Datenvolumen

Streaming unterwegs: Welcher Handyvertrag passt für Video und Musik?

Wie viel Datenvolumen Sie brauchen, hängt davon ab, wie lange Sie unterwegs Musik, Podcasts und Serien streamen und welche Qualität Sie wählen. Audio verbraucht meist nur einige Dutzend Megabyte pro Stunde. Videos benötigen je nach Bildqualität ein Vielfaches davon. Das Inklusivvolumen ist die mobile Datenmenge, die pro Monat im Tarif enthalten ist.

Für Musik und Podcasts reicht oft ein kleines Datenpaket, wenn Sie unterwegs wenig Videos streamen. Wer regelmäßig Serien in HD über Mobilfunk schaut, braucht deutlich mehr Volumen oder lädt Folgen vorher über WLAN herunter. Eine pauschale Gigabyte-Empfehlung gibt es nicht.

Datenverbrauch von Audio und Video

Spotify nennt für Musik je nach Qualität ungefähre Bitraten. Eine Bitrate beschreibt, wie viele Daten pro Sekunde übertragen werden. Aus diesen Angaben lässt sich der Verbrauch pro Stunde überschlagen. Netflix nennt Richtwerte für verschiedene Videoqualitäten. Wie viele Daten ein Video tatsächlich verbraucht, hängt auch davon ab, was Sie ansehen und welche Einstellung Sie wählen.

Nutzung Richtwert pro Stunde
Spotify-Musik bei 96 kbit/s etwa 43 MB
Spotify-Musik bei 160 kbit/s etwa 72 MB
Spotify-Musik bei 320 kbit/s etwa 144 MB
Spotify-Podcast bei etwa 96 kbit/s etwa 43 MB
Netflix, niedrige Qualität bis zu 0,3 GB
Netflix, mittlere Qualität bis zu 0,7 GB
Netflix, hohe Qualität in SD bis zu 1 GB
Netflix, hohe Qualität in HD bis zu 3 GB
Netflix, hohe Qualität in Ultra-HD bis zu 7 GB

Die Musikwerte sind aus den angegebenen Bitraten berechnet und daher Näherungen. Bei Netflix handelt es sich um Höchstwerte für die jeweiligen Qualitätsstufen. Die Angaben von Netflix für die mobile Einstellung unterscheiden sich teilweise davon: Im Modus „Daten sparen“ nennt der Dienst etwa sechs Stunden pro Gigabyte, bei automatischer Einstellung etwa vier Stunden. Der tatsächliche Verbrauch richtet sich nach der Wiedergabe.

Bei gleicher Streamingzeit kann HD-Video ein Vielfaches an Daten wie Musik verbrauchen.

Streaming-Datenbedarf abschätzen

Notieren Sie, wie lange Sie unterwegs Audio und Video streamen, multiplizieren Sie die Zeiten mit den passenden Stundenwerten aus der Tabelle und addieren Sie die Ergebnisse. Zwei Stunden Musik täglich bei normaler Qualität ergeben zum Beispiel rund 2,6 GB im Monat. Kommen regelmäßig Serien in HD dazu, steigt der Bedarf schnell um mehrere Dutzend Gigabyte.

Prüfen Sie in den Einstellungen Ihres Smartphones, wie viele mobile Daten Sie verbrauchen. Achten Sie darauf, dass der angezeigte Zeitraum mit dem Abrechnungszeitraum Ihres Vertrags übereinstimmt, und prüfen Sie, welche Apps die meisten Daten verbrauchen. Auch Hintergrundaktualisierungen und Downloads zählen zum Datenverbrauch. Dasselbe gilt für die Nutzung des Smartphones als Hotspot.

Der Durchschnitt hilft nur bei der groben Einordnung. In Deutschland lag die Nutzung 2024 bei 7,4 GB pro aktivem SIM-Profil und Monat. Dieser Wert umfasst viele Nutzungsarten und sagt wenig darüber aus, ob Ihr Tarif für regelmäßiges Video-Streaming reicht.

Streaming-Daten sparen

Bei Video senkt eine niedrigere Bildqualität den Verbrauch am stärksten. Netflix bietet Einstellungen wie „Daten sparen“ oder „Nur WLAN“. YouTube stellt neben der automatischen Anpassung auch eine Option für geringeren Datenverbrauch bereit. Eine niedrigere Qualität spart Daten, das Bild wirkt dabei jedoch weniger scharf. Wenn Sie auf dem kleinen Smartphone-Bildschirm schauen, reicht sie für viele Situationen aus.

Auch bei Musik lässt sich die Qualität in Spotify einstellen. Eine niedrigere Stufe überträgt weniger Daten; bei Podcasts kann die Qualität auf Mobilgeräten laut Spotify von etwa 96 auf etwa 24 kbit/s sinken. Hören Sie einen Video-Podcast, aktivieren Sie nach Möglichkeit die Wiedergabe nur des Tons. So wird das Bild nicht zusätzlich über Mobilfunk übertragen.

Laden Sie Musik, Podcasts oder Folgen vor der Fahrt über WLAN herunter, sofern der Dienst Offline-Wiedergabe anbietet. Prüfen Sie dabei, ob die App Downloads auf WLAN beschränkt. Automatische Wiedergabe lässt sich ebenfalls abschalten, damit nach einer Folge oder einem Titel nicht ungeplant weitere Inhalte starten. Stellen Sie außerdem ein, dass App-Updates und Synchronisierungen nur über WLAN laufen.

Wann sich mehr Datenvolumen lohnt

Ein größerer Tarif lohnt sich vor allem, wenn Sie regelmäßig mehrere Stunden Video über Mobilfunk schauen. Das gilt auch, wenn Sie die Qualität auf HD eingestellt lassen oder das Smartphone als Hotspot für andere Geräte nutzen. Auch Video-Podcasts verbrauchen mehr als reine Audio-Podcasts. Wenn Ihr Inklusivvolumen wiederholt vor Monatsende knapp wird, prüfen Sie zuerst die App-Einstellungen und Ihre mobilen Datenstatistiken. Bleibt der Bedarf hoch, vergleichen Sie ein größeres Paket mit einem Tarif ohne festes Datenlimit.

Unbegrenztes Datenvolumen ist besonders dann eine Option, wenn Ihr Videoverbrauch hoch und schwer planbar ist. Lesen Sie trotzdem die Vertragsbedingungen: Entscheidend sind die Regeln zur Geschwindigkeit, mögliche Einschränkungen und das nutzbare Volumen im Ausland. Bei einem begrenzten Tarif sollten Sie wissen, ob nach Verbrauch gedrosselt wird oder kostenpflichtige Datenpakete gebucht werden. Prüfen Sie, ob eine Nachbuchung Ihre Zustimmung erfordert.

Netzqualität am Wohnort und unterwegs

Datenvolumen und Empfang sind zwei verschiedene Dinge. Ein großes Paket sorgt nicht für besseren Empfang. Wenn die Verbindung an Ihrem Wohnort, auf dem Arbeitsweg oder in der Bahn instabil ist, stockt die Wiedergabe trotz ausreichend Daten.

Die Mobilfunkkarte der Bundesnetzagentur zeigt, wo im Freien Mobilfunkversorgung zu erwarten ist. Der Empfang in Gebäuden kann davon abweichen. Die Verbindung hängt außerdem vom Smartphone und davon ab, wie stark das Netz vor Ort ausgelastet ist. Prüfen Sie deshalb besonders die Orte, an denen Sie regelmäßig streamen, und verlassen Sie sich nicht allein auf die Anzeige „5G“ oder eine Netzkarte.

Kosten und Roaming prüfen

Vergleichen Sie neben dem monatlichen Preis das enthaltene Datenvolumen, die im Vertrag genannten Datenübertragungsgeschwindigkeiten und die Bedingungen nach Verbrauch des Pakets. Im Produktinformationsblatt und im Vertrag finden Sie die maßgeblichen Angaben. Achten Sie besonders darauf, ob zusätzliche Daten automatisch gebucht werden, was manuelle Nachbuchungen kosten und für welchen Zeitraum das Volumen gilt.

Innerhalb der EU gilt grundsätzlich „Roam like at home“: Sie nutzen Ihren Inlandstarif zu gleichen Preisen und Bedingungen. Bei offenen oder unbegrenzten Tarifen kann der Anbieter für das EU-Roaming dennoch eine eigene Datenobergrenze festlegen. Außerhalb der EU können andere Kosten entstehen. Prüfen Sie daher vor einer Reise die Roaming-Regeln Ihres Vertrags.