Handyvertrag online abschließen

Einen Handyvertrag schließen Sie online in wenigen Minuten ab, ohne in ein Ladengeschäft zu gehen. Online sparen Sie Zeit und vergleichen alle Anbieter und Tarife direkt. Oft erhalten Sie dabei günstigere Konditionen als im Geschäft. Entscheidend sind die Tarifarten, die Wahl des Netzes und die Schritte vom Vergleich bis zur Identifikation.

Warum sich der Online-Abschluss lohnt

Der größte Vorteil ist die Auswahl. In Ladengeschäften arbeiten Mobilfunkanbieter nur mit wenigen Vertragspartnern zusammen, daher ist die Auswahl klein. Online stellen Sie Tarife aller Netze und Anbieter nebeneinander, ohne an Öffnungszeiten gebunden zu sein. Mit Vergleichsrechnern wählen Sie bestimmte Leistungsmerkmale aus und vergleichen die Konditionen konkreter Tarife direkt. So gleichen Sie Ihr Nutzerverhalten mit den Angeboten ab und finden die günstigste Variante.

Sonderaktionen gibt es online häufiger als im Geschäft. Der Erlass der Einrichtungsgebühr, ermäßigte Monatsgebühren für einen bestimmten Zeitraum oder zusätzliche Leistungen im Tarif gehören dazu. Auch eine Gutschrift bei der Rufnummernmitnahme oder ein neues Smartphone als Vertragsbestandteil sind übliche Anreize.

Die vier Mobilfunknetze in Deutschland

In Deutschland gibt es vier Mobilfunknetze, auch wenn viele Verbraucher nur von drei sprechen. Die Netzbetreiber sind die Telekom, Vodafone, Telefónica (O2) und seit einigen Jahren 1&1. 1&1 baut ein eigenes Netz auf und nutzt derzeit noch Antennen von Vodafone mit.

Die Telekom betreibt das älteste und am dichtesten ausgebaute Netz, das seit vielen Jahren besteht und bis auf wenige regionale Lücken guten Empfang bietet. Vodafone ist aus der Fusion von D2 Mannesmann und dem britischen Vodafone hervorgegangen und hat inzwischen eine ähnliche Verfügbarkeit und Qualität wie das Telekom-Netz. Das O2-Netz von Telefónica entstand aus dem Zusammenschluss von O2 und E-Plus. Es ist flächendeckend verfügbar, schneidet in ländlichen Regionen und entlang von Bahnstrecken aber häufiger schlechter ab als die beiden D-Netze.

Die Netzqualität beeinflusst den Preis direkt. Die Telekom verlangt für ihre gute Abdeckung in der Regel die höchsten Monatsgebühren. Vodafone bietet ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis, während O2 und 1&1 häufig die günstigsten Tarife anbieten. Wer ein begrenztes Budget hat, muss bedenken, dass ein günstigerer Tarif im O2- oder 1&1-Netz in manchen Gegenden zu schlechterem Empfang führen kann. Prüfen Sie vor dem Abschluss, wie die Netzabdeckung an Ihren regelmäßigen Aufenthaltsorten ist. Auf den Websites der Netzbetreiber finden Sie Abdeckungskarten, mit denen Sie sich einen ersten Eindruck verschaffen können.

Alle Netzbetreiber haben Vertragspartner, die Nutzungsrechte erworben haben und eigene Tarife anbieten. Zu den bekannten Discountern zählen Fonic im O2-Netz, Congstar im Telekom-Netz und otelo im Vodafone-Netz. Anbieter wie Klarmobil haben Nutzungsrechte an mehreren Netzen. Diese Vielfalt ist der Hauptgrund, weshalb sich ein Online-Vergleich lohnt: Sie sind weder auf ein Netz noch auf einen bestimmten Anbieterkreis beschränkt.

Tarifarten im Überblick

Die Tarife unterscheiden sich in mehreren Punkten: im Mobilfunknetz, in der Surfgeschwindigkeit und in den enthaltenen Kontingenten und Flatrates. Hinzu kommen eine eventuelle Grundgebühr, die Vertragslaufzeit sowie Sonderkonditionen. Für die Wahl des passenden Tarifs ist Ihr eigenes Nutzungsverhalten entscheidend.

Nutzungsabhängige Tarife berechnen nur die tatsächlich genutzten Leistungen. Sie eignen sich für Menschen, die das Handy nur selten nutzen. Beachten Sie, dass auch dann eine monatliche Grundgebühr anfallen kann, wenn Sie keine Leistungen nutzen. In diesem Fall ist ein Prepaid-Tarif oft die günstigere Alternative.

Pakettarife enthalten ein festes Kontingent an Telefonminuten, SMS oder Datenvolumen pro Monat. Sie passen zu allen, die regelmäßig telefonieren oder surfen, aber keine unbegrenzte Flatrate benötigen. Die Gestaltung der Pakete unterscheidet sich stark zwischen den Anbietern, sowohl beim Umfang als auch bei den enthaltenen Netzen und der Surfgeschwindigkeit. Nach Verbrauch des Datenvolumens wird die Geschwindigkeit häufig gedrosselt.

Allnet-Flats decken Telefonate in alle deutschen Mobilfunknetze und ins Festnetz ab. Gegen einen festen Monatsbetrag telefonieren Sie ohne gesonderte Abrechnung. Eine Allnet-Flat lohnt sich für Vieltelefonierer, sofern die Einzelkosten den Pauschalbetrag übersteigen. Achten Sie auf die Details: Bei einigen Anbietern sind SMS enthalten, bei anderen nur in begrenzter Anzahl oder gar nicht. Auch die Abrechnung der mobilen Datenübertragung variiert. Manche Anbieter gestalten Allnet-Flats modular, sodass Sie zusätzliche Dienste gegen eine Pauschale hinzubuchen können.

Prepaid-Tarife sind längst nicht mehr nur für Wenigtelefonierer interessant. Es gibt sie für Telefonie und mobiles Internet. Die Abrechnung erfolgt nutzungsbasiert oder über einen Pakettarif beziehungsweise eine Flatrate. Der Vorteil liegt im Verzicht auf eine monatliche Grundgebühr und eine feste Vertragslaufzeit. Allerdings kann die Buchung von Leistungen laufzeitbezogen sein, etwa für jeweils einen Monat mit automatischer Verlängerung.

Flatrates richtig wählen

Eine Flatrate bedeutet, dass Sie eine bestimmte Leistung gegen einen Pauschalbetrag unbegrenzt nutzen können. Vieltelefonierer und Vielfrager sparen dadurch Kosten. Der Nachteil ist die monatliche Gebühr, die auch bei Nicht- oder Wenignutzung anfällt. Zudem bindet eine mehrjährige Vertragslaufzeit. Das ist nachteilig, wenn sich der Tarif langfristig als teurer erweist oder sich Ihre finanzielle Situation ändert.

Bei den Flatrates gibt es mehrere Varianten. Die Allnet-Flatrate bezieht sich auf Telefonate in alle deutschen Netze inklusive Festnetz. Mit einer SMS-Flatrate versenden Sie beliebig viele SMS gegen einen Pauschalbetrag, wobei Einschränkungen bei den Empfängernetzen möglich sind. Die Flatrate ins gleiche Netz deckt nur Anrufe zu Empfängern ab, die dasselbe Mobilfunknetz nutzen. Anrufe in andere Netze werden gesondert abgerechnet.

Eine Anbieter-Flatrate oder Community-Flat lohnt sich, wenn Ihre Kontakte überwiegend beim selben Anbieter sind. Ein Pauschalbetrag deckt dann Telefonate, gegebenenfalls auch SMS, mit entsprechenden Empfängern ab. Dienstleister nutzen diese Variante als Anreiz für Freunde und Bekannte, sich für den gleichen Vertragspartner zu entscheiden. Oft gibt es Gutschriften oder besondere Leistungen gratis für jede erfolgreiche Empfehlung. Eine andere Form ist die Community-Flat. Sie umfasst bestimmte, vorab festgelegte Rufnummern, die Sie kostenlos anrufen können.

Mobiles Internet und Datenvolumen

Das mobile Internet ist für die meisten Nutzer inzwischen der wichtigste Bestandteil eines Handyvertrags. Datenvolumen fällt beim Einkaufen, in sozialen Netzwerken, beim Onlinebanking, bei der Navigation und in Chatfunktionen an. Je nach Nutzung kann das beträchtlich anfallen. Für häufige Nutzung ist eine Internet-Flatrate daher Pflicht. Wie diese gestaltet sein sollte, richtet sich nach dem üblicherweise verbrauchten Datenvolumen, der Geschwindigkeit und der Verfügbarkeit des Netzes.

Die mobilen Netzstandards heißen 2G, 3G und 4G. GSM ist der ursprüngliche Standard, UMTS (3G) erlaubt die parallele Nutzung von Telefonie, Internet und GPS mit Geschwindigkeiten bis 2 Mbit pro Sekunde. HSDPA (3G+) ist eine Weiterentwicklung mit üblichen Geschwindigkeiten von mehreren Mbit pro Sekunde. Den schnellsten Zugang ermöglicht LTE (4G) mit sehr hohen Geschwindigkeiten. LTE ist aus UMTS entstanden und abwärtskompatibel, sodass in Gebieten ohne LTE-Abdeckung weiterhin ein Internetzugang über die älteren Standards möglich ist.

Die Netzbetreiber selbst können alle Tarife in LTE-Highspeed-Qualität anbieten. Bei den Vertragspartnern hängt die Geschwindigkeit von den gebuchten Frequenzen ab. LTE ist daher nicht über jeden Anbieter erhältlich, obwohl es grundsätzlich in jedem Netz verfügbar ist. Mit einem geeigneten Flatrate-Tarif erreichen Sie über HSDPA als Alternative ebenfalls ein recht schnelles Netz.

Über die Eignung einer Flatrate entscheidet neben den Kosten vor allem das enthaltene Datenvolumen. Ist dieses verbraucht, buchen Sie zusätzliches Volumen hinzu oder akzeptieren eine gedrosselte Geschwindigkeit. Prüfen Sie vor dem Abschluss, wie viel Datenvolumen Sie in einem durchschnittlichen Monat verbrauchen. Wer regelmäßig Videos streamt oder große Dateien herunterlädt, benötigt ein größeres Kontingent als jemand, der hauptsächlich Nachrichten liest und navigiert.

Der Ablauf beim Online-Abschluss

Der Online-Abschluss folgt einem festen Ablauf und ist in wenigen Minuten erledigt. Zuerst vergleichen Sie die Tarife über einen Vergleichsrechner oder direkt auf den Websites der Anbieter. Sie wählen die gewünschten Leistungsmerkmale aus, etwa Datenvolumen, Geschwindigkeit, Flatrates und Vertragslaufzeit, und stellen die relevanten Tarife gegenüber.

Nach der Auswahl des passenden Tarifs geben Sie Ihre persönlichen Daten ein. Dazu gehören in der Regel Name, Adresse, Geburtsdatum und Bankverbindung. Anschließend müssen Sie sich identifizieren. Bei Online-Abschlüssen sind das Postident-Verfahren (Sie weisen sich in einer Filiale aus), die Identifikation per Video (ein Mitarbeiter prüft Ihren Ausweis per Kamera) oder das elektronische Identifizierungsverfahren mit dem Personalausweis üblich. Diese Verfahren stellen sicher, dass beide Vertragspartner auf der sicheren Seite sind und keine fremde Person einen Vertrag in Ihrem Namen abschließt.

Nach der Identifikation wird der Antrag abgeschickt. Der Anbieter prüft die Bonität und schickt Ihnen die Vertragsunterlagen zu. Die SIM-Karte wird in der Regel innerhalb weniger Tage freigeschaltet. Achten Sie beim Abschluss auf die Vertragslaufzeit, die Kündigungsfrist und die Bedingungen für eine eventuelle Rufnummernmitnahme. Prüfen Sie diese Punkte in den Vertragsunterlagen vor der Unterschrift.