Musik- und Videostreaming verbrauchen unterwegs Mobilfunkdaten, aber in unterschiedlichen Mengen. Musikstreaming liegt bei üblichen Qualitätseinstellungen zwischen einigen Megabyte und über 100 Megabyte pro Stunde; Videostreaming verbraucht je nach Auflösung 0,3 bis 7 Gigabyte pro Stunde. Für die Tarifwahl zählen die Anzahl der Stunden über Mobilfunk und die gewählte Qualität. Die Zahlen stammen aus den offiziellen Angaben von Spotify und Netflix und sind Richtwerte, keine exakten Messwerte für jedes Gerät und jede Verbindung.
Was Musikstreaming verbraucht
Spotify gibt für seine App auf Smartphone, Tablet und Desktop je nach gewählter Qualität Bitraten von 24, 96, 160 und 320 kbit/s an. Der tatsächliche Datenverbrauch pro Stunde hängt von der gewählten Qualität und der Verbindung ab.
Diese Werte gelten für die Spotify-App und nicht für jeden Musikdienst. Der Webplayer von Spotify arbeitet mit anderen Bitraten, nämlich 128 kbit/s in der kostenlosen Version und 256 kbit/s bei Premium. Zudem passt die automatische Qualitätswahl die Wiedergabe an die Verbindungsgeschwindigkeit an, sodass der tatsächliche Verbrauch schwanken kann. Spotify bietet in den USA inzwischen auch verlustfreies Audio bis 24-bit/44,1 kHz FLAC an, nennt dafür aber keinen vergleichbaren Stundenverbrauch. Für die Tarifplanung in Deutschland sind die komprimierten Bitraten der realistischen Maßstab, da verlustfreies Streaming deutlich mehr Daten benötigt und hierzulande nicht überall verfügbar ist.
Was Videostreaming verbraucht
Netflix nennt für seinen Dienst konkrete Richtwerte pro Stunde und Gerät. Bei niedriger Datennutzung sind das bis zu 0,3 Gigabyte, bei mittlerer bis zu 0,7 Gigabyte. In der hohen Einstellung verbraucht SD-Inhalt bis zu 1 Gigabyte, HD bis zu 3 Gigabyte und 4K bis zu 7 Gigabyte pro Stunde. Für die mobile Nutzung gibt es zusätzlich die Modi „Save Data" mit ungefähr sechs Stunden Wiedergabe pro Gigabyte und „Maximum Data", bei dem eine Gigabyte in etwa 20 Minuten verbraucht sein kann.
Diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Netflix und dessen Einstellungen. Andere Plattformen verhalten sich anders. YouTube beispielsweise passt die Videoqualität automatisch an Verbindung, Bildschirmgröße und verfügbares Format an und nennt keine pauschale Verbrauchszahl pro Stunde. Nutzer können die Qualität dort manuell begrenzen oder den Datensparmodus aktivieren. Für einen groben Vergleich lässt sich aber festhalten: Videostreaming in HD oder 4K übersteigt den Datenverbrauch von Musikstreaming um ein Vielfaches, selbst wenn die Musik in höchster Qualität läuft.
Monatlicher Datenverbrauch
Rechnet man die Netflix-Werte auf 30 Stunden Streaming pro Monat hoch, ergeben sich folgende Größenordnungen: Bei niedriger Datennutzung bis zu 9 Gigabyte, bei mittlerer bis zu 21 Gigabyte, bei SD in hoher Einstellung bis zu 30 Gigabyte, bei HD bis zu 90 Gigabyte und bei 4K bis zu 210 Gigabyte. Das sind Multiplikationen der Netflix-Angaben, keine Prognosen für einen bestimmten Haushalt. Sie zeigen aber, wie schnell regelmäßiges Videostreaming über Mobilfunk ein Datenpaket ausschöpft.
Zum Vergleich: 30 Stunden Musik in der Spotify-App bei normaler Qualität ergeben rechnerisch rund 1,3 Gigabyte. Selbst wer täglich zwei Stunden Musik hört, bleibt damit deutlich unter dem Verbrauch von nur wenigen Stunden HD-Video pro Monat. Der Unterschied zwischen Musik und Video ist also nicht graduell, sondern grundlegend: Musik bleibt bei komprimierten Bitraten sparsam, Video hängt stark von Bildqualität, Plattform und automatischer Anpassung ab.
Wie Sie den passenden Tarif finden
Für die Tarifwahl zählt zuerst, welcher Anteil Ihrer Streamingzeit tatsächlich über Mobilfunk läuft. Wer zu Hause oder im Büro WLAN nutzt und nur gelegentlich unterwegs Musik hört, kommt mit einem kleineren Datenpaket aus. Wer regelmäßig Serien oder Videos im Zug oder unterwegs schaut, sollte mehr Volumen einplanen, insbesondere wenn HD oder 4K gewünscht ist. Ob diese Qualität überhaupt verfügbar ist, hängt zusätzlich von Dienst, Titel und Gerät ab.
Ein Blick in die Smartphone-Einstellungen hilft, den eigenen Verbrauch zu ermitteln. Sowohl Android als auch iOS zeigen den Datenverbrauch pro App an, und die meisten Mobilfunkanbieter bieten in ihrer App eine Übersicht über das verbrauchte Volumen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, das eigene Datenvolumen regelmäßig zu prüfen und die Vertragsbedingungen zu beachten, etwa ob nach Erreichen des Limits gedrosselt wird oder Zusatzkosten entstehen. Eine pauschale Tarifgröße lässt sich aus den Streamingwerten nicht ableiten, weil Messaging, Social Media, Synchronisation und Updates zusätzlich Daten verbrauchen.
Stellschrauben zum Datensparen
Die wichtigsten Einstellungen, um Datenvolumen zu sparen, betreffen die Qualität und das Verhalten der Apps. Bei YouTube lässt sich die Videoqualität für mobile Netze begrenzen oder der Datensparmodus aktivieren. Netflix bietet unter den Einstellungen zur Datennutzung die Optionen „Wi-Fi Only", „Save Data" und „Maximum Data" an. Spotify erlaubt getrennte Qualitätseinstellungen für Mobilfunk und WLAN, sodass Sie unterwegs eine niedrigere Bitrate wählen können, ohne die Klangqualität zu Hause zu verschlechtern.
Downloads im WLAN sind eine weitere Möglichkeit: Musik oder Videos lassen sich herunterladen und später offline abspielen, ohne dass dabei Mobilfunkdaten anfallen. Der Download selbst verbraucht zunächst Daten, daher empfiehlt es sich, ihn auf WLAN zu beschränken. Auch die Autoplay-Funktion sollten Sie im Blick behalten, denn weiterlaufende Wiedergabe nach dem Ende einer Playlist oder eines Videos erzeugt zusätzlichen Verbrauch, den Sie möglicherweise gar nicht bemerken.