Unterwegs und Ausland

Handy nutzen in der Schweiz und außerhalb der EU

Bei einem deutschen Handyvertrag richten sich die Roamingkosten für die Schweiz und andere Länder außerhalb der EU nach Ihrem Anbieter. Auch Ihr Tarif und Ihr Reiseziel spielen eine Rolle. Beim Roaming bucht sich Ihr Handy in ein ausländisches Mobilfunknetz ein; außerhalb der EU gelten dafür keine einheitlichen Preise. Prüfen Sie vor der Reise die Konditionen für Ihr Zielland und schalten Sie mobile Daten aus, wenn Sie kein passendes Paket gebucht haben.

Schweiz im deutschen Roamingtarif

Die Schweiz gehört nicht zur EU-Roamingregelung. Einige Mobilfunktarife schließen sie trotzdem ein oder behandeln sie wie das Inland. Das hängt vom Anbieter ab und gilt nicht automatisch für andere Tarife oder Länder außerhalb der EU. Auch innerhalb desselben Vertrags können für Daten, Anrufe und SMS unterschiedliche Bedingungen gelten.

Prüfen Sie in den Tarifdetails, ob die Schweiz ausdrücklich eingeschlossen ist und wie viel Datenvolumen dort zur Verfügung steht. Wer mit einer Schweizer SIM-Karte reist, muss stattdessen die Roamingbedingungen des Schweizer Anbieters beachten. Die Regeln für deutsche Verträge lassen sich nicht einfach auf Schweizer Verträge übertragen.

Preise für jedes Zielland prüfen

Außerhalb der EU können mobile Daten zusätzliche Kosten verursachen. Auch ausgehende und eingehende Anrufe sowie SMS können extra kosten. Die Anbieter teilen Länder in Preiszonen ein. Der Name einer Zone oder eines Pakets sagt daher noch nicht, ob Ihr Reiseland eingeschlossen ist.

Suchen Sie vor der Abreise in der Preisliste Ihres Anbieters nach dem konkreten Land. Klären Sie außerdem, ob Ihr Anbieter Roaming für Ihren Vertrag freischalten muss und ob dort eine Kostenbegrenzung greift. Außerhalb der EU kann eine Grenze für Datenkosten fehlen, wenn der ausländische Netzbetreiber die Nutzung nicht rechtzeitig übermittelt. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf eine Kostenbegrenzung, die weltweit gilt.

Auch Mailbox und Rufumleitungen können Kosten verursachen. Prüfen Sie vor der Reise, ob Anrufe weitergeleitet werden und welche Gebühren für das Abhören der Mailbox im Ausland gelten.

Datenpakete richtig vergleichen

Mit einem Datenpaket kaufen Sie ein bestimmtes Datenvolumen zu einem festen Preis. Das macht die Kosten besser planbar als die Abrechnung nach dem Standardtarif. Entscheidend sind jedoch die Bedingungen: Das Zielland muss eingeschlossen sein, und Sie sollten wissen, wann die Gültigkeit beginnt und was nach Verbrauch des Volumens passiert.

Achten Sie vor dem Kauf besonders darauf, ob das Paket nur Daten oder auch Telefonie und SMS enthält. Prüfen Sie außerdem, ob Anrufe ins Heimatland und Ortsgespräche abgedeckt sind. Klären Sie auch, ob eingehende Anrufe im Paket enthalten sind. Manche Optionen enden nach einer bestimmten Zeit oder verlängern sich automatisch; ungenutztes Volumen kann verfallen.

Die Preisunterschiede zwischen Ländern können groß sein. Bei Swisscom werden je nach Länderzone unterschiedliche Datenpakete angeboten. Die Konditionen gelten für Swisscom-Kundinnen und -Kunden und zeigen nicht, was ein deutscher Tarif oder ein anderer Schweizer Anbieter berechnet.

SIM-Karte, eSIM und WLAN nutzen

Bei einem längeren Aufenthalt kann eine SIM-Karte eines Anbieters vor Ort eine Alternative sein. Vergleichen Sie deren Preis und enthaltenes Datenvolumen mit dem Roamingpaket Ihres Heimatanbieters. Eine Reise-eSIM ist eine digitale SIM-Karte, die Sie ohne Plastikkarte einrichten. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ihr Handy eSIM unterstützt, entsperrt ist und das Angebot im Reiseland funktioniert. Manche Angebote enthalten nur Daten und keine Telefonnummer für normale Anrufe.

WLAN und Offline-Inhalte senken den mobilen Datenverbrauch. Laden Sie Karten, Tickets und wichtige Dateien vor der Abreise herunter. Begrenzen Sie automatische Updates und Cloud-Sicherungen, damit sie nicht unbemerkt über das Mobilfunknetz laufen. Bei Telefonaten über einen Messenger nutzen Sie WLAN oder mobile Daten. WLAN-Telefonie des Mobilfunkanbieters, auch VoWiFi genannt, wird dagegen nach den Bedingungen des Mobilfunkanbieters abgerechnet und kann zusätzliche Kosten verursachen.

Roamingkosten vor Ort begrenzen

Wenn Sie kein passendes Roamingpaket nutzen, schalten Sie mobile Daten und Datenroaming aus. Kontrollieren Sie den Verbrauch über die App oder das Kundenportal Ihres Anbieters. In Grenzgebieten kann sich das Handy in ein ausländisches Netz einbuchen, auch wenn Sie sich noch im Nachbarland befinden. Beobachten Sie die Netzanzeige und wählen Sie bei Bedarf manuell ein geeignetes Netz. Das kann allerdings die Verbindung oder Netzabdeckung einschränken.

Auf Schiffen und in Flugzeugen gelten oft andere Bedingungen als in Mobilfunknetzen an Land. Das Handy kann sich dort mit einem satellitengestützten Bordnetz verbinden, für das besondere Preise gelten. Schalten Sie Roaming aus, wenn Sie dieses Netz nicht nutzen möchten.

Roamingregeln für Schweizer Verträge

Für Schweizer Kundinnen und Kunden gelten zusätzliche Regeln des Schweizer Rechts. Schweizer Anbieter müssen Telefonate sekundengenau und Daten kilobytegenau abrechnen. Bei Vertragsabschluss wird außerdem eine Roaming-Kostenlimite festgelegt, die Bestandskundinnen und Bestandskunden anpassen können. Gekaufte Roamingoptionen dürfen zwölf Monate nicht verfallen. Sie können den Startzeitpunkt frei wählen.

Diese Vorgaben gelten für Schweizer Verträge. Sie sichern Reisende mit einem deutschen Mobilfunkvertrag nicht automatisch ab. Auch bei Schweizer SIM-Karten kann in Grenzregionen unbeabsichtigtes Roaming entstehen, wenn das Handy ein ausländisches Netz erreicht.