Datenvolumen

Handyvertrag für Messenger-Nutzer: Wie viel Datenvolumen reicht?

Wie viele mobile Daten Sie brauchen, hängt davon ab, was Sie im Messenger tun: nur schreiben oder auch viele Fotos und Videos austauschen und Videoanrufe führen. Textnachrichten verbrauchen wenig Daten; regelmäßige Videoanrufe können mehrere Gigabyte im Monat kosten.

Für die Tarifwahl kommt es deshalb darauf an, wie viele Texte, Sprachnachrichten, Fotos und Videos Sie senden und wie lange Sie telefonieren – nicht darauf, wie viele Nachrichten Sie schreiben. Messen Sie Ihren Mobilfunkverbrauch über mehrere Wochen und rechnen Sie den Verbrauch anderer Apps mit ein.

Was jede Messenger-Funktion verbraucht

Die folgenden Werte sind Richtwerte. App, Dateiqualität und Verbindung beeinflussen den tatsächlichen Verbrauch.

Nutzung Grober Richtwert Was das für Ihren Tarif bedeutet
Textnachricht etwa 10 Kilobyte pro Nachricht Auch viele Nachrichten fallen gegenüber Medien meist wenig ins Gewicht.
Sprachnachricht etwa 0,2 bis 0,5 Megabyte pro Minute Die Schätzung ist unsicherer als bei Anrufen, weil keine aktuelle, verbindliche Angabe für WhatsApp vorliegt.
Foto etwa 0,1 bis 1 Megabyte, bei hochauflösenden Bildern auch mehr Auflösung und Komprimierung verändern die Dateigröße. Ein 12-Megapixel-Foto kann beispielsweise etwa 2 bis 4,5 Megabyte groß sein.
Videodatei häufig mehrere Megabyte; ein kurzer Clip kann etwa 2 bis 10 Megabyte umfassen Länge und Bildqualität bestimmen den Verbrauch. Ein zweiminütiges Video in niedriger Auflösung kann bereits etwa 16 Megabyte groß sein.
Sprachanruf ungefähr 0,4 bis 1 Megabyte pro Minute Für eine grobe Planung rechnen Sie besser mit der oberen Grenze, besonders bei schlechter Netzqualität.
Videoanruf ungefähr 4 bis 8 Megabyte pro Minute Regelmäßige Gespräche summieren sich schnell auf mehrere Gigabyte.

Eine Sprachnachricht ist eine Audiodatei, die Sie aufnehmen und später senden oder anhören. Beim Sprachanruf werden dagegen fortlaufend Sprachdaten übertragen. Bei einem Videoanruf kommen zusätzlich laufende Bilddaten hinzu. Ein verschicktes Video ist wiederum eine Datei: Für den Verbrauch zählt vor allem ihre Größe.

Auch empfangene Medien zählen. Lädt der Messenger Fotos oder Videos automatisch über das Mobilfunknetz herunter, verbrauchen sie Daten, selbst wenn Sie die Datei nicht ausdrücklich öffnen. Wenn Sie Dateien senden, verbraucht das Hochladen ebenfalls Datenvolumen.

Messenger-Verbrauch pro Monat berechnen

Multiplizieren Sie die monatlichen Gesprächsminuten mit dem passenden Richtwert. Bei 15 Minuten Videoanruf täglich kommen Sie in 30 Tagen auf 450 Minuten. Mit etwa 4 bis 8 Megabyte pro Minute ergibt das rund 1,8 bis 3,6 Gigabyte allein für Videoanrufe.

Bei Sprachanrufen fällt die Rechnung niedriger aus: 30 Minuten täglich entsprechen 900 Minuten im Monat. Mit 0,4 bis 1 Megabyte pro Minute sind das grob 360 bis 900 Megabyte. Für Sprachnachrichten können Sie die gesamte Sprechzeit ebenfalls mit einem Richtwert pro Minute multiplizieren; wegen der unsicheren Schätzung sollten Sie das Ergebnis nur als Näherung behandeln.

Bei Fotos und Videos rechnen Sie am besten mit der tatsächlichen Dateigröße. Prüfen Sie bei einigen typischen Dateien auf Ihrem Handy die Größe und schätzen Sie, wie viele Sie im Monat senden und empfangen. Addieren Sie anschließend den Verbrauch für Telefonate und Dateien, nachdem Sie alle Werte in dieselbe Einheit umgerechnet haben.

Die passende Tarifgröße wählen

Schreiben Sie überwiegend Text und nutzen Sie Medien selten, bleibt der Messenger-Verbrauch meist überschaubar. Für die Tarifgröße zählt auch, was Sie außerhalb des Messengers mobil erledigen: Surfen, Navigation, Musik und App-Aktualisierungen kommen hinzu. Die Verbraucherzentrale nennt für gelegentliches Surfen sowie Chat- und E-Mail-Nutzung unterwegs eine Größenordnung von 2 bis 6 Gigabyte im Monat. Häufige Videoanrufe sind darin nicht als eigener Bedarf berücksichtigt.

Nutzen Sie regelmäßig Fotos und Sprachnachrichten, bestimmen Zahl und Größe der Dateien den zusätzlichen Verbrauch. Bei häufigen Videoanrufen sollten Sie die Minuten besonders genau einrechnen: Schon 15 Minuten täglich können nach den genannten Richtwerten 1,8 bis 3,6 Gigabyte im Monat ausmachen. Wählen Sie einen Tarif, der neben diesem Bedarf auch Ihre übrige mobile Nutzung abdeckt und etwas Spielraum für schwankende Monate lässt.

Verbrauch messen und senken

Die Datenanzeige auf Ihrem Handy oder die Verbrauchsübersicht Ihres Anbieters zeigt, wie viele Daten Sie tatsächlich über das Mobilfunknetz verbraucht haben. Beobachten Sie den Wert über mehrere Wochen und vergleichen Sie ihn mit der Abrechnung für den ganzen Monat. Prüfen Sie dabei, ob das Handy den Zeitraum passend zum Abrechnungsmonat erfasst.

WhatsApp zeigt auch, wie viele Daten der Messenger verbraucht hat. Diese Anzeige unterscheidet jedoch nicht zwingend zwischen WLAN und Mobilfunk. Für die Tarifwahl ist daher die Mobilfunkanzeige des Handys oder des Anbieters entscheidender. Berücksichtigen Sie dabei auch Daten, die andere Apps im Hintergrund übertragen.

Um den Verbrauch zu senken, beschränken Sie automatische Medien-Downloads auf WLAN oder laden Sie größere Dateien nur bei einer WLAN-Verbindung herunter. Prüfen Sie auch, ob Ihr Handy bei schwachem WLAN automatisch auf Mobilfunk umschaltet. WLAN entlastet das Mobilfunk-Datenvolumen, solange die Verbindung tatsächlich aktiv bleibt. Die Namen und verfügbaren Optionen unterscheiden sich je nach Messenger und Handy.