Ratgeber

Handyvertrag regelmäßig wechseln und sparen

Wenn Sie für Datenvolumen oder Leistungen zahlen, die Sie nicht brauchen, lohnt sich ein Vergleich. Sie sparen mit einem Wechsel, wenn ein passender Tarif über die gesamte Vertragslaufzeit günstiger ist. Der beworbene Einstiegspreis zeigt nicht die Gesamtkosten.

Prüfen Sie regelmäßig Ihren Verbrauch und die Vertragsfristen. Vergleichen Sie die Gesamtkosten für denselben Zeitraum und achten Sie darauf, ob Netz, Laufzeit und Leistungen zu Ihrem Alltag passen. Ein Wechsel nach festem Zeitplan spart nicht automatisch Geld.

Wann sich ein Wechsel des Handyvertrags lohnt

Ein Vergleich ist sinnvoll, wenn Sie regelmäßig Datenvolumen übrig haben, Ihr Tarif teurer geworden ist oder sich Ihr Bedarf geändert hat. Vielleicht geben Sie inzwischen häufiger die Internetverbindung Ihres Handys als Hotspot für andere Geräte frei, brauchen mehr Datenvolumen oder möchten ein neues Smartphone. Halten Sie vor der Suche fest, welche Leistungen Sie tatsächlich benötigen.

Prüfen Sie auch den Empfang an den Orten, an denen Sie das Handy regelmäßig nutzen, etwa zu Hause und auf dem Arbeitsweg. Die Netzabdeckung hängt vom Standort ab. Ein günstigerer Tarif bringt wenig, wenn die Verbindung dort schlechter ist. Allgemeine Netzvergleiche ersetzen diese Prüfung nicht.

Anbieter müssen Verbraucher einmal jährlich über den für sie passenden Tarif informieren. Diese Auskunft ist ein guter Anlass, den Vertrag zu prüfen. Sie bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Wechsel günstiger ist. Auch ein Tarif, der bereits gut zu Ihrem Bedarf passt, kann die bessere Wahl bleiben.

Kündigungsfristen beim Handyvertrag prüfen

Verträge für Mobilfunkdienste dürfen eine anfängliche Laufzeit von höchstens 24 Monaten haben. Anbieter müssen außerdem eine Vertragsvariante mit höchstens zwölf Monaten Laufzeit anbieten. Vergleichen Sie beide Möglichkeiten: Die kürzere Bindung ist nicht zwingend günstiger.

Für eine Kündigung zum Ende der anfänglichen Laufzeit gilt die Frist aus Ihrem Vertrag. Prüfen Sie in Ihren Vertragsunterlagen, bis wann Ihre Kündigung eingehen muss. Den letzten Tag finden Sie auch auf der Rechnung oder im Kundenkonto. Notieren Sie diesen Termin direkt nach Vertragsabschluss im Kalender. Sie können einen Laufzeitvertrag schon zu Beginn zum Ende der Mindestlaufzeit kündigen.

Wenn sich der Vertrag nach der anfänglichen Laufzeit automatisch verlängert, gilt eine Kündigungsfrist von einem Monat. Dann können Sie jederzeit mit dieser Frist kündigen. Das gilt auch für ältere Verträge, wenn ihre Mindestlaufzeit bereits abgelaufen ist. Die Monatsfrist gilt erst, wenn die Mindestvertragszeit abgelaufen ist.

Planen Sie den Wechsel frühzeitig. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, den Anbieterwechsel möglichst drei Monate vor Vertragsende einzuleiten. So bleibt Zeit, die Kündigung zu klären und den neuen Anschluss zu organisieren.

Handytarife nach Gesamtkosten vergleichen

Vergleichen Sie Tarife für denselben Zeitraum und mit ähnlichen Leistungen. Berücksichtigen Sie dabei Datenvolumen, Geschwindigkeit, Telefonie, Netz, Roaming und gegebenenfalls ein neues Smartphone. Das Produktinformationsblatt des Anbieters fasst wichtige Vertragsangaben wie Laufzeit, monatliche Kosten und Kündigungsbedingungen zusammen.

Rechnen Sie alle Grundgebühren ein, auch wenn der monatliche Preis nach einer Rabattphase steigt. Addieren Sie Anschluss- und sonstige Einmalkosten. Ziehen Sie Startguthaben nur ab, wenn Sie die Bedingungen sicher erfüllen und der Vorteil tatsächlich ausgezahlt wird. Bei Cashback und Wechselboni gilt dieselbe Voraussetzung. Teilen Sie die Gesamtkosten durch die Zahl der Monate im Vergleichszeitraum:

Effektiver Monatspreis = (Gebühren und Einmalkosten minus sicher erreichbare Rabatte) ÷ Zahl der Monate

Zum Beispiel kostet ein Tarif im ersten Jahr monatlich 10 Euro und im zweiten Jahr 20 Euro. Dazu kommen 40 Euro Einmalkosten; ein Bonus von 30 Euro wird sicher gewährt. Über 24 Monate entstehen 370 Euro Gesamtkosten, also rund 15,42 Euro pro Monat. Der beworbene Einstiegspreis von 10 Euro bildet die tatsächliche Belastung nicht ab; das Beispiel dient nur der Rechnung und ist keine aktuelle Preisangabe.

Vergleichen Sie außerdem, wie lange Sie an den Vertrag gebunden sind. Ein 24-Monats-Tarif kann einen niedrigeren Monatspreis haben, bindet Sie aber länger. Ein flexibler Tarif erleichtert den Wechsel, wenn sich Ihr Bedarf ändert. Entscheiden Sie anhand des Preisvorteils und der Laufzeit, nicht nur anhand einer Monatsgebühr.

Smartphone und Tarif getrennt rechnen

Bei einem Vertrag mit Smartphone reicht es nicht, die monatliche Grundgebühr mit einem SIM-only-Tarif zu vergleichen. Rechnen Sie die Anzahlung und alle laufenden Gebühren über die gesamte Laufzeit zusammen. Stellen Sie diesem Betrag den Preis eines vergleichbaren Smartphones ohne Vertrag und die Kosten eines passenden Tarifs gegenüber.

Ein Kombiangebot kann sich rechnen, muss es aber nicht. Prüfen Sie den Gerätepreis und die Tarifkosten getrennt. Beziehen Sie auch Rabatte und Einmalzahlungen ein. So sehen Sie, ob der Vertrag tatsächlich günstiger ist als der separate Kauf von Gerät und Tarif.

Rufnummer und Anbieterwechsel koordinieren

Sie können die Rufnummernmitnahme über den neuen Anbieter beauftragen. Für Verbraucher ist sie kostenlos. Achten Sie darauf, dass Ihre persönlichen Angaben beim alten und neuen Anbieter übereinstimmen.

Eine vorzeitige Rufnummernmitnahme beendet den alten Vertrag nicht. Bis zum regulären Vertragsende fallen die vereinbarten Kosten weiter an. Kündigung und Rufnummernmitnahme sind daher zwei getrennte Schritte: Klären Sie das Vertragsende und beauftragen Sie die Rufnummernmitnahme passend dazu.