Ein zweites Smartphone zu Hause ist für schnelle Anrufe in der Küche da, als Ersatz für das leere Hauptgerät oder als erstes Handy der Kinder. Es ist selten unterwegs und braucht deshalb keinen großen Datentarif. Für ein Gerät, das überwiegend im WLAN hängt, ist Prepaid meist die günstigste Wahl: Sie geben nur aus, was Sie vorher aufladen, und bleiben ohne Vertragsbindung. Entscheidend ist, wie viel mobiles Datenvolumen Sie tatsächlich nutzen.
Datenvolumen richtig einschätzen
Bei der Tarifwahl zählt vor allem das Datenvolumen. Ein Zweithandy zu Hause hängt die meiste Zeit am WLAN und nutzt mobiles Internet nur dann, wenn Sie unterwegs sind oder das WLAN ausfällt. Für Notfälle brauchen Sie ohnehin keinen Tarif: In Deutschland funktionieren die Notrufnummern auch ohne SIM-Karte, solange ein Mobilfunknetz erreichbar ist. Ein reines Notfalltelefon braucht daher nur das kleinste verfügbare Paket.
Schätzen Sie ab, wie viel Sie pro Monat außerhalb des WLANs telefonieren und surfen. Wer nur gelegentlich anruft und ein paar Nachrichten schreibt, kommt mit ein bis zwei Gigabyte aus. Wer unterwegs Musik streamt oder Videos schaut, braucht deutlich mehr. Diese Einschätzung entscheidet, ob ein kleines Prepaid-Paket reicht oder ob ein größerer Tarif sinnvoll ist. Die richtige Wahl spart je nach Nutzung 100 bis 200 Euro im Jahr.
Prepaid oder Vertrag
Bei Prepaid-Tarifen laden Sie vorab Guthaben auf und können nur diesen Betrag ausgeben. Es gibt keine monatliche Rechnung und keine Mindestlaufzeit. Viele Prepaid-Tarife enthalten inzwischen eine Allnet-Flat, also unbegrenzte Gespräche und SMS in deutsche Netze, zusätzlich zu einem Datenvolumen. Prepaid ist heute nicht mehr schlechter als ein Vertrag. Beide Varianten haben sich stark angenähert.
Ein Vertrag mit Laufzeit lohnt sich vor allem, wenn Sie viel Datenvolumen brauchen, ein neues Smartphone zum vergünstigten Preis möchten oder Zusatzleistungen wie eine Multi-SIM für die Smartwatch nutzen wollen. Verträge mit 24 Monaten Laufzeit sind oft günstiger als vergleichbare Prepaid-Pakete, dafür binden Sie sich lange. Für ein Zweithandy, das nur zu Hause liegt, ist diese Bindung meist unnötig.
Die Entscheidung folgt einer einfachen Regel:
- Prepaid passt, wenn Sie wenig Daten nutzen, volle Kostenkontrolle wollen, kein neues Smartphone brauchen oder eine erste SIM für Kinder oder Senioren suchen.
- Ein Vertrag passt, wenn Sie viel Datenvolumen brauchen, ein neues Smartphone möchten, eine Multi-SIM für eine Smartwatch benötigen oder Familien- und Bündelvorteile nutzen wollen.
Zum Vergleich: Ja!Mobil bietet im Telekom-Netz ein Prepaid-Paket mit 25 Gigabyte für 9,77 Euro im Monat. Otelo bietet im Vodafone-Netz ein Paket mit 2 Gigabyte für 5,38 Euro. Bei den Verträgen gibt es zum Beispiel die Allnet-Flat von Yourfone mit 20 Gigabyte für 6,99 Euro oder mit 10 Gigabyte für 5,99 Euro im 1&1-Netz. Beide haben 24 Monate Mindestlaufzeit. Die günstigen Vertragspreise gelten also nur, wenn Sie sich lange binden.
Mini-Tarife und flexible Verträge
Neben den klassischen Prepaid-Paketen und den langen Verträgen gibt es zwei Zwischenlösungen. Mini-Tarife sind kleine Prepaid-Pakete mit wenig Datenvolumen, meist zwischen einem und fünf Gigabyte, die für ein Zweithandy zu Hause oft völlig ausreichen. Sie kosten entsprechend wenig und lassen sich bei Bedarf aufladen oder wechseln.
Verträge ohne Mindestlaufzeit sind die flexible Alternative: Sie zahlen monatlich, können aber jederzeit kündigen. Diese Flexibilität hat ihren Preis, denn Anbieter verlangen für monatlich kündbare Tarife in der Regel etwas mehr als für dieselbe Datenmenge mit langer Bindung. Solche Tarife lohnen sich, wenn Sie absehen, dass Sie in einigen Monaten mehr Daten brauchen werden, oder wenn Sie das Netz erst testen möchten, bevor Sie sich festlegen.
Sie müssen für das Zweithandy nicht zu den großen Marken wie Telekom, Vodafone, 1&1 oder O2 gehen. Mobilfunk-Discounter nutzen dieselben Netze und bieten die Tarife oft günstiger an. Die Preise und Konditionen ändern sich regelmäßig, ein Vergleich lohnt sich daher vor dem Abschluss.