O2 und Telefónica: Was Sie über das Netz wissen müssen

O2 ist die Marke, unter der Telefónica Deutschland Mobilfunkverträge verkauft. E-Plus war ein eigenständiger Netzbetreiber, den Telefónica Deutschland übernommen hat. Seitdem verschmelzen beide Netze Schritt für Schritt zu einem gemeinsamen Netz. Wer heute einen O2-Vertrag hat oder früher bei E-Plus war, nutzt dadurch ein anderes Netz als vor einigen Jahren. Die Qualität hat sich in vielen Regionen verändert.

Wer gehört zu wem

Die Telefónica Deutschland gehört zum spanischen Telekommunikationskonzern Telefónica. In Deutschland verkauft sie ihre Verträge unter der Marke O2. Wenn Sie also einen Vertrag bei O2 abschließen, ist Ihr Vertragspartner die Telefónica Deutschland. Die Marke E-Plus gehörte bis zu ihrer Übernahme zum niederländischen Konzern KPN. Nach der Übernahme durch Telefónica Deutschland wurde E-Plus nach und nach aufgelöst. Die E-Plus-Kunden bekamen neue SIM-Karten und wurden auf O2-Tarife umgestellt. Die Marke E-Plus verschwand vollständig vom Markt.

Die Übernahme war das größte Geschäft in der deutschen Mobilfunkgeschichte. Die Europäische Kommission genehmigte die Fusion nur unter Auflagen. Telefónica musste 30 Prozent seiner Netzkapazität an Wettbewerber abgeben und Teile seiner Funkfrequenzen verkaufen. Der Grund: Nach der Fusion blieben nur noch drei große Netzbetreiber in Deutschland übrig: die Deutsche Telekom, Vodafone und O2. Die Auflagen sollten verhindern, dass der Wettbewerb zu stark leidet und die Preise steigen.

Was sich für Kunden ändert

Für ehemalige E-Plus-Kunden änderte sich zunächst der Anbieter auf dem Papier. Ihre Rufnummer blieb erhalten, aber die SIM-Karte wurde ausgetauscht und der Tarif in ein O2-Angebot umgestellt. In vielen Fällen blieben die Konditionen für eine Übergangszeit gleich, danach galten die regulären O2-Preise. Wenn Sie heute einen Vertrag bei O2 abschließen, bekommen Sie automatisch Zugang zum gemeinsamen Netz aus ehemaligem O2- und E-Plus-Gebiet.

Der wichtigste praktische Vorteil der Fusion ist die größere Netzabdeckung. Vor der Übernahme hatten O2 und E-Plus getrennte Funkmasten. Nach der Zusammenlegung kann Ihr Handy beide Standorte nutzen. Das bedeutet weniger Funklöcher, besonders in ländlichen Regionen, wo E-Plus früher oft die einzige Option war. In Städten sind die Netze dichter geworden, sodass die Verbindung bei hoher Auslastung stabiler bleibt.

Netzqualität im Test

Die unabhängige Fachzeitschrift connect testet regelmäßig die Netze der deutschen Anbieter. Ein Ergebnis aus dem Jahr 2018 zeigt, wie sich die Zusammenlegung auswirken kann. Im Test für München erreichte O2 die Note "gut" mit 830 Punkten und war damit der beste LTE-Anbieter der Stadt. Ein Jahr zuvor hatte O2 im bundesweiten Test nur "ausreichend" abgeschnitten. Der damalige Technikchef Cayetano Carbajo Martín führte die Verbesserung auf die Arbeiten am Netz zurück; laut connect war die Integration der ehemaligen E-Plus-Standorte in München zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen.

Allerdings: Dieses Testergebnis stammt aus dem Jahr 2018 und bezieht sich nur auf München. Es sagt nichts über die aktuelle Qualität in anderen Regionen aus. Die Netzintegration läuft in Deutschland unterschiedlich schnell. In Ballungsräumen ist sie weitgehend abgeschlossen, in ländlichen Gebieten kann es noch Lücken geben. Wenn Sie wissen möchten, wie gut das O2-Netz an Ihrem Wohnort ist, hilft ein Blick auf die offiziellen Netzkarten von O2 oder unabhängige Messportale.

Was Sie als Kunde jetzt wissen sollten

Wenn Sie über einen Anbieterwechsel nachdenken, spielt die Netzqualität an Ihrem Wohn- und Arbeitsort die entscheidende Rolle. O2 wirbt auf seiner Website mit einer 5G-Abdeckung von etwa 99 Prozent der Bevölkerung. Diese Zahl stammt aus der eigenen Marketingabteilung und ist nicht unabhängig geprüft. Sie sollten sie als Richtwert verstehen, nicht als Garantie. Die tatsächliche Empfangsqualität hängt von vielen Faktoren ab: vom Standort, vom Gebäude und von Ihrem Handy.

Ein praktischer Tipp: Prüfen Sie vor einem Vertragsabschluss, welches Netz an den Orten verfügbar ist, an denen Sie sich regelmäßig aufhalten. Die Netzabdeckungskarten der Anbieter zeigen die ungefähre Versorgung, aber sie ersetzen keinen Test vor Ort. Viele Anbieter bieten Testphasen oder Geld-zurück-Garantien an, mit denen Sie die Netzqualität in Ihrem Alltag prüfen können. Wenn Sie bereits O2-Kunde sind und Probleme haben, lohnt sich ein Blick in die Einstellungen Ihres Handys: Manchmal hilft ein Wechsel zwischen 4G und 5G, wenn die Verbindung instabil ist.