwindigkeit, andere bieten zusätzliche Datenpakete an oder buchen Daten automatisch nach. Prüfen Sie vor der Bestellung die Vertragsbedingungen. Achten Sie darauf, welche Geschwindigkeit dann gilt und was bis zum Ende des Abrechnungszeitraums passiert.

Prüfen Sie Laufzeit und Preis

Vergleichen Sie den Gesamtpreis über den tatsächlichen Nutzungszeitraum. Ein Paket, das vier Wochen gilt, läuft nicht einen Kalendermonat: Bei fortlaufender Nutzung ergeben sich 13 statt 12 Abrechnungszeiträume pro Jahr. Bei Datenpässen mit verschiedenen Laufzeiten vergleichen Sie Preis, Datenmenge und Gültigkeit zusammen.

Die Anbieterangaben vom 1. November 2026 zeigen anhand zweier Beispiele die Unterschiede zwischen Prepaid und Vertrag:

Angebot Veröffentlichte Konditionen Worauf Sie achten sollten
Telekom Data Prepaid Die Karte kostet einmalig 9,95 Euro und enthält 10 Euro Startguthaben. Datenpässe reichen von 1 GB für 24 Stunden für 4,95 Euro bis zu 12 GB für 90 Tage für 29,95 Euro. Ein Pass mit unbegrenztem Datenvolumen für 24 Stunden kostet 9,95 Euro. Laut Anbieter besteht keine Vertragsbindung. Die Pässe haben verschiedene Laufzeiten. Prüfen Sie, wie häufig Sie nachbuchen müssten.
Vodafone DataGo Der Anbieter bewirbt 12 GB pro Monat für 15 Euro, mit 4G/LTE oder 5G sowie EU-Roaming. Die Mindestlaufzeit beträgt 24 Monate. Prüfen Sie vor dem Abschluss die Vertragszusammenfassung, die Gesamtkosten und die Angaben zur Rufnummer.

Die Preise und Konditionen können sich ändern; die Beispiele sind kein vollständiger Marktvergleich. Bei Prepaid kaufen Sie bei Bedarf weitere Datenpässe. Bei einem Vertrag zahlen Sie für ein monatliches Datenpaket und binden sich länger. Welche Variante günstiger ist, hängt davon ab, wie regelmäßig Sie Daten benötigen und wie viel Sie tatsächlich verbrauchen.

Testen Sie das Mobilfunknetz vor Ort

Prüfen Sie, ob das Netz an den Orten funktioniert, an denen Sie mobil online sein müssen: zu Hause, am Arbeitsplatz und auf regelmäßig genutzten Strecken. Die Mobilfunkkarten der Bundesnetzagentur beruhen auf Angaben der Netzbetreiber und zeigen Prognosen. Testen Sie das gewünschte Netz zusätzlich mit einer SIM-Karte. So sehen Sie, wie die Verbindung an diesen Orten tatsächlich funktioniert.

Eine angezeigte Netzabdeckung bedeutet nicht, dass die Geschwindigkeit gleichbleibt. Mehrere Nutzer teilen sich die Kapazität einer Funkzelle. Bei hoher Auslastung wird die Verbindung langsamer, auch wenn grundsätzlich Empfang besteht. Außerdem beeinflussen Tarif und Endgerät die erreichbare Leistung. Sehen Sie sich deshalb im Produktinformationsblatt und in der Vertragszusammenfassung die geschätzten maximalen Download- und Uploadraten an. Die Bundesnetzagentur bietet außerdem ein Verfahren, mit dem Sie Ihre tatsächliche Geschwindigkeit mit der im Vertrag geschätzten Maximalgeschwindigkeit vergleichen können.

5G ist für Messenger und gewöhnliche Apps nicht automatisch nötig. Laut Bundesnetzagentur lief 2024 der größte Teil des inländischen Mobilfunkdatenverkehrs über LTE. Das sagt jedoch nicht, welches Netz an Ihrem Wohnort am besten funktioniert. Prüfen Sie deshalb, wie gut der konkrete Anbieter an Ihren Nutzungsorten Empfang bietet. Die Bezeichnung LTE oder 5G allein sagt das nicht.

Beachten Sie Roaming und Zusatzkosten

Mit EU-Roaming nutzen Sie Ihren Mobilfunktarif in EU-Ländern nach den dafür geltenden Regeln. Bei günstigen oder unbegrenzten Tarifen kann dabei für Daten im Ausland eine Fair-Use-Grenze gelten. Für die Schweiz gelten die regulären EU-Roamingregeln nicht. Prüfen Sie daher vor einer Reise die enthaltenen Länder und die dort geltenden Datenlimits.

Achten Sie außerdem auf den Abrechnungszeitraum und mögliche automatische Nachbuchungen. Wenn ein kleines Paket regelmäßig vor Monatsende aufgebraucht ist, vergleichen Sie die Kosten zusätzlicher Daten mit einem größeren Tarif. So sehen Sie, ob der günstige Einstiegspreis zu Ihrem Verbrauch über die gesamte Laufzeit passt.