Datenvolumen

Handyvertrag für Navigation: Datenverbrauch von Google Maps & Co.

Wenn Sie Ihr Handy vor allem zur Navigation nutzen, reicht dafür meist ein überschaubares Datenvolumen. Wie viele Daten die Navigation pro Stunde verbraucht, hängt unter anderem davon ab, welche Strecke Sie fahren. Auch die geladenen Karten und aktuellen Verkehrsdaten spielen eine Rolle. Offline-Karten sparen mobile Daten und helfen bei schlechtem Empfang. Je nach App zeigen sie aber weniger aktuelle Informationen.

Achten Sie bei Ihrem Handyvertrag deshalb auf das Datenvolumen und den Empfang auf Ihren üblichen Strecken. Prüfen Sie, ob Ihr Anbieter dort Netz hat und ob Ihre Navigations-App offline weiterarbeitet.

Wie viel Datenvolumen Navigation braucht

Veröffentlichte Messungen zeigen einen niedrigen Datenverbrauch bei Navigations-Apps, doch die Werte unterscheiden sich stark. Ein allgemeiner Verbrauch pro Stunde lässt sich daraus nicht ableiten, denn die Messungen betreffen unterschiedliche Geräte, Strecken und Methoden.

Messung Ergebnis Einordnung
WhistleOut: Google Maps auf einem iPhone 7, zehn Fahrten, Sprachansage ausgeschaltet 0,73 MB je 20 Minuten, rechnerisch rund 2,2 MB je Stunde Testwert für die beschriebenen Fahrten, kein allgemeiner Stundenverbrauch
Stiftung Warentest: Google Maps bei einer Stadtfahrt über 11,5 Kilometer 7,0 MB Enthält Zieleingabe und Fahrt
COMPUTER BILD: veröffentlichte Orientierung für Google Maps 13 MB je 100 Kilometer und 4 bis 12 MB beim Start Die Messmethode ist in der Veröffentlichung weniger genau beschrieben

Da die Messungen unterschiedliche Nutzungen erfassen, lässt sich eine Stadtfahrt mit Zieleingabe nicht direkt mit einer längeren Fahrt vergleichen. Auch ein Stundenwert sagt wenig über Ihren Bedarf auf einer bestimmten Fahrt aus, wenn Angaben zu Strecke und Tempo fehlen.

Für die Wahl Ihres Tarifs ist Ihr eigener Verbrauch der beste Anhaltspunkt. Prüfen Sie nach einigen typischen Fahrten in den Handy-Einstellungen, wie viele mobile Daten die Navigations-App verbraucht hat. Wählen Sie den passenden Zeitraum aus und zählen Sie den Verbrauch anderer Apps nicht mit.

Was den Datenverbrauch beim Navigieren beeinflusst

Während der Fahrt lädt die App Karten und aktuelle Verkehrsdaten. Sie verbraucht mehr Daten, wenn sie beim Start oder beim Heranzoomen weitere Kartenausschnitte lädt. Wie viel das ausmacht, hängt von Ihrer Nutzung ab. Einheitliche Messwerte für Kartenansichten und Live-Funktionen gibt es nicht.

Der Datenverbrauch lässt sich auch zwischen Apps nicht pauschal vergleichen. In einem WhistleOut-Test verbrauchte Waze weniger Daten als Google Maps. Laut Waze hängt der Verbrauch unter anderem davon ab, welche Route Sie fahren und wie die Verkehrslage ist. Auch Meldungen spielen eine Rolle. Das Testergebnis gilt für die Bedingungen im Test und sagt wenig über andere Fahrten aus.

Wann Offline-Karten helfen

Laden Sie die Karten vor der Fahrt über WLAN herunter, wenn Sie durch Gegenden mit schlechtem Empfang fahren oder mobile Daten sparen möchten. Prüfen Sie, ob die gespeicherte Karte die ganze Route abdeckt, und aktualisieren Sie sie vor der Fahrt. Die Kartendateien belegen Speicherplatz auf Ihrem Handy.

Bei langsamer oder fehlender Verbindung nutzt Google Maps eine gespeicherte Karte für die Navigation im Auto. Dafür muss die ganze Route im heruntergeladenen Gebiet liegen. Ohne Internetverbindung zeigt Google keine aktuellen Verkehrsinformationen oder alternativen Autorouten an. Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Fahrrad- und Fußwegen sind laut Google ebenfalls nicht offline verfügbar.

Apple Karten bietet Offline-Karten ab iOS 17 in den verfügbaren Regionen. Dort können Sie die Karten auch ohne Mobilfunkverbindung zur Navigation nutzen. Die angezeigte Dateigröße zeigt, wie viel Speicherplatz die Karte braucht. Waze benötigt für Routenplanung und Navigation eine aktive Datenverbindung; ohne sie lassen sich diese Funktionen nicht nutzen.

Empfang entlang der Route prüfen

Bundesweite Abdeckungswerte zeigen nicht, wie gut der Empfang auf Ihrer Strecke ist. Für Juni 2026 meldet die Bundesnetzagentur eine 4G-Versorgung auf 97,8 Prozent und eine 5G-Versorgung auf 96,2 Prozent der Fläche. In beiden Fällen muss mindestens ein Netzbetreiber die Fläche versorgen. Die Werte gelten nicht für jeden Anbieter und jeden Streckenabschnitt.

Prüfen Sie deshalb auf der Abdeckungskarte Ihres Anbieters, wie der Empfang entlang Ihrer üblichen Strecke aussieht. Die Karten der Bundesnetzagentur zeigen die vorausgesagte Versorgung im Freien. Gebäude und Wärmeschutzverglasung verschlechtern den Empfang vor Ort. In Tälern und dichten Wäldern ist er ebenfalls schlechter. Auch innerhalb eines Kartenrasters kann die tatsächliche Verbindung schwanken.

Wenn es auf Ihrer Route Funklöcher gibt, laden Sie eine Offline-Karte des Gebiets herunter. Testen Sie vor der Abfahrt, ob die App damit navigieren kann. Für aktuelle Staus und Umleitungen brauchen Sie weiterhin eine mobile Verbindung.