Nutzen mehrere Familienmitglieder ein Smartphone, summieren sich Tarife, Gerätezahlungen und Zusatzkosten. Prüfen Sie, was jede Person braucht. Vergleichen Sie die Verträge anhand derselben Kostenposten.
Eine Zusatzkarte bündelt mehrere Rufnummern häufig auf einer Rechnung, ist aber nicht automatisch günstiger. Entscheidend sind die Gesamtkosten für Haupttarif, Geräte und mögliche Gebühren.
Tarife nach Verbrauch wählen
Wählen Sie den Tarif nach der tatsächlichen Nutzung der jeweiligen Person. Prüfen Sie für jede Person den mobilen Datenverbrauch der vergangenen Monate in den Smartphone-Einstellungen oder in der Anbieter-App. Wer unterwegs hauptsächlich Nachrichten schreibt und E-Mails liest, braucht weniger Datenvolumen als jemand, der regelmäßig Videos streamt.
Die Verbraucherzentrale nennt 2 bis 6 GB pro Monat als Orientierung für gelegentliches Surfen, Chatnachrichten und E-Mails. Das ist ein Richtwert, keine feste Vorgabe. Häufiges Streaming und viele Videos außerhalb des WLANs sprechen für ein größeres Paket. Wer fast nur telefoniert oder SMS schreibt, kommt möglicherweise ohne zusätzliches Datenvolumen aus.
Wählen Sie für geringe oder schwankende Nutzung ein kleines Paket oder prüfen Sie Prepaid. Bei regelmäßig hohem Verbrauch lohnt sich ein passendes größeres Datenpaket, wenn der Preis für ungenutztes Datenvolumen angemessen ist. Prüfen Sie auch, was passiert, wenn das Inklusivvolumen aufgebraucht ist: Eine Drosselung begrenzt die Geschwindigkeit; kostenpflichtige Nachbuchungen oder eine Datenautomatik können die Rechnung erhöhen.
Prepaid oder Vertrag
Prepaid begrenzt die Ausgaben, weil Guthaben vor der Nutzung aufgeladen wird. Ohne automatische Aufladung entstehen bei leerem Guthaben keine weiteren Kosten auf einer Monatsrechnung. Das kann für Kinder oder bei unregelmäßiger Nutzung passen. Geht das Guthaben aus, ist die Nutzung allerdings eingeschränkt, bis neues Guthaben verfügbar ist.
Ein Laufzeitvertrag bündelt die Kosten in einer regelmäßigen Abrechnung und kann ein Gerät einschließen. Dafür sind Sie bis zum Ende der vereinbarten Anfangslaufzeit an den Vertrag gebunden. Berechnen Sie die Gesamtkosten aus Monatspreis, Grundgebühr, Gerätepreis und einmaligen Kosten. Prüfen Sie außerdem, ob ein Rabatt später endet oder der Preis danach steigt.
Ein Paket für 8,99 Euro alle vier Wochen kostet bei 13 Abbuchungen im Jahr 116,87 Euro. Bei monatlicher Abrechnung wären es 107,88 Euro im Jahr. Dafür erhalten Sie beim Vier-Wochen-Paket ebenfalls 13-mal neues Datenvolumen. Achten Sie daher auf die genaue Angabe im Angebot.
Zusatzkarten durchrechnen
Zusatzkarten können die Verwaltung vereinfachen: Mehrere Rufnummern erscheinen dann oft auf einem Kundenkonto und einer Rechnung. Addieren Sie trotzdem die Kosten aller benötigten Anschlüsse für denselben Zeitraum. Beziehen Sie den Haupttarif, die Zusatzkarten und mögliche Anschlussgebühren ein. Eine günstige Zusatzkarte rechnet sich nicht automatisch, wenn dafür ein teurer Haupttarif nötig ist.
Als Preisbeispiel nannte Vodafone für seine FamilyCards eine Karte mit 5 GB für 9,99 Euro und eine mit 20 GB für 19,99 Euro pro Monat. Zusammen wären das 29,98 Euro monatlich oder 359,76 Euro im Jahr. In dieser Rechnung fehlen der Haupttarif, Geräte und mögliche einmalige Gebühren. Die Angebote und Bedingungen können sich ändern, daher sollten Sie den Preis vor dem Abschluss im Bestellprozess prüfen.
Wenn ein Gerät keine eigene Telefonnummer braucht, prüfen Sie, ob eine reine Datenkarte oder eine zusätzliche SIM für mehrere Geräte genügt. Eine weitere Leitung mit eigener Rufnummer ist dafür nicht immer erforderlich.
Budget sichtbar halten
Legen Sie zuerst fest, welchen Betrag der Haushalt monatlich für Mobilfunk ausgeben soll. Trennen Sie dabei feste Kosten von Ausgaben, die schwanken oder nur einmal anfallen. So erkennen Sie schneller, ob eine hohe Rechnung aus den Grundgebühren oder aus Zusatzkäufen stammt.
| Kostenart | Beispiele |
|---|---|
| Feste Kosten | Grundpreise, Zusatzkarten, Geräteraten, wiederkehrende Optionen |
| Einmalige oder variable Kosten | Anschlussgebühren, Daten-Nachbuchungen, Sonderrufnummern, Roaming außerhalb der Tarifbedingungen, Drittanbieterzahlungen |
Notieren Sie für jede Rufnummer in einer gemeinsamen Übersicht: Nutzer, Tarif, Datenvolumen, Grundpreis, Gerätekosten, Zusatzkosten bei Verbrauch, Laufzeit, Kündigungstermin und Rabattende. Ordnen Sie auch bei einer Sammelrechnung die Kosten jeder Leitung zu. So sehen Sie, welcher Tarif angepasst werden sollte.
Kinderkosten begrenzen
Vereinbaren Sie vorab, ob und bis zu welchem Betrag Kinder App-Käufe oder kostenpflichtige Zusatzpakete nutzen dürfen. Aktivieren Sie Datenwarnungen, sofern der Anbieter sie anbietet, und beschränken Sie automatische App-Aktualisierungen und Downloads möglichst auf WLAN.
Eine Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter blockiert Abrechnungen über die Handyrechnung. Sie sperrt jedoch nicht Zahlungen über ein App-Store-Konto oder eine dort hinterlegte Karte. Kontrollieren Sie daher auch die gespeicherten Zahlungsmethoden und die Einstellungen für Käufe auf dem Gerät.
Vertragsfristen im Kalender
In Deutschland darf die anfängliche Vertragslaufzeit höchstens 24 Monate betragen. Anbieter müssen außerdem einen Vertrag mit höchstens zwölf Monaten anfänglicher Laufzeit anbieten. Wenn sich der Vertrag nach der vereinbarten Laufzeit stillschweigend verlängert, können Sie ihn grundsätzlich mit einer Frist von einem Monat kündigen. Während der Anfangslaufzeit gelten die vereinbarten Bedingungen.
Tragen Sie Kündigungstermine und das Ende von Rabatten für jede Rufnummer in den Kalender ein. Die Vertragszusammenfassung muss Ihnen vor dem Abschluss vorliegen. Sie nennt unter anderem Preise, Leistungen, Laufzeit und Kündigungsbedingungen. Nutzen Sie sie, um Angebote nebeneinanderzulegen. Prüfen Sie außerdem die Netzabdeckung an den Orten, an denen die Familie das Handy tatsächlich nutzt.
Kontrollieren Sie die Verträge mindestens einmal im Jahr und zusätzlich bei einem Gerätewechsel oder einer Änderung des Datenverbrauchs. Wenn ein Kind 18 wird, prüfen Sie rechtzeitig, ob der Tarif weiter gilt oder sich der Preis verändert.