Preis pro Gigabyte: Tarife richtig vergleichen

Handytarife werben mit großen Datenpaketen und niedrigen Monatspreisen. Der direkte Vergleich fällt schwer, weil die Tarife unterschiedlich viel Datenvolumen enthalten und unterschiedlich lange laufen. Der Preis pro Gigabyte (GB) ist der Monatsdurchschnittspreis für ein Gigabyte Datenverkehr. Wer Laufzeit, Anschlusspreis und versteckte Kosten einbezieht, sieht, welcher Tarif tatsächlich günstig ist.

Preis pro Gigabyte berechnen

Teilen Sie den Monatspreis durch das Datenvolumen. Das ergibt den Preis pro Gigabyte. So vergleichen Sie Tarife mit unterschiedlichen Volumina.

Die Formel wird aussagekräftiger, wenn Sie den tatsächlichen Monatspreis einsetzen. Berücksichtigen Sie alle Kosten, die monatlich anfallen. Dazu gehören neben der Grundgebühr auch Aufschläge für zusätzliche SIM-Karten oder optionale Pakete. Der reine Listenpreis ohne Zusatzkosten führt zu einem falschen Ergebnis.

Laufzeiten und Einmalzahlungen einrechnen

Tarife mit langer Mindestlaufzeit sind oft günstiger pro Monat, binden Sie aber über einen langen Zeitraum. Um Tarife mit unterschiedlichen Laufzeiten fair zu vergleichen, rechnen Sie alle Kosten auf einen gemeinsamen Zeitraum um. Am einfachsten rechnen Sie die Gesamtkosten über die gesamte Vertragslaufzeit aus.

Einmalzahlungen wie Anschlusspreis oder Bereitstellungsgebühren gehören in diese Rechnung. Ein Anschlusspreis erhöht die Monatskosten, wenn er auf die Laufzeit umgelegt wird. Auch Gutschriften und Boni, etwa ein Startguthaben oder ein Gratismonat, senken die tatsächlichen Kosten. Ziehen Sie sie vom Gesamtbetrag ab.

Was der Preis pro Gigabyte nicht zeigt

Die Kennzahl vergleicht nur den Datenpreis, nicht die Qualität des Tarifs. Zwei Tarife mit demselben Preis pro Gigabyte können sich deutlich unterscheiden.

Die Netzabdeckung und die maximale Geschwindigkeit sind entscheidend. Ein günstiger Tarif im schwachen Netz bringt wenig, wenn Sie unterwegs keine Verbindung bekommen. Achten Sie auf die Drosselung: Viele Tarife reduzieren die Geschwindigkeit nach Verbrauch des Datenvolumens auf ein Minimum, das für Navigation oder Streaming nicht mehr ausreicht. Die Bedingungen dafür stehen in den Tarifdetails.

Auch die Datenautomatik sollten Sie prüfen. Manche Anbieter buchen nach Verbrauch des Inklusivvolumens automatisch zusätzliche Datenpakete dazu, oft ohne dass Sie es bemerken. Prüfen Sie, ob Sie diese Funktion abschalten können. EU-Roaming ist inzwischen Standard, aber die Bedingungen für die Nutzung im Ausland unterscheiden sich je nach Anbieter.

Den eigenen Verbrauch realistisch schätzen

Der Preis pro Gigabyte hilft nur, wenn Sie wissen, wie viel Daten Sie tatsächlich verbrauchen. Wer nur wenig Daten verbraucht, braucht kein großes Datenpaket, auch wenn der Preis pro Gigabyte dort niedriger liegt. Die Gesamtkosten entscheiden, nicht der Stückpreis.

Sie können Ihren Verbrauch in den Einstellungen Ihres Smartphones einsehen. Die meisten Geräte zeigen den Datenverbrauch der letzten Wochen und Monate an. Nutzen Sie diese Werte als Grundlage und rechnen Sie einen Puffer für Monate mit mehr Streaming oder Navigation ein. Ein Tarif, der knapp über Ihrem Durchschnittsverbrauch liegt, ist meist die bessere Wahl als ein übergroßes Paket.