Welcher Tarif passt für Wenigdaten-Nutzer?
Wer sein Smartphone hauptsächlich für Nachrichten, Navigation und gelegentliches Surfen nutzt, braucht kein großes Datenpaket. Wenige Gigabyte pro Monat reichen dafür. Die Schwierigkeit ist, ein kleines Paket zu finden. Es soll nicht zu viel kosten und nicht ständig gedrosselt werden.
Wann wenige Gigabyte reichen
Der Datenverbrauch hängt fast vollständig davon ab, welche Dienste Sie nutzen. Nachrichten-Apps, Textnachrichten und E-Mail-Abruf verbrauchen sehr wenig Daten. Das gilt auch für die meisten Navigationsdienste, wenn Sie Kartenmaterial nicht dauerhaft neu laden. Auch das Surfen auf normalen Webseiten fällt moderat aus, solange Sie keine Videos oder große Bildergalerien öffnen.
Deutlich mehr Daten verbrauchen Video-Streaming, Video-Telefonie und das Herunterladen von Filmen oder Spielen. Wer diese Dienste nur selten nutzt, etwa einmal pro Woche ein kurzes Video auf einer Nachrichtenseite ansieht, bleibt mit wenigen Gigabyte im Monat gut versorgt. Musik-Streaming liegt zwischen diesen Extremen: Es verbraucht mehr als Text, aber deutlich weniger als Video, vor allem wenn Sie die Qualität in den Einstellungen reduzieren.
Ein guter Anhaltspunkt ist Ihr eigenes Verhalten. Wenn Sie unterwegs keine Videos schauen, keine großen Dateien herunterladen und keine Online-Spiele spielen, gehören Sie zur Gruppe der Wenignutzer. Für diese Gruppe sind Tarife mit einem bis fünf Gigabyte Datenvolumen in der Regel ausreichend. Die genaue Grenze hängt von der individuellen Nutzung ab, aber die meisten Menschen in dieser Kategorie kommen mit einem kleinen Paket über den Monat.
Drosselung, Netzabdeckung und Vertragsform
Bei kleinen Datentarifen entscheidet nicht nur die Gigabyte-Zahl über den Preis. Drei Punkte sind wichtiger als die reine Datenmenge.
Zuerst zur Drosselung: Viele Tarife reduzieren die Geschwindigkeit nach Verbrauch des Datenvolumens auf ein sehr niedriges Niveau. Für Nachrichten und Navigation reicht diese gedrosselte Geschwindigkeit oft noch aus, für das Laden von Bildern oder Karten kann sie aber spürbar langsam sein. Prüfen Sie vor dem Abschluss, wie hoch die Geschwindigkeit nach der Drosselung ist. Überlegen Sie, ob Sie mit diesem Tempo leben können.
Der zweite Punkt ist die Netzabdeckung. Ein günstiger Tarif nützt wenig, wenn Sie an Ihrem Wohnort oder auf Ihren üblichen Wegen kein Netz haben. Die großen Anbieter haben unterschiedliche Netze, und die Abdeckung variiert regional. Fragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis nach Erfahrungen oder prüfen Sie die offiziellen Netzkarten der Anbieter.
Der dritte Punkt ist die Vertragsform. Prepaid-Tarife ohne Laufzeit sind für Wenignutzer oft die bessere Wahl, weil Sie jederzeit wechseln oder das Paket anpassen können. Verträge mit 24 Monaten Laufzeit lohnen sich nur, wenn Sie sicher sind, dass sich Ihr Verbrauch nicht stark ändert. Reine Datentarife ohne Telefonie und SMS beginnen häufig erst bei zehn Gigabyte aufwärts. Die Telekom bietet solche Tarife in ihrer MagentaMobil-Data-Reihe an. Für Wenignutzer sind diese Tarife meist überdimensioniert. Sie enthalten mehr Daten, als Sie verbrauchen, und kosten entsprechend mehr. Der günstigste Tarif dieser Reihe kostet effektiv rund 16,61 Euro pro Monat, was für ein kleines Datenpaket viel ist.
So prüfen Sie Ihren eigenen Verbrauch
Bevor Sie einen Tarif wählen, sollten Sie wissen, wie viel Daten Sie tatsächlich verbrauchen. Die einfachste Methode ist die Verbrauchsanzeige in den Einstellungen Ihres Smartphones. Sowohl Android als auch iOS zeigen den mobilen Datenverbrauch des aktuellen Abrechnungszeitraums an. Sie können dort auch einen Monatszeitraum einstellen und sehen, wie viele Gigabyte Sie in den letzten Wochen genutzt haben.
Wenn Sie bereits einen Tarif mit einer bestimmten Datenmenge haben, können Sie den Verbrauch über mehrere Monate beobachten. Nutzen Sie regelmäßig weniger als die Hälfte Ihres Pakets, ist ein kleinerer Tarif eine Überlegung wert. Nutzen Sie fast alles auf, behalten Sie den Tarif oder wählen Sie ein etwas größeres Paket. Diese Beobachtung über zwei bis drei Monate gibt ein zuverlässigeres Bild als eine einzelne Woche. Der Verbrauch schwankt je nach Urlaub, Homeoffice oder besonderen Ereignissen.
Zusätzlich können Sie in den Einstellungen festlegen, dass Apps nur im WLAN aktualisiert werden. Viele Apps laden im Hintergrund Daten, etwa für Updates oder Synchronisation. Wenn Sie diese Funktion aktivieren, sinkt der mobile Datenverbrauch spürbar, und ein kleines Paket reicht noch länger.