Wenn Sie in der Großstadt oft mobil ins Internet gehen, brauchen Sie an den Orten Empfang, an denen Sie regelmäßig sind. Ihr Datenvolumen sollte zu Ihrer Nutzung passen. Ein 5G-Symbol oder ein großes Datenpaket zeigt nicht, ob der Tarif im Altbau, in der U-Bahn oder auf dem Arbeitsweg funktioniert.
Prüfen Sie zuerst den Empfang zu Hause und am Arbeitsplatz. Beziehen Sie auch regelmäßig genutzte Haltestellen ein. Sehen Sie dann nach, wie viele Daten Sie bisher verbrauchen, und schätzen Sie so Ihren Bedarf. Kurze Wege senken den Datenverbrauch nicht automatisch. Entscheidend ist, was Sie unterwegs mit dem Smartphone tun.
Prüfen Sie das Netz an Ihren Orten
Mit der Mobilfunkkarte der Bundesnetzagentur können Sie die Anbieter vergleichen. Sie zeigt, wie gut der Empfang im Freien voraussichtlich ist, getrennt nach Mobilfunktechnik wie 4G und 5G. Die Karte teilt Deutschland in Felder von 100 mal 100 Metern ein. Sie sagt jedoch nicht sicher voraus, ob Sie in Gebäuden, U-Bahn-Stationen oder Passagen guten Empfang haben.
Wände, Wärmeschutzverglasung und Ihr Smartphone beeinflussen den Empfang. In einer Funkzelle teilen sich viele Menschen die verfügbare Kapazität. In einem vollen Zug oder an einem stark besuchten Ort steht deshalb pro Gerät weniger Leistung zur Verfügung, selbst wenn Empfang besteht.
Vergleichen Sie daher die Netze an den Orten, an denen Sie das Handy wirklich nutzen. Dazu gehören neben Ihrer Wohnung und Ihrem Arbeitsplatz auch regelmäßige Haltestellen und häufig besuchte Innenräume. Bei wiederkehrenden Empfangsproblemen können Sie die Mobilfunk-Check-App der Bundesnetzagentur für Messungen vor Ort nutzen. Fragen Sie außerdem im Freundeskreis nach Erfahrungen im selben Gebäude oder prüfen Sie, ob ein Tarif vor dem Vertragsabschluss einen Netztest ermöglicht.
Wählen Sie Datenvolumen nach Ihrer Nutzung
Wie viele mobile Daten Sie brauchen, hängt von Ihrer Nutzung ab; die Größe Ihrer Stadt sagt darüber wenig aus. Nachrichten, E-Mails, Karten und gelegentliches Surfen verbrauchen deutlich weniger Daten als Videos oder soziale Medien mit vielen Clips. Die Verbraucherzentrale nennt 2 bis 6 GB im Monat als Richtwert für eine eher leichte Nutzung unterwegs. Wenn Sie regelmäßig Videos über Mobilfunk ansehen, brauchen Sie deutlich mehr.
Ein einzelner Clip verbraucht wenig Daten, doch regelmäßiges Anschauen summiert sich. Eine Tarifstudie im Auftrag von Bitkom setzt den Verbrauch bei Instagram oder TikTok mit etwa 800 MB pro Stunde an. Je nach Nutzung steigt er auf fast 1 GB pro Stunde. Laut derselben Studie verbraucht Video-Streaming je nach Qualität 300 MB bis zu 7 GB pro Stunde. Diese Werte stammen aus Vergleichsprofilen und sagen Ihren persönlichen Verbrauch nicht genau voraus.
Prüfen Sie in den Einstellungen Ihres Smartphones oder in der Anbieter-App, wie viele mobile Daten Sie verbrauchen, welche Apps besonders viele Daten nutzen und ob Ihr Gerät beim Streamen automatisch eine hohe Videoqualität wählt. 2024 lag der Durchschnitt in Deutschland bei 10,3 GB pro mobilem Breitbandanschluss und Monat. Der Wert gibt Ihnen einen Vergleich, sagt aber nicht, wie viel Daten Sie selbst brauchen.
Kurze Wege senken den Datenverbrauch nicht
Eine kurze Strecke spart nicht automatisch Daten. Wenn Sie während der Fahrt Videos streamen, verbrauchen Sie mehr als auf einem längeren Weg, auf dem Sie kaum online sind oder eine gespeicherte Karte nutzen. Für die Größe Ihres Datenpakets zählt vor allem, wie lange Sie unterwegs Mobilfunk nutzen und wofür.
Häufige Ortswechsel machen die Netzprüfung dagegen wichtiger. Prüfen Sie nicht nur den Empfang in der Wohnung, sondern auch auf Ihren regelmäßigen Wegen und an den Orten, an denen Sie oft warten oder arbeiten. Ein Tarif, der an einer zentralen Station gut funktioniert, kann in einem Gebäude oder einem anderen Viertel schlechter abschneiden.
WLAN senkt den mobilen Datenverbrauch
Wenn Ihr Smartphone zu Hause, am Arbeitsplatz oder im Café mit dem WLAN verbunden ist, verbraucht es dabei keine mobilen Daten. In den Geräteeinstellungen können Sie festlegen, dass automatische Aktualisierungen und größere Downloads nur über WLAN laufen. Auch heruntergeladene Musik, Karten oder Videos sparen unterwegs mobile Daten.
Verlassen Sie sich bei der Tarifwahl trotzdem nicht darauf, an jedem Aufenthaltsort ein passendes WLAN vorzufinden. Wie häufig öffentliche Hotspots verfügbar sind und wie zuverlässig sie funktionieren, hängt vom Ort ab. Bemessen Sie Ihr Datenvolumen deshalb nach der mobilen Nutzung, die auch ohne WLAN anfällt.
Prüfen Sie Drosselung und Datenautomatik
Prüfen Sie neben dem Datenvolumen auch, was passiert, wenn es aufgebraucht ist. Manche Verträge senken dann die Geschwindigkeit. Bei anderen buchen Sie kostenpflichtige Zusatzpakete oder automatisch weiteres Datenvolumen. Sehen Sie nach, ob Sie eine automatische Nachbuchung abschalten können und was zusätzliches Volumen kostet.
Wenn Sie Ihr Smartphone regelmäßig als Hotspot für Laptop oder Tablet nutzen, rechnen Sie diesen Verbrauch mit ein. Für gelegentliches Surfen und Nachrichten genügt als Start ein kleineres Paket. Wenn Sie häufig Videos streamen oder den Hotspot nutzen, orientieren Sie sich an Ihrem bisherigen Verbrauch und wählen Sie ein größeres Paket. Richten Sie Ihre Wahl nach den tatsächlich genutzten Gigabyte aus, denn die beworbene Höchstgeschwindigkeit reicht allein nicht als Maßstab.