Datenverbrauch unter Android prüfen und kontrollieren
Wenn Ihr Mobilfunktarif nur ein begrenztes Datenvolumen enthält, sollten Sie den Verbrauch Ihres Android-Geräts prüfen. Android zeigt seit vielen Versionen eine detaillierte Statistik an: wie viele Megabyte oder Gigabyte Sie im aktuellen Abrechnungszeitraum verbraucht haben und welche Apps den größten Anteil daran haben.
Sie können außerdem eine Warnschwelle und ein hartes Limit einstellen. Dann stoppt das Gerät den mobilen Datenverkehr, bevor das Volumen aufgebraucht ist.
Wo Android den Verbrauch anzeigt
Die Datennutzungsanzeige finden Sie in den Systemeinstellungen, nicht in einer einzelnen App. Der genaue Pfad hängt von der Android-Version und dem Hersteller ab, folgt aber einem ähnlichen Muster.
Bei einem weitgehend unveränderten Android öffnen Sie die Einstellungen und tippen auf „Netzwerk & Internet" und dann auf „Mobile Daten" oder direkt auf „Datennutzung". Dort sehen Sie eine Übersicht mit dem verbrauchten Volumen im aktuellen Zeitraum, oft als Balkendiagramm mit dem Verlauf der letzten Wochen. Bei Samsung-Geräten heißt der Einstiegspunkt „Verbindungen" und darunter „Datennutzung". Andere Hersteller wie Xiaomi oder Huawei platzieren die Anzeige unter „SIM-Karten & mobile Netzwerke" oder „Mobile Daten".
Die Anzeige unterscheidet zwischen mobilen Daten und WLAN. Wenn Sie nur den Verbrauch über das Mobilfunknetz prüfen möchten, stellen Sie die Ansicht auf „Mobilfunk" oder „Mobile Daten". Der WLAN-Verbrauch zählt nicht zu Ihrem Datenvolumen, kann aber zeigen, welche Apps besonders viel übertragen.
Welche Apps wie viel verbrauchen
Die Verbrauchsübersicht listet jede App einzeln auf, sortiert nach der Menge der übertragenen Daten. Sie erreichen diese Liste über denselben Einstiegspunkt wie die Gesamtübersicht, meist über „App-Datennutzung" oder einen Eintrag im Diagramm.
Dort sehen Sie für jede App zwei Werte: den Verbrauch im Vordergrund, also wenn Sie die App aktiv nutzen, und den Verbrauch im Hintergrund, wenn die App im Hintergrund läuft und Daten synchronisiert. Gerade der Hintergrundverbrauch führt oft zu einem überraschend leeren Datenvolumen. Messaging-Dienste, E-Mail-Clients und soziale Netzwerke laden regelmäßig neue Inhalte, auch wenn Sie sie nicht geöffnet haben.
Die Zahlen sind Richtwerte und nicht immer exakt. Android zählt den Datenverkehr, der über die jeweilige App läuft. Einige Systemdienste und geteilte Verbindungen lassen sich aber nicht immer eindeutig einer einzelnen App zuordnen. Für die Entscheidung, welche App Sie einschränken sollten, reicht die Anzeige aber völlig aus.
Warnschwelle und Limit einstellen
Android bietet zwei Schutzmechanismen: eine Warnschwelle und ein hartes Limit. Die Warnschwelle ist ein Hinweis, der erscheint, wenn Sie einen selbst gewählten Verbrauch erreicht haben. Das Limit stoppt den mobilen Datenverkehr komplett, bis Sie es wieder erhöhen oder deaktivieren.
Zum Einrichten öffnen Sie die Datennutzungsübersicht und tippen auf das Zahnradsymbol oder auf „Datenlimit". Dort stellen Sie zunächst den Abrechnungszeitraum ein, also den Tag, an dem Ihr Tarif monatlich zurückgesetzt wird. Wenn Sie diesen Tag nicht kennen, finden Sie ihn in Ihrem Vertrag oder in der App Ihres Mobilfunkanbieters. Wenn der Zeitraum nicht stimmt, sind die Warnungen wertlos, weil Android den Verbrauch ab dem falschen Datum zählt.
Danach legen Sie die Warnschwelle fest, zum Beispiel bei einem selbst gewählten Prozentsatz Ihres Volumens. Das Limit setzen Sie auf den vollen Umfang Ihres Tarifs. Setzen Sie die Warnschwelle also unter Ihr Datenvolumen und das Limit auf den vollen Umfang. Android warnt Sie dann beim Erreichen der Schwelle und unterbricht die mobile Datenverbindung beim Limit. WLAN bleibt davon unberührt.
Manche Hersteller verschieben diese Optionen an andere Stellen oder benennen sie um. Bei Samsung finden Sie die Einstellungen unter „Datennutzung" und dann „Datenlimit und Warnung". Bei anderen Geräten kann die Funktion unter „Mobile Daten" oder „SIM-Karten" versteckt sein. Wenn Sie die Option nicht finden, suchen Sie in den Einstellungen nach „Datenlimit" oder „Datennutzung".
Datensparmodus für sparsames Surfen
Zusätzlich zum Limit gibt es den Datensparmodus, den Android als Systemfunktion mitbringt. Er reduziert die übertragene Datenmenge. Dazu hindert er Apps im Hintergrund daran, Daten zu senden oder zu empfangen, und komprimiert bestimmte Inhalte wie Bilder und Videos, sofern die App das unterstützt.
Der Datensparmodus ist besonders nützlich, wenn Sie einen Tarif mit begrenztem Datenvolumen haben und den Verbrauch senken möchten, ohne auf einzelne Apps verzichten zu müssen. Sie schalten ihn in der Datennutzungsübersicht über den Schalter „Datensparmodus" ein. Bei vielen Geräten können Sie festlegen, welche Apps auch im Sparmodus unbegrenzt Daten nutzen dürfen. Das ist sinnvoll für Messaging-Dienste, wenn Sie auch im Sparmodus zuverlässig erreichbar bleiben möchten.
Der Sparmodus ersetzt keine Kontrolle über das Limit. Er senkt den Verbrauch, garantiert aber nicht, dass Sie Ihr Volumen nicht doch aufbrauchen. Die Kombination aus Datensparmodus und hartem Limit gibt Ihnen die größte Sicherheit.
Verbrauch über die Hersteller-App prüfen
Viele Mobilfunkanbieter bieten eigene Apps an, die den Verbrauch in Echtzeit anzeigen und oft genauer sind als die Android-eigene Zählung. Der Grund: Der Anbieter kennt den tatsächlichen Stand Ihres Vertrags, während Android nur den Verkehr auf dem Gerät zählt. Wenn Sie kurz vor dem Monatsende wissen möchten, ob Sie noch Volumen übrig haben, ist die Anbieter-App die zuverlässigere Quelle.
Die Android-Anzeige und die Anbieter-App können voneinander abweichen. Das liegt daran, dass Android den Verbrauch ab dem von Ihnen eingestellten Zeitraum zählt. Außerdem ordnet es nicht alle Verbindungen korrekt zu. Der Anbieter zählt dagegen alle Daten, die über seine Netze laufen, unabhängig vom Gerät. Wenn Sie ein Datenlimit einstellen, sollten Sie sich auf die Android-Zählung verlassen, weil Android auch das Limit durchsetzt. Für die Frage, wie viel Volumen im Tarif noch übrig ist, ist die Anbieter-App maßgeblich.