Wer einen neuen Mobilfunkvertrag samt aktuellem Smartphone abschließen möchte, sollte nicht nur auf die Monatsrate achten. Der günstigste Tarif ist nicht automatisch das beste Angebot. Ein neues Handy zum Nulltarif ist meist mit versteckten Kosten verbunden. Entscheidend sind das eigene Nutzungsverhalten und die Gesamtkosten über die gesamte Vertragslaufzeit.
Eigenes Nutzungsverhalten einschätzen
Bevor Sie Tarife vergleichen, klären Sie, wie viel Datenvolumen Sie tatsächlich im Monat verbrauchen und wie oft Sie telefonieren. Wer nur gelegentlich telefoniert und hauptsächlich erreichbar sein will, braucht keine Allnet-Flat mit unbegrenzten Gesprächsminuten. Eine solche Flat kostet meist deutlich mehr als ein Tarif mit begrenztem Minutenkontingent. Umgekehrt lohnt sich eine Flat mit hohem Datenvolumen für alle, die regelmäßig streamen, navigieren oder unterwegs arbeiten.
Schauen Sie in die Verbrauchsübersicht Ihres aktuellen Vertrags oder in die Einstellungen Ihres Smartphones. Dort sehen Sie, wie viele Gigabyte Sie in den letzten Monaten genutzt haben. Planen Sie etwas Puffer ein, aber übertreiben Sie es nicht. Ein Tarif mit sehr hohem Datenvolumen bringt nichts, wenn Sie im Monat nur wenig verbrauchen, und kostet unnötig Geld.
Gesamtkosten berechnen, nicht nur die Monatsrate
Der häufigste Denkfehler bei Handyverträgen mit Smartphone ist, nur auf die beworbene Monatsrate zu schauen. Ein Angebot mit 11,99 Euro im Monat klingt günstig, aber entscheidend ist die Summe über die gesamte Laufzeit. Multiplizieren Sie die Monatsrate mit der Vertragslaufzeit und addieren Sie eine mögliche Anschlussgebühr sowie den Gerätepreis, falls Sie das Gerät nicht in Raten zahlen. Erst diese Gesamtsumme erlaubt einen ehrlichen Vergleich mit einem anderen Angebot.
Ein Beispiel: Ein Tarif mit hohem Datenvolumen, Telefonflat in alle deutschen Netze, SMS-Flat und EU-Roaming wird auf Vergleichsportalen oft zu einem günstigen Monatspreis angeboten, der deutlich unter dem üblichen Preis liegt. Über die Vertragslaufzeit sparen Sie dabei eine erhebliche Summe. Aber prüfen Sie, ob der Preis nach der ersten Vertragsperiode steigt und ob das Smartphone im Paket enthalten ist oder separat berechnet wird. Manche Anbieter locken mit einem niedrigen Einstiegspreis und verlangen danach den vollen Tarifpreis.
Laufzeit, Kündigung und Drosselung prüfen
Die meisten Verträge haben eine längere Laufzeit, einige auch eine kürzere. Eine kürzere Laufzeit gibt Ihnen Flexibilität, kostet aber oft einen höheren Monatspreis. Prüfen Sie außerdem die Kündigungsfrist, die in der Regel drei Monate vor Vertragsende liegt. Wer die Frist verpasst, verlängert den Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr.
Achten Sie auch auf die Drosselung des Datenvolumens. Viele Tarife reduzieren die Geschwindigkeit nach Erreichen des Datenkontingents auf ein Minimum, sodass Surfen kaum noch möglich ist. Fragen Sie nach, ob Ihr Tarif drosselt und ab welcher Menge. EU-Roaming ist inzwischen Standard, aber außerhalb der EU gelten andere Konditionen. Wenn Sie regelmäßig in die Schweiz oder nach Großbritannien reisen, prüfen Sie die Roaming-Gebühren für diese Länder gesondert.
Sparmomente und Refurbished-Geräte nutzen
Der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses beeinflusst den Preis stärker als viele denken. Im November, rund um Black Week und Cyberweek, sind nach Angaben von Preisvergleichsportalen zwei Drittel der Produkte günstiger als noch im Oktober. Auch vor Weihnachten und zu besonderen Aktionen wie dem Singles’ Day senken Anbieter ihre Preise. Wer nicht sofort ein neues Gerät braucht, kann mit dem Abschluss ein paar Wochen warten und spart dabei oft mehrere hundert Euro.
Eine weitere Möglichkeit, Geld zu sparen, sind generalüberholte Smartphones, sogenannte Refurbished-Geräte. Die Geräte sind gebraucht, wurden aber geprüft und technisch aufbereitet. Sie kosten deutlich weniger als Neugeräte und sind für viele Nutzer eine sinnvolle Alternative, wenn das neueste Modell nicht unbedingt sein muss. Die Stiftung Warentest testet regelmäßig Smartphones in allen Preisklassen und zeigt, dass gute Geräte bereits für unter 200 Euro erhältlich sind. Ein teures Top-Modell ist also keine Voraussetzung für ein zuverlässiges Handy.
Vergleichsportale und Anbieter kritisch prüfen
Vergleichsportale sind eine gute erste Anlaufstelle, aber sie zeigen nicht immer das günstigste Angebot. Manche Portale arbeiten mit Provisionen und listen bevorzugt Tarife bestimmter Anbieter. Prüfen Sie daher mehrere Portale und vergleichen Sie die Konditionen direkt bei den Netzbetreibern. Achten Sie dabei auf die beworbene Monatsrate, die Gesamtkosten und darauf, ob das Smartphone im Paket enthalten ist oder separat berechnet wird.
Ein Vergleichsportal wirbt mit einem iPhone 18 Pro für 9,99 Euro im Monat. Dieser Preis gilt jedoch nur in Verbindung mit einem bestimmten Tarif, einer langen Laufzeit und oft einer Anzahlung. Rechnen Sie die Gesamtkosten aus, bevor Sie sich auf ein solches Angebot einlassen. Wenn Sie den Tarif ohnehin brauchen, kann sich das Paket lohnen. Wenn Sie das Smartphone nur wegen des günstigen Preises wollen, zahlen Sie am Ende mehr als bei einem separaten Kauf.