SIM-Only: Wann ein Handyvertrag ohne Handy sinnvoll ist
Ein SIM-only-Vertrag ist ein Mobilfunkvertrag ohne Smartphone: Sie bekommen nur die SIM-Karte mit Datenvolumen, Telefonflat und SMS und nutzen Ihr vorhandenes Gerät weiter. Bei vielen Anbietern kostet ein SIM-only-Tarif nur wenige Euro im Monat, deutlich weniger als ein Tarif mit Handy.
Ein solcher Vertrag lohnt sich, wenn Ihr aktuelles Smartphone noch funktioniert und Sie kein neues Gerät brauchen. Wer das Handy stattdessen in Raten in den Vertrag packen lässt, verteilt den Kaufpreis über die Laufzeit und zahlt dafür jeden Monat mehr. Die Frage ist: Brauchen Sie ein neues Gerät, oder reicht das vorhandene?
Wann sich SIM-only lohnt
SIM-only lohnt sich für alle, die ihr Handy bereits besitzen und es in den nächsten zwei Jahren nicht ersetzen wollen. Wer sein Gerät separat kauft, es über mehrere Jahre nutzt und nicht jedes Jahr ein neues Modell braucht, spart jeden Monat den Anteil, der im klassischen Vertrag für die Gerätefinanzierung verrechnet wird. Gerade wer ein gebrauchtes Gerät oder ein Modell der Vorgängergeneration nutzt, kommt mit einem Tarif ohne Handy deutlich günstiger weg.
Flexibilität ist der zweite Vorteil. Viele SIM-only-Tarife haben kurze Laufzeiten, manche laufen monatlich. Wer den Anbieter wechseln möchte, etwa weil der Wohnort wechselt oder ein anderer Netzbetreiber am neuen Standort besser versorgt, ist ohne Gerätebindung freier. Auch wer eine zweite SIM-Karte für ein Nebengerät braucht, wählt besser einen reinen Datentarif, statt ein zusätzliches Handy mitzufinanzieren.
Was Sie monatlich sparen
Bei simyo kostet die S Flex mit 25 GB 5G und Allnet-Flat rechnerisch null Euro pro Monat, wenn man die Kosten auf die ersten drei Monate verteilt, weil simyo die Anschlussgebühr erstattet. Nach dieser kurzen Aktionsphase steigt der Preis auf das reguläre Niveau. Das Beispiel zeigt, wie stark Anbieter bei SIM-only-Tarifen werben, weil sie kein Gerät mitfinanzieren müssen.
Vodafone gewährt Neukunden auf die Tarife Mobil XS bis XL 25 Prozent Rabatt für eine begrenzte Zeit. Dieser Nachlass gilt nur, wenn keine monatliche Smartphone-Rate im Vertrag steckt. Wer also ein Gerät in Raten mitbezahlt, verliert den Rabatt und zahlt entsprechend mehr. Bei SIM-only kommt der volle Rabatt bei Ihnen an, weil kein Gerät mitfinanziert wird.
Bei den GigaMobil-Young-Tarifen von Vodafone gibt es Rabatte für beide Varianten: Für den S-Tarif ohne Smartphone sind es 10 Euro monatlich, mit Smartphone 12 Euro. Der höhere Nachlass beim Handy-Tarif gleicht teilweise die Gerätekosten aus. Ob Sie am Ende weniger zahlen, hängt vom Grundpreis ab, den Sie nur im Tarifblatt finden. Vergleichen Sie deshalb immer die Endbeträge über die volle Laufzeit.
Wann ein Handy im Vertrag passt
Ein Vertrag mit Handy ist sinnvoll, wenn Sie ein neues, teures Gerät benötigen und den Kaufpreis nicht auf einmal zahlen möchten. Über die Vertragslaufzeit verteilt erscheint die monatliche Rate niedriger als ein Einmalkauf. Sie sollten dabei immer den Gesamtpreis vergleichen: Die Summe aus allen monatlichen Raten liegt in der Regel höher als der Straßenpreis des Geräts, weil Anbieter Zinsen und Rabatte einkalkulieren.
Auch wer ohnehin regelmäßig ein neues Modell haben möchte und beim Vertragswechsel nicht auf das neueste Gerät verzichten will, kommt mit einem Handy-Vertrag gut zurecht. Entscheidend ist, dass Sie beide Rechnungen nebeneinanderlegen: den SIM-only-Tarif plus separat gekauftes Handy auf der einen Seite, die monatliche Gesamtbelastung mit Geräterate auf der anderen. Gerade bei Discountern und den günstigen Netzmarken schneidet die getrennte Variante meist besser ab.
Achtung bei Lockangeboten
Die niedrigen Preise im ersten Jahr sind nicht immer der Preis, den Sie später zahlen. Der Vodafone-Rabatt von 25 Prozent gilt nur für eine begrenzte Zeit und endet automatisch, auch wenn Sie den Tarif kündigen oder wechseln. Danach zahlen Sie den regulären Listenpreis, der spürbar höher liegt. Rechnen Sie deshalb immer mit dem Preis nach Ablauf der Rabattphase, nicht allein mit dem beworbenen Aktionspreis.
Gleiches gilt für die simyo-Kampagne. Der rechnerische Monatspreis von null Euro entsteht nur, weil simyo die Anschlussgebühr erstattet und die Rechnung auf drei Monate verteilt. Wer den Tarif länger nutzt, zahlt ab dem vierten Monat den normalen Preis. Fragen Sie vor Abschluss, wie hoch der reguläre Monatspreis ist und ob Sie nach der Mindestlaufzeit problemlos kündigen können. Achten Sie außerdem auf die Anschlussgebühr: Manche Anbieter verlangen sie einmalig, andere verrechnen sie im ersten Rechnungsmonat.