Für Kundengespräche, Navigation, Videokonferenzen und den mobilen Hotspot brauchen Sie einen Handyvertrag, dessen Kosten auch bei höherem Datenverbrauch planbar bleiben. Vergleichen Sie die Gesamtkosten über die Vertragslaufzeit: Der Monatspreis allein reicht nicht, wenn der Preis später steigt oder Zusatzkosten hinzukommen.
Prüfen Sie vor der Tarifwahl Ihren Verbrauch, wie oft der Anbieter abrechnet und wie gut der Empfang an Ihren Arbeitsorten ist. So erkennen Sie, ob der Tarif zu Ihrem Alltag passt und welche zusätzlichen Ausgaben Sie einplanen müssen.
Gesamtkosten berechnen
Rechnen Sie alle Kosten über einen festen Zeitraum zusammen und teilen Sie die Summe durch die Zahl der Monate. Berücksichtigen Sie dabei Grundgebühren, einmalige Gebühren, Gerätezahlungen und zusätzliche Kosten, mit denen Sie rechnen. Ziehen Sie Rabatte nur ab, wenn sie vertraglich zugesichert sind. So sehen Sie besser, was der Tarif im Monat tatsächlich kostet.
Ein Rechenbeispiel: Ein Tarif kostet sechs Monate lang 10 Euro und danach 18 Monate lang 25 Euro. Dazu kommen einmalig 40 Euro. Über 24 Monate zahlen Sie insgesamt 550 Euro, das entspricht durchschnittlich 22,92 Euro pro Monat. Der beworbene Preis von 10 Euro gilt nur für einen Teil der Vertragszeit.
Achten Sie außerdem darauf, ob der Tarif monatlich oder alle vier Wochen abgerechnet wird. Bei 20 Euro pro vier Wochen fallen rechnerisch 13 Zahlungen im Jahr an, also 260 Euro. Bei 20 Euro pro Kalendermonat sind es zwölf Zahlungen oder 240 Euro. Bei einem Vier-Wochen-Paket erhalten Sie auch häufiger neues Datenvolumen. Vergleichen Sie deshalb auch, wie viel Datenvolumen Sie für die zusätzlichen Zahlungen erhalten.
Laufzeit und Kündigung prüfen
Eine längere Vertragsbindung erleichtert die Planung, wenn Preis und Leistung für den gesamten Zeitraum zu Ihrem Bedarf passen. Sie schränkt Sie aber ein, wenn sich Ihr Arbeitsort, Ihre Nutzung oder die Zahl der benötigten Anschlüsse ändern. Prüfen Sie deshalb das Vertragsende, die Kündigungsfrist und mögliche automatische Verlängerungen, bevor Sie unterschreiben.
Für Verträge mit Verbraucherinnen und Verbrauchern darf die anfängliche Laufzeit grundsätzlich höchstens 24 Monate betragen. Anbieter müssen außerdem eine Option mit höchstens zwölf Monaten anfänglicher Laufzeit anbieten. Wenn sich der Vertrag automatisch verlängert, können Verbraucherinnen und Verbraucher ihn nach den gesetzlichen Vorgaben mit einer Frist von einem Monat kündigen. Diese Regeln gelten nicht automatisch für jeden geschäftlich abgeschlossenen Vertrag.
Entscheidend ist, wofür Sie den Vertrag abschließen: Das bestimmt, ob Sie als Verbraucher oder Unternehmer handeln. Wer den Vertrag überwiegend für die selbstständige berufliche Tätigkeit abschließt, sollte die Verbraucherregeln nicht ungeprüft voraussetzen. Lesen Sie bei Geschäftskundentarifen daher die konkreten Vertragsbedingungen. Auch „monatlich kündbar“ oder „Prepaid“ sagt für sich genommen noch nicht alles über Laufzeit, Abrechnung und enthaltene Leistungen aus.
Datenvolumen passend wählen
Ermitteln Sie Ihren Bedarf anhand vergangener Rechnungen oder der Verbrauchsanzeige Ihres Mobiltelefons. Achten Sie auf Monate mit vielen Videokonferenzen, Cloud-Synchronisierungen, Navigationsfahrten oder Hotspot-Nutzung. Wenn Sie regelmäßig unterwegs arbeiten, sollten Sie auch prüfen, ob das Datenvolumen für den mobilen Hotspot gilt und ob weitere SIM-Karten eingeschlossen sind.
Besonders wichtig ist, was nach Verbrauch des Inklusivvolumens passiert. Der Anbieter kann die Geschwindigkeit drosseln, den Zugang unterbrechen oder kostenpflichtiges Zusatzvolumen anbieten. Prüfen Sie, ob weitere Datenpakete automatisch gebucht werden können und was ein manuelles Paket kostet. Ein kleiner Tarif wird durch häufige Aufbuchungen schwer kalkulierbar; ein sehr großes Volumen lohnt sich nur, wenn Sie es tatsächlich nutzen.
Legen Sie eine Kostenobergrenze fest, damit die monatlichen Ausgaben planbar bleiben. Wählen Sie einen Tarif, bei dem der Zugang nach Verbrauch des Volumens gedrosselt wird, sofern das zu Ihrer Arbeit passt. Wenn Sie unterwegs auf hohe Geschwindigkeit angewiesen sind, rechnen Sie mögliche Zusatzpakete in Ihr Monatsbudget ein und kontrollieren Sie, ob der Tarif sie automatisch aktiviert.
Empfang am Arbeitsort testen
Eine Netzabdeckungskarte eignet sich zur Vorauswahl, ersetzt aber keinen Test an den Orten, an denen Sie das Handy nutzen. Prüfen Sie Büro, Wohnung, häufig besuchte Kundenstandorte und regelmäßige Reisewege. Wenn möglich, testen Sie den Empfang mit Ihrem eigenen Gerät dort, wo Sie telefonieren oder Daten übertragen müssen.
Die Mobilfunkkarte der Bundesnetzagentur zeigt, wie gut der Empfang im Freien voraussichtlich ist. Dafür teilt sie die Karte in quadratische Flächen von 100 mal 100 Metern ein. Empfang in Gebäuden kann davon abweichen. Auch Ihr Gerät und die Zahl der Nutzer im Funknetz beeinflussen die Verbindung. Alle Mobilfunknutzer in einem Bereich der Funkzelle teilen sich die verfügbare Bandbreite. Eine gute Abdeckungsprognose verspricht daher keine gleichbleibende Geschwindigkeit zu jeder Zeit.
Prüfen Sie, ob die Verbindung an Ihren Arbeitsorten für Ihre Arbeit ausreicht. Der Hinweis auf 5G oder eine hohe maximale Datenrate sagt allein nicht, ob der Anschluss dort zuverlässig genug für Kundengespräche, Videokonferenzen oder den Hotspot ist.
Reisen und Zusatzkosten einplanen
Wenn Sie regelmäßig im Ausland arbeiten, prüfen Sie vor Vertragsabschluss, welche Länder und Leistungen der Tarif umfasst. EU-Roaming, also die Nutzung des Handys in EU-Ländern über ein dortiges Mobilfunknetz, deckt nicht automatisch jede Leistung ab. Bei begrenztem Datenvolumen im Ausland sollten Sie wissen, wie viel enthalten ist und welche Kosten nach Verbrauch entstehen. Außerhalb der EU können Daten- und Gesprächskosten deutlich anders geregelt sein.
Unterscheiden Sie außerdem Roaming von internationalen Anrufen aus Deutschland. Ein Anruf von Deutschland in ein anderes Land ist nicht dasselbe wie die Nutzung des Handys im Ausland und kann separat berechnet werden. Wenn Auslandsreisen zu Ihrem Arbeitsalltag gehören, kalkulieren Sie typische Reisezeiten und prüfen Sie, ob eine passende Auslandsoption oder eine Kostenbegrenzung verfügbar ist.
Business-Tarif oder Privatvertrag?
Ein Geschäftskundentarif kann Leistungen wie zusätzliche SIM-Karten, MultiSIM oder besondere Roaming-Optionen enthalten. MultiSIM bedeutet, dass mehrere SIM-Karten zu einem Anschluss gehören, etwa für ein Smartphone und ein weiteres Gerät. Solche Leistungen sind nützlich, wenn Sie sie wirklich brauchen. Vergleichen Sie ihren Preis mit dem einer einfachen Tariflösung.
Ein Business-Tarif ist nicht automatisch günstiger oder besser für die Kostenplanung. Stellen Sie die Grundgebühr, Laufzeit, Gerätezahlungen und möglichen Zusatzkosten gegenüber. Wenn Sie mehrere Anschlüsse für Beschäftigte oder Geräte benötigen, rechnen Sie die Gesamtkosten für alle SIM-Karten zusammen, statt nur den Preis eines einzelnen Anschlusses zu vergleichen.