Wer ein Tastenhandy nur zum Telefonieren und für SMS nutzt, braucht keinen Datentarif. Ein Tarif ohne Datenpaket sperrt das mobile Internet aber nicht automatisch. Für wenige, unregelmäßige Anrufe eignet sich ein Prepaid-Basistarif mit Einzelabrechnung pro Minute und SMS. Wer häufig telefoniert, fährt mit einer Telefon- und SMS-Flatrate oft günstiger. Vor dem Kauf sollten Sie prüfen, ob das Handy nach der geplanten Abschaltung des 2G-Mobilfunknetzes im Jahr 2028 noch funktioniert.
Welche Tarifarten für Telefon und SMS infrage kommen
Wenn Sie das Handy nur selten nutzen, ist ein Prepaid-Tarif ohne monatliche Grundgebühr die einfachste Lösung. Bei diesem Tarif wird jede Minute und jede SMS einzeln vom Guthaben abgezogen. Vodafone CallYa Classic und der o2-Prepaid-Basistarif rechnen in deutsche Netze jeweils 9 Cent pro Minute beziehungsweise SMS ab. Es gibt keinen festen Monatspreis, und Sie können das Guthaben nach Bedarf aufladen. Ein solcher Tarif lohnt sich, wenn Sie das Handy nur gelegentlich nutzen und keine hohen monatlichen Kosten haben möchten.
Wer regelmäßig telefoniert oder viele SMS schreibt, sollte eine Flatrate in Betracht ziehen. Vodafone bietet zum Beispiel CallYa Start für 4,99 Euro je vier Wochen an, mit einer Telefon- und SMS-Flat in deutsche Netze. Allerdings enthält dieses Paket auch 2 GB Datenvolumen, das für ein klassisches Mobiltelefon unnötig ist. Bei 9 Cent pro Einheit entspricht der Paketpreis von 4,99 Euro etwa 56 Minuten oder SMS pro vier Wochen. Wer mehr telefoniert, ist mit der Flat meist besser bedient. Bei deutlich geringerer Nutzung zahlt man mit Einzelabrechnung weniger.
Eine dritte Möglichkeit ist ein SIM-only-Vertrag mit Flatrate, der ohne Smartphone-Bündel auskommt. Solche Verträge haben aber oft eine Mindestlaufzeit und enthalten ebenfalls Datenvolumen. Für reine Telefonie und SMS sind sie nur dann sinnvoll, wenn der Preis und die Konditionen zu Ihrem Nutzungsverhalten passen. Vergleichen Sie vor allem Kündigungsfristen und Zusatzkosten, bevor Sie sich binden.
Ohne Datenpaket heißt nicht ohne Internetkosten
Viele gehen fälschlich davon aus, ein Tarif ohne Datenpaket sperre das mobile Internet automatisch, aber das stimmt nicht. Vodafone CallYa Classic berechnet Datenverkehr mit 3 Cent pro Megabyte, o2 bietet im Basistarif eine Internetnutzung für einzelne Tage an, und das Telekom-Produktinformationsblatt für MagentaMobil Prepaid Basic beschreibt eine Tagesflat mit 50 MB für 1,49 Euro je 24 Stunden. Wenn Ihr Handy mobile Daten aktiviert hat, können also auch in einem Basistarif Kosten entstehen, die Sie nicht eingeplant haben.
Sie sollten drei Zustände unterscheiden: kein Datenpaket gebucht, mobile Daten am Handy ausgeschaltet und Datennutzung beim Anbieter gesperrt. Die ersten beiden bedeuten nicht automatisch, dass keine Datenkosten anfallen. Wenn Sie sichergehen möchten, schalten Sie mobile Daten am Gerät aus und fragen Sie beim Anbieter, ob er die Datennutzung im Netz sperren kann. Ob und wie eine solche Sperre für die genannten Tarife eingerichtet werden kann, sollten Sie vor dem Abschluss direkt beim Anbieter klären.
Auch bei Prepaid-Karten gibt es eine Frist zu beachten. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass eine Prepaid-Karte deaktiviert werden kann, wenn die Aktivierungszeit abläuft und nicht rechtzeitig aufgeladen wird. Nicht verbrauchtes Guthaben bleibt dabei bestehen, und bei einer Kündigung können Sie die Auszahlung verlangen. Die konkrete Frist steht in den Vertragsbedingungen Ihres Anbieters.
Netz und Handymodell vor dem Kauf prüfen
Ein klassisches Tastenhandy muss nicht internetfähig sein, aber es sollte für die kommenden Jahre die richtige Netztechnik unterstützen. Die drei deutschen Netzbetreiber planen, ihre 2G-Netze im Jahr 2028 abzuschalten: die Telekom voraussichtlich am 30. Juni 2028, Vodafone im September 2028 und Telefónica bis Ende 2028. Geräte, die nur 2G oder 3G unterstützen, funktionieren danach nicht mehr. Auch einzelne LTE- oder 5G-Handys können betroffen sein, wenn sie VoLTE nicht unterstützen, also die Sprachtelefonie über das LTE-Netz.
VoLTE steht für Voice over LTE und ist die Technik, mit der Anrufe über das moderne Mobilfunknetz übertragen werden. Wenn Ihr Tastenhandy diese Funktion nicht beherrscht, kann es nach der 2G-Abschaltung nicht mehr zum Telefonieren genutzt werden, selbst wenn es LTE empfangen kann. Prüfen Sie daher vor dem Kauf eines Tarifs oder Handys, ob das konkrete Gerätemodell LTE und VoLTE für den gewählten Anbieter unterstützt. Die Kompatibilitätsinformationen finden Sie auf den Webseiten der Netzbetreiber.