Wer unterwegs vor allem E-Mails liest, in Messengern schreibt und gelegentlich eine Webseite öffnet, braucht kein großes Datenpaket: Textnachrichten und E-Mails ohne Anhänge verbrauchen nur wenige Kilobyte. Entscheidend sind zwei Punkte: was nach Verbrauch der im Tarif enthaltenen Datenmenge passiert und ob das Netz dort zuverlässig funktioniert, wo Sie Ihr Handy tatsächlich nutzen.
Kleine Datenpakete für Messenger und E-Mail
Ein Datenpaket von 1 bis 2 Gigabyte deckt den Bedarf ab, wenn Sie unterwegs vor allem texten und E-Mails ohne große Anhänge bearbeiten. Die Bundesnetzagentur gibt den durchschnittlichen Mobilfunk-Datenverbrauch 2024 zwar mit 7,4 Gigabyte pro aktivem SIM-Profil und Monat an. Dieser Durchschnitt umfasst aber alle Nutzungsarten, von Video-Streaming bis zum reinen Textchat, und sagt nichts über den Bedarf einer einzelnen Person aus, die unterwegs sparsam surft.
Der Verbrauch steigt schnell, sobald Fotos, Videos, Sprachnachrichten oder Anrufe dazukommen. Ein Beispiel von Finanztip zeigt das: Fünf Minuten WhatsApp-Nutzung, in die auch Bilder und Telefonie einbezogen sind, verbrauchen rund 9 Megabyte. Reiner Textchat liegt deutlich darunter. Auch Hintergrundaktivitäten verbrauchen Daten aus dem Paket: App-Updates, automatische Synchronisierung und der automatische Foto-Upload in der Cloud laufen über Mobilfunk, wenn das Smartphone nicht mit WLAN verbunden ist.
Aktuelle Prepaid-Angebote zeigen, dass kleine Pakete weiterhin erhältlich sind. o2 bietet im Basistarif ein 1-Gigabyte-Datenpaket für 3,99 Euro je vier Wochen an. Telefonie und SMS kosten dort jeweils 9 Cent. Die Telekom nennt für MagentaMobil Prepaid S 1 Gigabyte für 4,95 Euro je vier Wochen und beschreibt den Tarif als passend für sparsame Nutzung mit Messaging und gelegentlichem Surfen. Vodafone bietet 2 Gigabyte für 4,99 Euro je vier Wochen, inklusive Telefon- und SMS-Flat innerhalb Deutschlands.
Drosselung nach Verbrauch des Datenvolumens
Das Ende der im Tarif enthaltenen Datenmenge ist im Alltag oft wichtiger als der Unterschied zwischen zwei kleinen Paketen. Bei den genannten Telekom- und Vodafone-Prepaidtarifen sinkt die Geschwindigkeit danach auf höchstens 64 kbit/s. Mit dieser reduzierten Geschwindigkeit lassen sich Textnachrichten und einfache E-Mails meist noch abrufen, das Laden von Bildern und Webseiten wird aber spürbar langsam. Die genaue Regelung hängt vom Tarif ab, deshalb sollten Sie die Produktinformationen des jeweiligen Anbieters prüfen, bevor Sie sich festlegen.
Wer regelmäßig Bilder und Videos verschickt oder unterwegs telefoniert, sollte den eigenen Verbrauch über mehrere Wochen beobachten, bevor er sich dauerhaft auf ein sehr kleines Paket festlegt. Die Verbrauchsanzeige im Smartphone zeigt, welche Apps wie viel Daten über Mobilfunk nutzen. Automatische Downloads und Updates lassen sich in den Einstellungen auf WLAN beschränken, wenn das Paket knapp ist.
Netzstabilität vor Ort prüfen
Für Textnachrichten, E-Mails und einfache Webaufrufe ist nicht die höchste Maximalgeschwindigkeit entscheidend, sondern ob das Netz an den regelmäßig genutzten Orten verfügbar ist und die Verbindung dort verlässlich bleibt. Eine bundesweite Netzrangliste ersetzt diese Prüfung nicht.
Die Mobilfunkkarte der Bundesnetzagentur hilft beim Vergleich der Netze nach Anbieter und Technologie. Sie beruht auf Angaben der Netzbetreiber, zeigt eine Prognose für den Außenbereich und teilt die Fläche in Rasterzellen von 100 mal 100 Metern ein. Der tatsächliche Empfang in Gebäuden kann davon abweichen, auch Endgerät, Standort und Netzauslastung beeinflussen die Leistung. Prüfen Sie die Karte für Ihre eigene Adresse und Ihre regelmäßigen Strecken. Wo möglich, ist ein eigener Empfangstest mit dem betreffenden Netz besonders aussagekräftig: Leihen Sie sich eine Prepaid-Karte des Anbieters und testen Sie die Verbindung an den Orten, die Ihnen wichtig sind.
Worauf Sie beim Tarifvergleich achten sollten
Ein Abrechnungszeitraum von vier Wochen ist kürzer als ein Kalendermonat. Wenn Sie einen Tarif automatisch verlängern lassen, sollten Sie Laufzeit und Abbuchungstermine beim Preisvergleich berücksichtigen, sonst entstehen im Jahr mehr Abbuchungen als bei einem monatlichen Tarif.
Das kleinste Volumen ist nicht immer das günstigste oder sinnvollste Gesamtangebot. Beim o2-Beispiel kommen Telefonie und SMS im Basistarif hinzu, die Telekom- und Vodafone-Angebote enthalten andere Leistungen. Für einen fairen Vergleich sollten Sie Datenvolumen, Zusatzleistungen, Laufzeit und die Regelung nach Verbrauch des Datenvolumens gemeinsam betrachten. Ein Tarif mit 1 Gigabyte und günstiger Telefonie kann für Sie besser passen als ein Tarif mit 2 Gigabyte und teuren Einzelgesprächen, wenn Sie nur selten telefonieren.