Welcher Tarif passt zu Messenger und Videoanrufen?
Wer täglich über WhatsApp, Signal oder Telegram schreibt und regelmäßig videoanruft, braucht einen Tarif, der den Datenverbrauch deckt. Textnachrichten verbrauchen kaum Daten, Videoanrufe dagegen viel, weil sie Bilder in Echtzeit übertragen. Welcher Tarif passt, hängt davon ab, wie oft Sie videoanrufen und ob Sie unterwegs Videos oder Musik streamen. Gelegentliche Videoanrufe passen in kleine Datenpakete, tägliche brauchen ein größeres Volumen.
Datenverbrauch von Messenger und Videoanrufen
Eine kurze Textnachricht mit ein paar Wörtern ist nur wenige Kilobyte groß. Selbst wenn Sie den ganzen Tag schreiben, kommen Sie damit kaum auf ein Megabyte. Anders sieht es bei Fotos aus, die Sie über Messenger verschicken: Ein einzelnes Bild kann je nach Auflösung mehrere Megabyte groß sein. Wer viele Fotos und Videos in Gruppenchats empfängt, sollte das bei der Tarifwahl berücksichtigen.
Videoanrufe verbrauchen am meisten Daten. Sie übertragen kontinuierlich Videobilder und Ton, und der Verbrauch steigt mit der Auflösung und Bildrate. Ein Gespräch in Standardqualität verbraucht weniger als ein Anruf in HD-Qualität. Konkrete Zahlen pro Minute lassen sich nicht pauschal nennen, weil die Dienste unterschiedlich komprimieren und die Verbindungsqualität schwankt. Als Orientierung gilt: Ein Videoanruf von einer Stunde kann je nach Dienst und Qualität mehrere hundert Megabyte verbrauchen. Wer täglich eine halbe Stunde per Video telefoniert, kommt damit schnell auf mehrere Gigabyte im Monat.
Warum die Netzqualität den Verbrauch beeinflusst
Viele Videoanruf-Dienste passen die Qualität nicht automatisch an die Netzverbindung an. Wenn Sie in einem schwachen Mobilfunknetz unterwegs sind, versucht der Dienst oft, die volle Qualität zu übertragen. Das führt zu einer ruckeligen Verbindung, während gleichzeitig mehr Daten fließen, als nötig wären. In manchen Fällen reduziert die App die Qualität selbst, aber das ist nicht bei allen Diensten zuverlässig der Fall.
Das hat zwei Konsequenzen: Erstens kann der Datenverbrauch höher ausfallen, als Sie erwarten, wenn Sie häufig in Gebieten mit schlechtem Empfang videoanrufen. Zweitens lohnt es sich, bei wichtigen Gesprächen ein stabiles WLAN zu nutzen, wenn Sie zu Hause oder im Büro sind. Unterwegs sollten Sie die Videoqualität in den Einstellungen der jeweiligen App notfalls manuell reduzieren, wenn Sie Daten sparen möchten.
Welches Datenvolumen für wen sinnvoll ist
Für die Tarifwahl hilft eine einfache Einordnung nach Nutzungsintensität:
- Gelegentliche Nutzer: Sie schreiben täglich, telefonieren aber nur selten per Video, etwa einmal pro Woche für wenige Minuten. Ein kleineres Datenvolumen reicht dafür in der Regel aus, sofern Sie nicht zusätzlich viel streamen.
- Regelmäßige Videoanrufer: Sie führen mehrmals pro Woche Videoanrufe von mittlerer Länge. Dann sollten Sie ein größeres Datenvolumen einplanen, um auch Fotos, Updates und gelegentliches Surfen abzudecken.
- Vielnutzer: Sie videoanrufen täglich, oft länger als eine Stunde, und nutzen das Handy auch für Streaming oder Navigation. Hier ist ein großzügiges Datenvolumen sinnvoll, oder ein Tarif mit unbegrenztem Datenvolumen, wenn Sie sich keine Gedanken über den Verbrauch machen möchten.
Diese Einordnung ist nur eine grobe Orientierung. Der tatsächliche Verbrauch hängt stark von der Videoqualität und der Dauer der Anrufe ab. Wer unsicher ist, kann den eigenen Verbrauch im Smartphone unter den Dateneinstellungen prüfen. Die meisten Geräte zeigen an, welche Apps wie viel Daten verbraucht haben. Nach ein bis zwei Wochen sehen Sie, ob Ihr aktuelles Volumen reicht oder ob Sie aufstocken sollten.
Worauf es beim Tarifvergleich ankommt
Der Markt für Mobilfunktarife ist unübersichtlich, weil viele Anbieter und Reseller (Wiederverkäufer, die fremde Netze nutzen) ähnliche Leistungen zu unterschiedlichen Preisen anbieten. Ein umfassender Test aller Tarife existiert nicht, weil das aufwendig und teuer wäre. Stattdessen sollten Sie beim Vergleich auf drei Punkte achten.
Erstens: die tatsächliche Datenmenge. Manche Tarife werben mit viel Datenvolumen, drosseln aber die Geschwindigkeit stark, sobald Sie das Inklusivvolumen (die im Tarif enthaltene Datenmenge) verbraucht haben. Für Videoanrufe ist eine gedrosselte Verbindung kaum brauchbar, weil die Übertragung dann ruckelt oder abbricht. Prüfen Sie, ob der Tarif nach Verbrauch nur langsam oder gar nicht weiterläuft.
Zweitens: die Netzabdeckung. Ein günstiger Tarif hilft wenig, wenn Sie an Ihrem Wohnort oder Arbeitsweg kein stabiles Netz haben. Informieren Sie sich über die Netzabdeckung des jeweiligen Anbieters an den Orten, an denen Sie sich regelmäßig aufhalten.
Drittens: die Vertragslaufzeit. Wer unsicher ist, wie sich der eigene Verbrauch entwickelt, wählt besser einen monatlich kündbaren Tarif oder einen Prepaid-Tarif. Damit können Sie das Datenvolumen flexibel anpassen, ohne lange an einen Vertrag gebunden zu sein.