Handyvertrag ohne Grundgebühr: Für wen lohnt sich das?
Ein Handyvertrag ohne Grundgebühr heißt: Sie zahlen keine feste monatliche Gebühr, sondern nur das, was Sie tatsächlich nutzen. Es gibt zwei Varianten: Prepaid-Karten und Tarife mit nutzungsabhängiger Abrechnung. Bei Prepaid-Karten laden Sie Guthaben auf und bezahlen davon Telefonate, SMS und Datenverbrauch. Bei Tarifen mit nutzungsabhängiger Abrechnung zahlen Sie am Monatsende nur die tatsächlich verbrauchten Einheiten.
Anders als bei klassischen Laufzeitverträgen zahlen Sie keine monatliche Grundgebühr für ein festes Paket, sondern nur das, was Sie verbrauchen. Für viele Nutzer ist das deutlich günstiger, aber nicht für alle.
Unterschiede zu Laufzeitverträgen
Bei einem klassischen Laufzeitvertrag schließen Sie einen Vertrag über eine feste Laufzeit ab und zahlen jeden Monat einen festen Betrag, zum Beispiel 34,95 Euro. Dafür erhalten Sie eine bestimmte Menge Datenvolumen, Telefonminuten und SMS. Egal ob Sie das Volumen nutzen oder nicht, der Betrag wird abgebucht.
Ein Prepaid-Tarif ohne Grundgebühr funktioniert anders: Sie laden Guthaben auf Ihre SIM-Karte, und dieses Guthaben wird dann für Gespräche, SMS und mobile Daten verbraucht. Ist das Guthaben aufgebraucht, können Sie nicht mehr telefonieren oder surfen, bis Sie neues aufladen. Es gibt keine monatliche Rechnung, keine Vertragsbindung und keine automatische Abbuchung.
Die zweite Variante ohne Grundgebühr sind Tarife mit nutzungsabhängiger Abrechnung, bei denen Sie am Monatsende eine Rechnung über die tatsächlich verbrauchten Einheiten erhalten. Diese sind seltener als Prepaid, funktionieren aber nach demselben Prinzip: keine Grundgebühr, nur Verbrauchskosten.
So viel sparen Sie mit Prepaid
Vergleichsportale haben ausgerechnet, wie viel Sie sparen können, wenn Sie von einem Laufzeitvertrag auf einen Prepaid-Tarif mit gleicher Leistung wechseln. Die Zahlen beziehen sich auf konkrete Tarifpaare und gelten nicht pauschal für alle Anbieter, aber sie zeigen die Größenordnung.
Bei der Telekom sparen Sie laut einer Berechnung des Vergleichsportals Verivox jährlich 225,05 Euro, wenn Sie vom Vertrag MagentaMobil XS auf den Prepaid-Tarif MagentaMobil Prepaid L wechseln. Beide Tarife bieten dieselbe Geschwindigkeit und fünf Gigabyte Datenvolumen. Der Prepaid-Tarif kostet 14,95 Euro für vier Wochen, der Vertrag 34,95 Euro monatlich. Auf ein Jahr gerechnet zahlen Vertragskunden bei gleicher Leistung rund 54 Prozent mehr als Prepaid-Kunden.
Bei Vodafone fällt die Ersparnis ähnlich aus: Die vergleichbare Prepaid-Option kostet 165,01 Euro weniger pro Jahr, also 46 Prozent weniger, und liefert mit sechs statt fünf Gigabyte sogar etwas mehr Datenvolumen. Bei O2 ist die prozentuale Ersparnis laut Verivox ähnlich hoch wie bei Telekom und Vodafone.
Diese Zahlen zeigen: Wer einen Laufzeitvertrag mit einem Prepaid-Tarif vergleicht, der dieselbe Leistung bietet, zahlt im Schnitt deutlich mehr für den Vertrag. Der Grund liegt in den Kosten, die der Anbieter für die Verwaltung des Vertrags, die Rechnungsstellung und oft auch für bezuschusste Handys einkalkuliert.
Für wen sich ein Tarif ohne Grundgebühr lohnt
Ein Tarif ohne Grundgebühr passt zu Menschen, die ihr Handy nur gelegentlich nutzen und keine großen Datenmengen verbrauchen. Wer pro Monat nur ein paar Anrufe führt, wenig SMS schreibt und unterwegs selten surft, zahlt bei einem Prepaid-Tarif oft nur wenige Euro. Bei einem Laufzeitvertrag mit monatlicher Grundgebühr würde dieselbe Person deutlich mehr bezahlen, ohne die Leistung auszuschöpfen.
Auch wer sein Handy lange behält und kein neues Gerät über den Vertrag finanzieren möchte, ist mit Prepaid gut bedient. Bei Laufzeitverträgen ist der Zuschuss zum Handy oft in der monatlichen Gebühr enthalten. Wer sein Handy separat kauft und es mehrere Jahre nutzt, spart die versteckten Gerätekosten im Vertrag.
Ein weiterer Vorteil: Prepaid-Tarife haben keine Vertragsbindung. Sie können jederzeit den Anbieter wechseln, das Guthaben aufbrauchen und die SIM-Karte wegwerfen. Das ist besonders für Menschen interessant, die häufig ins Ausland reisen und dort eine lokale SIM-Karte nutzen möchten, oder für diejenigen, die ihre monatlichen Kosten flexibel halten wollen.
Nachteile von Tarifen ohne Grundgebühr
Der größte Nachteil eines Tarifs ohne Grundgebühr ist die fehlende Planungssicherheit. Bei einem Laufzeitvertrag wissen Sie genau, was Sie am Monatsende zahlen. Bei Prepaid müssen Sie selbst darauf achten, dass genug Guthaben auf der Karte ist. Wenn das Guthaben aufgebraucht ist, sind Sie nicht mehr erreichbar, bis Sie aufladen. Das kann im Alltag unangenehm sein, wenn Sie unterwegs dringend telefonieren oder navigieren müssen.
Auch die Datenvolumen-Preise sind bei Prepaid-Tarifen pro Gigabyte oft höher als bei Laufzeitverträgen. Wer regelmäßig viel surft, zum Beispiel Videos streamt oder große Dateien herunterlädt, kommt mit einem Prepaid-Tarif schnell an die Grenze und muss nachladen. In diesem Fall kann ein Laufzeitvertrag mit großzügigem Datenvolumen günstiger sein, auch wenn die Grundgebühr höher ist.
Ein weiterer Punkt: Viele Laufzeitverträge enthalten Zusatzleistungen wie EU-Roaming, Musik-Streaming-Flatrates oder Rabatte auf Zusatzkarten. Diese Leistungen sind bei Prepaid-Tarifen oft nicht enthalten oder müssen separat gebucht werden. Wer solche Leistungen nutzt, muss sie in den Kostenvergleich einrechnen.
So finden Sie heraus, ob sich der Wechsel lohnt
Bevor Sie von einem Laufzeitvertrag auf einen Tarif ohne Grundgebühr wechseln, sollten Sie Ihren tatsächlichen Verbrauch kennen. Schauen Sie in Ihre letzten Rechnungen und notieren Sie, wie viele Minuten Sie telefonieren, wie viele SMS Sie verschicken und wie viel Datenvolumen Sie pro Monat verbrauchen. Vergleichen Sie dann die Kosten eines Prepaid-Tarifs mit Ihrem aktuellen Vertrag.
Ein einfacher Rechenweg: Nehmen Sie die monatliche Grundgebühr Ihres Vertrags und multiplizieren Sie sie mit zwölf. Das sind Ihre jährlichen Kosten. Suchen Sie dann einen Prepaid-Tarif, der zu Ihrem Verbrauch passt, und schätzen Sie, wie viel Guthaben Sie pro Monat aufladen müssten. Multiplizieren Sie diesen Betrag ebenfalls mit zwölf. Die Differenz ist Ihre jährliche Ersparnis.
Achten Sie dabei auf die Details: Manche Prepaid-Tarife verlangen eine Mindestaufladung, andere bieten nur begrenzte Geschwindigkeiten nach Verbrauch des Datenvolumens. Prüfen Sie auch, ob der Anbieter ein gutes Netz in Ihrer Region hat. Ein günstiger Tarif nützt wenig, wenn Sie zu Hause keinen Empfang haben.
Wann ein Laufzeitvertrag die bessere Wahl bleibt
Ein Laufzeitvertrag lohnt sich weiterhin für Menschen, die ein neues Handy möchten und es über die monatliche Gebühr finanzieren wollen. Viele Anbieter bieten aktuelle Smartphones mit einem Rabatt an, wenn Sie einen Laufzeitvertrag abschließen. Wer das Gerät nicht sofort komplett bezahlen möchte, zahlt über die Vertragslaufzeit oft weniger als beim separaten Kauf, auch wenn die Gesamtkosten höher sind als bei einem günstigen Prepaid-Tarif mit eigenem Handy.
Auch wer ein hohes Datenvolumen benötigt, zum Beispiel für mobiles Arbeiten oder häufiges Streaming, ist mit einem Laufzeitvertrag oft besser bedient. Die Preise pro Gigabyte sind bei Verträgen mit großen Datenpaketen niedriger als bei Prepaid-Nachladungen. Wer regelmäßig große Datenmengen pro Monat verbraucht, zahlt mit einem Vertrag in der Regel weniger als mit ständigen Prepaid-Aufladungen.
Schließlich gibt es Menschen, die den Komfort einer monatlichen Rechnung und einer festen Leistung schätzen. Wer keine Lust hat, sein Guthaben im Blick zu behalten und regelmäßig aufzuladen, für den ist ein Laufzeitvertrag trotz höherer Kosten die einfachere Lösung.