Nutzen mehrere Personen im Haushalt Smartphone, Tablet oder Smartwatch, kann ein gemeinsamer Mobilfunkvertrag die Abrechnung vereinfachen. Partnerkarten sind zusätzliche SIM-Karten zum Hauptvertrag. Ob sie Geld sparen, hängt vom Verbrauch und den Gesamtkosten samt Bedingungen für alle Karten ab.
Vergleichen Sie den Gesamtpreis und die Konditionen jeder Karte. Bei Familienangeboten bekommen alle Karten entweder dieselben Leistungen, ein eigenes Datenpaket pro Person oder einen Tarif, der an den Hauptvertrag gebunden ist. Ein gemeinsamer Vertrag heißt nicht automatisch, dass alle Karten dasselbe Datenvolumen nutzen.
Was Partnerkarten bieten
Partnerkarten bündeln mehrere Anschlüsse unter einem Hauptvertrag. Je nach Anbieter zahlen Sie eine gemeinsame Rechnung oder verwalten die Verträge über ein Kundenkonto. Das ist praktisch, wenn eine Person die Abrechnung übernimmt und alle Anschlüsse zentral im Blick behalten möchte.
Die Leistungen unterscheiden sich jedoch. Bei manchen Angeboten orientiert sich die Partnerkarte am Haupttarif. Andere Anbieter geben jeder Karte ein eigenes Datenpaket oder erlauben, den Tarif pro Person auszuwählen. Klären Sie vor dem Abschluss, ob Daten tatsächlich gemeinsam genutzt werden können oder jede Karte ihr eigenes Kontingent hat.
Auch die Art der SIM-Karte zählt. Eine weitere Person mit eigenem Smartphone braucht in der Regel eine eigene Rufnummer. Für ein Tablet oder eine Smartwatch derselben Person kann eine Datenkarte oder eine zusätzliche SIM mit derselben Rufnummer passender sein. Diese Varianten sind nicht austauschbar.
Datenbedarf pro Person einschätzen
Wählen Sie die Datenmenge nach der tatsächlichen Nutzung jeder Person. Prüfen Sie dazu die Anzeige zum Datenverbrauch auf dem Smartphone und, wenn vorhanden, die bisherigen Mobilfunkrechnungen. Vergleichen Sie mehrere Monate, damit ein einzelner Urlaub oder ein Monat mit ungewöhnlich hohem Verbrauch den Bedarf nicht allein bestimmt.
Wer unterwegs häufig Videos streamt oder das Smartphone als Hotspot nutzt, benötigt mehr Daten als jemand, der meist zu Hause im WLAN ist und mobil vor allem Nachrichten liest. Für Kinder oder Personen mit geringem Verbrauch kann ein kleineres Datenpaket genügen. Ein großes Hauptpaket lohnt sich für den ganzen Haushalt nur, wenn die Kosten und Leistungen auch für die übrigen Karten passen.
Achten Sie außerdem genau auf die Tarifbezeichnung. „Unbegrenzt auf Abruf“ bedeutet nicht unbedingt, dass von Anfang an unbegrenztes Datenvolumen bereitsteht. Ein Vodafone-Angebot umfasst zunächst 100 GB. Danach können Sie kostenlos jeweils 5 GB nachbuchen. Prüfen Sie, wie das Nachbuchen funktioniert und ob die Karte tatsächlich zu den Nutzungsgewohnheiten passt.
Den Gesamtpreis berechnen
Vergleichen Sie nicht nur den Preis einer Zusatzkarte. Addieren Sie den Grundpreis des Hauptvertrags und alle Zusatzkarten. Rechnen Sie außerdem einmalige Anschlusskosten, monatliche Gerätezahlungen und mögliche Kosten für Zusatzoptionen oder Mehrverbrauch ein. Prüfen Sie auch, welche Länder bei Roaming und Auslandstelefonie eingeschlossen sind.
Ein Beispiel aus den Telekom-Preisangaben: Ein Haupttarif MagentaMobil M für 49,95 Euro im Monat und eine PlusKarte für Erwachsene für 19,95 Euro ergeben zusammen 69,90 Euro monatlich. Über zwölf Monate sind das 838,80 Euro, rechnerisch 34,95 Euro pro Karte und Monat. Diese Rechnung berücksichtigt weder Geräte noch mögliche Einmalentgelte. Sie zeigt außerdem nicht, ob zwei passende Einzelverträge günstiger wären.
Die Preise der Anbieter lassen sich nur vergleichen, wenn Sie auch die unterschiedlichen Haupttarife, Datenpakete und Rabattbedingungen berücksichtigen. Vodafone nennt beispielsweise Zusatzkarten mit eigenen Datenpaketen zu verschiedenen Preisen. Bei o2 gibt es je nach gewähltem Tarif ebenfalls unterschiedliche Preise und Datenmengen. Diese Preise können sich ändern. Prüfen Sie vor der Buchung den aktuellen Preis und notieren Sie auch, was nach dem Ende eines Rabatts gilt.
Notieren Sie den Monatspreis jeder Karte. Halten Sie auch die enthaltene Leistung und mögliche Zusatzkosten fest. Addieren Sie anschließend alle Karten zum Hauptvertrag und rechnen Sie die Summe sowohl für zwölf Monate als auch für die gesamte Vertragslaufzeit aus. Bei einem Angebot mit Gerätezahlung gehört auch diese Rate in die Rechnung.
Rabatte und Laufzeiten prüfen
Ein günstiger Kartenpreis kann davon abhängen, dass der Hauptvertrag bestehen bleibt. Bei o2 kann der Kombivorteil entfallen, wenn ein dafür notwendiger Vertrag wegfällt. Dann läuft eine Partnerkarte möglicherweise zum regulären Preis weiter. Prüfen Sie deshalb die Folgen einer Kündigung oder eines Tarifwechsels. Klären Sie auch, was der Wegzug eines Familienmitglieds bedeutet.
Lesen Sie die Vertragszusammenfassung, bevor Sie zustimmen. Dort finden Sie unter anderem Angaben zum Preis und zu den Leistungen sowie zur Laufzeit und zu den Kündigungsbedingungen. Die anfängliche Vertragslaufzeit darf höchstens 24 Monate betragen. Anbieter müssen außerdem eine Variante mit höchstens zwölf Monaten Laufzeit anbieten. Wenn sich ein Vertrag nach der Mindestlaufzeit automatisch verlängert, können Sie ihn mit einer Frist von einem Monat kündigen.
Klären Sie auch, wer Vertragsinhaber und Rechnungsempfänger ist und ob sich einzelne Karten separat kündigen lassen. Eine gemeinsame Rechnung ist bequem, verlangt aber, dass die zahlende Person die Kosten im Blick behält. Wenn ein Familienmitglied später einen eigenen Vertrag benötigt, sollten Rufnummernmitnahme und mögliche Auswirkungen auf Rabatte vorher geklärt sein. Für die Mitnahme einer Rufnummer darf der Anbieter kein Entgelt berechnen; die Kundendaten beim alten und neuen Anbieter müssen übereinstimmen.
Wann sich ein Familientarif lohnt
Ein gemeinsamer Mobilfunkvertrag passt besonders gut, wenn mehrere Personen dauerhaft Anschlüsse benötigen, die Zusatzkarten günstiger sind als vergleichbare Einzelverträge und eine zentrale Abrechnung erwünscht ist. Er ist auch dann interessant, wenn der Anbieter unterschiedliche Kartenleistungen für Viel- und Wenignutzende anbietet.
Getrennte Verträge können besser passen, wenn nur eine Person viel Datenvolumen benötigt. Sie können auch passen, wenn andere kaum mobile Daten verbrauchen. Der Wunsch einzelner Familienmitglieder, unabhängig vom Hauptvertrag zu bleiben, spricht ebenfalls dafür. Prüfen Sie außerdem, ob alle Anschlüsse mit demselben Anbieter und dessen Netz gut versorgt sind. Ein Rabatt gleicht eine für einzelne Personen unpassende Leistung nicht automatisch aus.