Datenvolumen

Datenverbrauch bei Videocalls und Messenger-Telefonie

Telefonate über WhatsApp und andere Messenger laufen über das Internet. Ohne WLAN verbrauchen beide Gesprächsteilnehmenden mobile Daten. Sprachanrufe benötigen wenig, Videocalls deutlich mehr: Rechnen Sie grob mit 300 bis 500 MB pro Stunde.

Welcher Tarif passt, hängt davon ab, wie oft Sie unterwegs telefonieren und wie viel Datenvolumen Sie sonst nutzen. Wer meist WLAN hat und nur gelegentlich kurze Videocalls führt, braucht dafür keinen Tarif mit unbegrenztem Datenvolumen.

Wann Messenger-Anrufe mobile Daten verbrauchen

Ein Messenger-Anruf über Mobilfunk verbraucht Datenvolumen Ihres Tarifs. Das gilt für eingehende und ausgehende Gespräche. Bei einem klassischen Anruf über die Telefonfunktion des Handys wird dagegen in der Regel die Telefon-Flatrate oder ein Gesprächskontingent genutzt.

Im WLAN läuft der Messenger-Call über den Internetanschluss und verbraucht kein mobiles Datenvolumen. Bei einem Videocall sendet Ihr Handy das eigene Bild und empfängt das Bild der anderen Person. Auch das Senden des eigenen Bildes zählt zum Datenverbrauch.

Datenverbrauch pro Stunde

Planen Sie für Videocalls grob 300 bis 500 MB pro Stunde ein. Das Öko-Institut verwendete 500 MB pro Stunde als Rechenwert. Eine Datensammlung aus dem Jahr 2020 nennt für damalige App-Versionen je nach Dienst etwa 180 bis 480 MB pro Stunde Video. Diese Zahlen sind Orientierungshilfen, keine garantierten Werte für aktuelle Apps und Geräte.

Anrufart Grober Richtwert Einordnung
Messenger-Sprachanruf etwa 60 MB pro Stunde Älterer Richtwert für WhatsApp und Skype
Videocall etwa 300 bis 500 MB pro Stunde Praktischer Planungswert, tatsächlicher Verbrauch variiert

Der Verbrauch hängt unter anderem von Bildqualität, Gerät und Netzverbindung ab. Auch die Zahl der Teilnehmenden und die Einstellungen des Calls spielen eine Rolle. Deshalb sind App-Werte aus unterschiedlichen Tests nur bedingt vergleichbar.

Datenbedarf für Anrufe berechnen

Ein zehnminütiger Videocall verbraucht bei 300 bis 500 MB pro Stunde ungefähr 50 bis 83 MB. Bei fünf Stunden Videocalls im Monat kommen rund 1,5 bis 2,5 GB zusammen, bei zehn Stunden etwa 3 bis 5 GB. Für zehn Stunden reine Messenger-Sprachanrufe ergibt der ältere Richtwert ungefähr 600 MB.

Rechnen Sie diese Menge zu Ihrer sonstigen mobilen Nutzung hinzu. Nachrichten und E-Mails brauchen meist wenig Daten. Video-Streaming und soziale Medien erhöhen den Verbrauch; auch automatische Downloads belasten das Volumen zusätzlich. Prüfen Sie deshalb den Monatsverbrauch Ihres Handys oder Ihres Mobilfunkanbieters und vergleichen Sie ihn mit den geplanten Calls.

Welcher Datentarif passt zu Videocalls?

Wer überwiegend WLAN nutzt und unterwegs nur gelegentlich telefoniert, kommt häufig mit einem kleineren Datenpaket aus. Die Verbraucherzentrale nennt 2 bis 6 GB als mögliche Größenordnung für eine leichte Nutzung. Dazu zählen gelegentliches Surfen sowie Nachrichten und E-Mails. Videocalls müssen Sie zu diesem Bedarf dazurechnen.

Wenn Sie regelmäßig videotelefonieren und sonst nur moderat mobil surfen, kann ein Tarif mit etwa 10 GB passen. Zehn Stunden Video können davon bereits 3 bis 5 GB beanspruchen. Nutzen Sie zusätzlich häufig soziale Medien oder streamen Sie unterwegs, sollten Sie entsprechend mehr Volumen einplanen.

20 GB oder mehr sind sinnvoll, wenn Sie viele Stunden videotelefonieren. Auch häufiges Streaming spricht für dieses Volumen. Das gilt ebenso, wenn Sie Ihr Handy als Hotspot nutzen. Ein Tarif mit unbegrenztem Datenvolumen lohnt sich vor allem, wenn Ihr gesamter mobiler Verbrauch hoch ist. Entscheiden Sie nach Ihrem tatsächlichen Monatsverbrauch und lassen Sie etwas Reserve für schwankende Nutzung.

Vergleichen Sie vor Vertragsabschluss auch die Geschwindigkeit nach Verbrauch des Inklusivvolumens, die Laufzeit, eine mögliche automatische Nachbuchung von Daten und die Roaming-Regeln. Flexible oder Prepaid-Tarife können passen, wenn Sie Ihr Datenbudget eng begrenzen oder sich nicht langfristig binden möchten.

So sparen Sie Daten

Lange Videocalls führen Sie am besten über WLAN. Wenn das Bild nicht nötig ist, schalten Sie die Kamera aus oder wechseln Sie zu einem Sprachanruf. Viele Videodienste bieten einen Datensparmodus, der die Verbindung begrenzt. Das senkt den Verbrauch, kann aber die Bildqualität beeinträchtigen.

Für eine eigene Schätzung prüfen Sie den Datenverbrauch des Handys vor und nach einem typischen Call. In den Smartphone-Einstellungen sehen Sie oft auch, welche Apps mobile Daten nutzen. Kontrollieren Sie dort zusätzlich automatische Downloads und Updates, damit andere Vorgänge nicht das für Gespräche eingeplante Volumen aufbrauchen.

Messenger-Anrufe im Ausland

Im Ausland verbraucht ein Messenger-Call mobile Daten, sobald das Handy nicht mit einem WLAN verbunden ist. Außerhalb der EU können dafür zusätzliche Kosten entstehen. Prüfen Sie vor der Reise die Roaming-Bedingungen Ihres Tarifs und führen Sie längere Videocalls möglichst über WLAN.

WLAN-Calling über die normale Telefonfunktion ist eine andere Verbindung als ein Messenger-Anruf. Der Mobilfunkanbieter kann es anders abrechnen; die EU-Roaming-Regeln gelten dafür nicht automatisch.