Ratgeber

Vertragsgutschriften beim Handyvertrag richtig berechnen

Wenn Sie einen Handyvertrag mit Startguthaben, einer späteren Rückzahlung des Händlers (Cashback) oder Smartphone prüfen, addieren Sie die Kosten über die gesamte Laufzeit und ziehen nur Vorteile ab, auf die Sie sicher Anspruch haben. Der Effektivpreis zeigt die durchschnittlichen Kosten pro Monat. Er sagt nicht, wie viel monatlich abgebucht wird.

Addieren Sie Grundgebühren und Einmalkosten. Ziehen Sie nur Gutschriften und Rabatte ab, deren Bedingungen Sie erfüllen. Rechnen Sie bedingte Boni und Sachzugaben separat, damit mögliche Vorteile nicht als sichere Ersparnis erscheinen.

Alle Vertragskosten addieren

Addieren Sie alle Zahlungen, die im gewählten Zeitraum anfallen. Bei einer Laufzeit von 24 Monaten zählen sämtliche Monatsentgelte dazu. Hinzu kommen die Anschluss- oder Bereitstellungsgebühr, Versandkosten und eine Geräteanzahlung. Rechnen Sie auch monatliche Geräte- oder Optionskosten dazu.

Ändert sich der Monatspreis während der Laufzeit, rechnen Sie die Zeitabschnitte einzeln. Ein Angebot mit einem niedrigen Startpreis kann über 24 Monate teurer sein als ein Tarif mit höherer, gleichbleibender Grundgebühr. Einmalige Kosten können den Vergleich ebenfalls drehen: 20 Euro im Monat plus 250 Euro Bereitstellung kosten über 24 Monate 730 Euro. Bei 30 Euro im Monat ohne Bereitstellung sind es 720 Euro.

Die Grundformel lautet:

Effektive Gesamtkosten = laufende Vertragskosten + Einmalkosten − anrechenbare Gutschriften und Rabatte

Effektivpreis pro Monat = effektive Gesamtkosten ÷ Zahl der Monate

Geben Sie beim Vergleich immer den Zeitraum an, zum Beispiel die Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten. Die Rechnung zeigt nicht, was der Vertrag danach kostet. Prüfen Sie deshalb auch die Grundgebühr nach dieser Zeit und den Kündigungstermin.

Gutschriften richtig einordnen

Rabatte und Gutschriften senken Ihre Kosten auf unterschiedliche Weise. Ein monatlicher Rabatt gilt nur in den Monaten, für die er vereinbart ist. Ein Startguthaben oder eine Rechnungsgutschrift senkt Ihre Kosten, wenn der Betrag tatsächlich von Ihren Vertragsrechnungen abgezogen wird. Eine Rechnungsgutschrift wird nicht auf Ihr Bankkonto ausgezahlt.

Eine Rückzahlung des Händlers (Cashback) und ein Wechselbonus sind oft an Bedingungen geknüpft. Für den Wechselbonus muss zum Beispiel die Rufnummer erfolgreich mitgenommen werden. Beim Händler-Cashback gelten möglicherweise eine Frist, ein Antrag oder bestimmte Nachweise. Nehmen Sie diese Beträge zunächst nur in eine zweite Rechnung auf. Ziehen Sie sie dort ab, wenn Sie die Bedingungen erfüllen und das Geld tatsächlich erhalten.

Rechnen Sie Freimonate wie einen Rabatt für die Monate, in denen keine Grundgebühr anfällt. Prüfen Sie, ob trotzdem anteilige Entgelte oder andere Kosten berechnet werden. Führen Sie Gutscheine, Zubehör und andere Zugaben getrennt auf. Der beworbene Listenpreis entspricht nicht automatisch Ihrer Ersparnis. Für einen vorsichtigen Vergleich zählt, was Ihnen die Zugabe wert ist und ob Sie sie sonst gekauft hätten.

Effektivpreis eines Handyvertrags berechnen

Ein Vertrag läuft 24 Monate. Die Grundgebühr beträgt monatlich 24,99 Euro. Dazu kommen 39,99 Euro Anschlussgebühr und 4,99 Euro Versand. Der Anbieter zieht außerdem 60 Euro als Rechnungsgutschrift von Ihren Vertragsrechnungen ab. Ein Händler verspricht weitere 100 Euro Cashback, wenn Sie einen Nachweis einreichen. Für die erfolgreiche Rufnummernmitnahme gibt es zusätzlich 50 Euro.

Zuerst addieren Sie die sicheren Kosten: 24 × 24,99 Euro ergeben 599,76 Euro. Zusammen mit Anschlussgebühr und Versand zahlen Sie vor Gutschriften 644,74 Euro. Ziehen Sie zunächst nur die Rechnungsgutschrift ab: Es bleiben 584,74 Euro. Geteilt durch 24 Monate ergibt das einen Effektivpreis von rund 24,36 Euro pro Monat.

Erfüllen Sie zusätzlich die Bedingungen für Cashback und Wechselbonus und erhalten beide Zahlungen, sinken die Gesamtkosten auf 434,74 Euro. Das entspricht rund 18,11 Euro pro Monat. Diese zweite Zahl ist ein bedingtes Szenario und sollte nicht mit der vorsichtigen Rechnung vermischt werden.

Auch bei einem niedrigen Effektivpreis kann der Anbieter weiterhin 24,99 Euro monatlich abbuchen. Die Gutschrift oder das Cashback wird möglicherweise erst später verrechnet oder ausgezahlt. Vergleichen Sie deshalb immer beide Beträge: den durchschnittlichen Effektivpreis und die tatsächliche monatliche Belastung.

Cashback und Vertrag prüfen

Klären Sie vor der Bestellung, wer für die Zahlung verantwortlich ist. Die Rückzahlung des Händlers kann auf einer eigenen Vereinbarung beruhen und muss nicht zum Mobilfunkvertrag gehören. Zahlt der Händler das versprochene Cashback nicht, bleibt Ihr Vertrag mit dem Mobilfunkanbieter bestehen. Die vereinbarten Monatsentgelte müssen Sie weiterhin zahlen.

Speichern Sie die Zusage und die Bedingungen. Notieren Sie Einreichungsfristen und bewahren Sie geforderte Unterlagen auf. Bleibt eine vereinbarte Zahlung aus, können Sie den Händler oder Anbieter schriftlich zur Zahlung auffordern und eine angemessene Frist mit einem konkreten Enddatum setzen. Ob Sie die Zahlung durchsetzen können, hängt von der Vereinbarung und den Umständen ab; bei einem insolventen Händler ist die Auszahlung besonders unsicher.

Prüfen Sie auch die Vertragszusammenfassung des Mobilfunkanbieters. Das Dokument nennt unter anderem regelmäßig fällige Entgelte und Aktivierungskosten. Außerdem führt es den Gerätepreis, Preisnachlässe und die Laufzeit auf. Ein zusätzlicher Händlerbonus muss dort nicht aufgeführt sein. Prüfen Sie die Bedingungen für solche Vorteile deshalb gesondert.

Smartphone und Tarif getrennt bewerten

Bei einem Vertrag mit Smartphone zeigt die Gesamtrechnung, was Sie für Tarif und Gerät zusammen zahlen. Um die Kosten des Tarifs ohne Smartphone zu berechnen, ziehen Sie vom Gesamtpreis einen realistischen Einzelkaufpreis des Geräts ab. Teilen Sie den Rest durch die Laufzeit:

Effektive Tarifkosten pro Monat = (Gesamtkosten des Pakets − realistischer Einzelkaufpreis des Smartphones) ÷ Laufzeit in Monaten

Nehmen Sie dafür einen aktuellen Preis, zu dem Sie das Smartphone tatsächlich einzeln kaufen könnten. Der unverbindliche Listenpreis ist zu hoch angesetzt, wenn Sie das Modell anderswo deutlich günstiger bekommen. Rechnen Sie weiteres Zubehör ebenfalls nur mit dem Betrag an, den Sie selbst dafür ausgegeben hätten.

So können Sie die Tarifkosten mit den Kosten anderer Tarife vergleichen. Diese Aufteilung ändert weder den Gesamtpreis des Pakets noch die monatliche Abbuchung. Für Ihre tatsächliche Belastung zählt, was Sie an den Anbieter und den Händler zahlen.