Wie viel Datenvolumen brauche ich wirklich?
Ob bei einem neuen Handyvertrag ein paar Gigabyte im Monat reichen, hängt vor allem davon ab, welche Apps Sie nutzen und ob Sie unterwegs Videos schauen. Am sichersten ermitteln Sie Ihren Bedarf über die Verbrauchsanzeige in den Smartphone-Einstellungen. Dort sehen Sie, wie viele Megabyte oder Gigabyte jede App im aktuellen Abrechnungszeitraum verbraucht hat. Zwei bis drei Monate Beobachtung reichen für ein verlässliches Bild.
Video-Streaming verbraucht am meisten
Videoportale verbrauchen von allen üblichen Apps am meisten Daten. Ein einzelner Film in Standardauflösung kann pro Stunde mehr Daten verbrauchen als ein ganzer Monat mit reinen Textnachrichten. Wer täglich unterwegs Serien oder Videos schaut, sollte den Tarif danach wählen.
Die Zahlen zeigen die Unterschiede deutlich. Netflix verbraucht pro Stunde in niedriger Qualität 300 bis 636 Megabyte, in mittlerer Qualität 1 Gigabyte, in HD 3 Gigabyte und in Ultra HD 4K 7 Gigabyte. YouTube liegt in niedriger Qualität bei 30 bis 860 Megabyte pro Stunde, in mittlerer Qualität bei 1,2 bis 2,3 Gigabyte, in HD bei 2,3 bis 4,1 Gigabyte und in Ultra HD bei 2,7 bis 22,5 Gigabyte. Disney+ verbraucht pro Stunde in niedriger Qualität 350 Megabyte, in mittlerer Qualität 700 Megabyte, in HD 1,8 Gigabyte und in Ultra HD 7,7 Gigabyte. HBO Max liegt in niedriger Qualität bei 700 Megabyte, in mittlerer Qualität bei 1,25 Gigabyte, in HD bei 2,25 Gigabyte und in Ultra HD bei 7,7 Gigabyte.
Diese Werte stammen von einer einzelnen Website und können je nach Streaming-Bedingungen, Gerät und Netzwerk variieren. Sie geben aber eine gute Orientierung. Viele Streaming-Dienste haben in den Einstellungen eine Datenwächter-Option. Sie reduziert die Bildqualität. Wenn Sie unterwegs nur auf dem Handy schauen, fällt der Unterschied zur vollen Auflösung kaum auf. Der Verbrauch sinkt aber deutlich.
Musikstreaming verbraucht dagegen vergleichsweise wenig Daten. Spotify liegt pro Stunde in niedriger Qualität bei 25 Megabyte, in mittlerer Qualität bei 40 Megabyte, in HD bei 84 Megabyte und in Ultra HD bei 150 Megabyte. Ein paar Stunden Musik pro Woche summieren sich über den Monat, bleiben aber weit hinter Videostreaming zurück. Gleiches gilt für Podcasts: Sie können sie oft vorab im WLAN herunterladen.
Messenger, Videoanrufe und Cloud-Speicher
Reine Textnachrichten über Messenger wie WhatsApp, Signal oder Threema verbrauchen fast keine Daten. Das ändert sich, sobald Fotos, Videos oder Sprachnachrichten übertragen werden. Wer regelmäßig Videoclips in Gruppen verschickt oder empfängt, sollte den Verbrauch nicht unterschätzen.
Videokonferenzen verbrauchen bei der Arbeit am meisten Daten. Ein einstündiges Meeting in HD-Qualität verbraucht ein Vielfaches einer normalen Telefonkonferenz. Wer täglich mehrere Stunden per Videoanruf verbunden ist, benötigt deutlich mehr Volumen als jemand, der nur gelegentlich an einem Meeting teilnimmt. Viele Konferenz-Apps haben eine Einstellung, die die Videoqualität reduziert. Das senkt den Verbrauch spürbar.
Auch der Zugriff auf Cloud-Speicher verbraucht Daten, besonders wenn Fotobackups automatisch über das Mobilfunknetz laufen. Die meisten Dienste laden standardmäßig nur im WLAN hoch. Prüfen Sie diese Einstellung, wenn Sie Ihr Datenvolumen im Blick behalten möchten.
Offline-Karten und Stauwarnungen
Navigations-Apps verbrauchen während der Fahrt nicht besonders viel, solange die Karten regelmäßig geladen werden. Das Problem sind die Kartendaten, die bei jeder Nutzung neu heruntergeladen werden können. Wer viel unterwegs ist und häufig die Route wechselt, sollte für bekannte Strecken Offline-Karten herunterladen. Google Maps und andere Anbieter erlauben das für bestimmte Regionen; dann funktioniert die Navigation ohne laufenden Datentransfer.
Hinzu kommen Verkehrsinformationen und Stauwarnungen, die während der Fahrt aktualisiert werden. Das summiert sich über den Monat, bleibt aber im Vergleich zu Videostreaming überschaubar.
Updates und automatische Downloads
App-Updates und Systemaktualisierungen werden oft unbemerkt heruntergeladen, wenn das Smartphone mit dem Mobilfunknetz verbunden ist. Ein einzelnes App-Update kann mehrere hundert Megabyte groß sein, ein Systemupdate auf dem Handy deutlich mehr. Viele Handys laden Updates nur im WLAN herunter, aber nicht alle. In den Einstellungen Ihres Geräts können Sie prüfen, ob automatische Downloads über das Mobilfunknetz erlaubt sind, und das gegebenenfalls deaktivieren.
Datenverbrauch messen und Tarif anpassen
Ihren persönlichen Bedarf bestimmen Sie am einfachsten über die Verbrauchsanzeige im Smartphone. Unter Android finden Sie diese in den Einstellungen unter „Datennutzung“ oder „Mobilfunk & Daten“, beim iPhone unter „Mobiles Netz“. Dort sehen Sie den Verbrauch der aktuellen Periode, oft aufgeschlüsselt nach Apps. Zusätzlich zeigt die App oder die Webseite Ihres Mobilfunkanbieters den bisherigen Monatsverbrauch.
Wenn Sie zwei bis drei Monate lang beobachten, erkennen Sie Muster: Ist das Volumen am Monatsende regelmäßig aufgebraucht, erhöhen Sie den Tarif. Bleiben Sie deutlich unter dem Limit, können Sie Geld sparen, indem Sie einen kleineren Tarif wählen.
Daten sparen mit WLAN und Datensparmodus
Die meisten modernen Smartphones bieten einen Datensparmodus an. Er verhindert, dass Apps im Hintergrund Daten laden, und reduziert bei vielen Diensten die Qualität von Bildern und Videos. Das ist besonders nützlich, wenn Sie kurz vor Monatsende noch Volumen übrig haben möchten.
Laden Sie größere Dateien wie Filme, Serienfolgen, Podcast-Folgen oder Kartendaten im WLAN herunter. Streaming-Dienste bieten die Möglichkeit, Inhalte vorab herunterzuladen, sodass Sie unterwegs keine Daten verbrauchen. Auch die automatische Synchronisierung von Cloud-Fotos lässt sich auf WLAN beschränken.
Datenverbrauch beobachten und notieren
Wenn Sie unsicher sind, welcher Tarif zu Ihnen passt, gehen Sie systematisch vor. Notieren Sie sich über zwei bis drei Monate, wie viel Datenvolumen Sie tatsächlich verbrauchen. Vergleichen Sie das mit Ihrem aktuellen Tarif. So sehen Sie schnell, ob Sie mehr Volumen brauchen oder ob ein kleinerer Tarif reicht. Die Verbrauchsanzeige im Smartphone und die Angaben Ihres Anbieters liefern dafür alle nötigen Zahlen.