24 Monate Laufzeit: Wann sich die lange Vertragsbindung lohnt

Bei Strom und Gas müssen Sie eine Grundsatzentscheidung treffen: Ein 24-Monats-Vertrag bindet Sie zwei Jahre an Anbieter und festen Preis. Ein flexibler Tarif ist monatlich kündbar, dafür kann der Anbieter den Preis anpassen. Die lange Bindung lohnt nur, wenn der Preisvorteil real ist und sich Ihre Lebensumstände nicht ändern. Entscheidend sind die tatsächliche Ersparnis über die gesamte Laufzeit, Ihre Wohnsituation und Ihr Bedürfnis nach Planungssicherheit.

Was der Preisvorteil bringt

Ein 24-Monats-Vertrag legt den Arbeitspreis fest, also den Preis pro Kilowattstunde, und den monatlichen Grundpreis für zwei Jahre. Steigen die Energiepreise in dieser Zeit, zahlen Sie weiter den vereinbarten Preis. Sinken die Preise, bleiben Sie an den teureren Tarif gebunden. Ein langer Vertrag ist damit eine Wette auf steigende oder zumindest stabile Preise.

Der Preisvorteil gegenüber einem flexiblen Tarif ist nicht automatisch da. Manche Anbieter locken mit einem hohen Neukundenbonus. Der Bonus lässt die ersten Monate günstig erscheinen, senkt aber den monatlichen Preis nicht. Entscheidend sind die Jahreskosten ohne Bonus. Nur wenn der 24-Monats-Tarif über die gesamte Laufzeit günstiger ist als ein flexibler Tarif, lohnt sich die Bindung.

Wann sich 24 Monate lohnen

Die lange Bindung passt zu einer stabilen Situation. Wer in einer eigenen Wohnung oder im eigenen Haus wohnt und nicht plant, in den nächsten zwei Jahren umzuziehen, kann die Preisgarantie voll ausnutzen. Auch wer Wert auf kalkulierbare Kosten legt, etwa mit einem knappen Budget, profitiert von der festen Planung.

Ein Sonderkündigungsrecht schützt Sie, wenn der Anbieter während der Laufzeit den Preis erhöht. Dann können Sie vorzeitig aussteigen. Diese Möglichkeit besteht unabhängig von der vereinbarten Laufzeit. Ansonsten gilt: Während der 24 Monate sind Sie an den Vertrag gebunden, danach läuft er in der Regel mit einer Kündigungsfrist weiter.

Wann ein flexibler Tarif besser ist

Ein flexibler Tarif passt, wenn sich Ihre Situation ändern kann. Wer eine neue Wohnung sucht, beruflich umziehen muss oder nicht sicher ist, ob der Verbrauch gleich bleibt, sollte keine lange Bindung eingehen. Auch wer erwartet, dass die Preise fallen, fährt mit einem monatlich kündbaren Tarif besser, weil er auf günstigere Angebote reagieren kann.

Der Preis dafür ist die Unsicherheit. Der Anbieter kann den Preis unter Einhaltung gesetzlicher Fristen anpassen, und Sie müssen regelmäßig vergleichen, ob Ihr Tarif noch marktgerecht ist. Wer einen flexiblen Tarif wählt, muss den Markt im Blick behalten.

So vergleichen Sie Tarife richtig

Vergleichsportale zeigen die Tarife, aber die Voreinstellungen verfälschen das Bild. Zwei Filter sollten Sie ändern: Lassen Sie den Bonus nicht in die Jahreskosten einrechnen, weil der einmalige Betrag den monatlichen Vergleich verzerrt. Deaktivieren Sie außerdem die Option, nur Tarife mit direkter Wechselmöglichkeit anzuzeigen, weil diese Auswahl das Angebot unnötig einschränkt.

Bevor Sie unterschreiben, prüfen Sie den Anbieter. Die Preisunterschiede zwischen den Tarifen sind groß, und ein Wechsel lohnt sich häufig. Das gilt besonders, wenn Sie noch den Standardtarif der Grundversorgung zahlen. Ein günstiger Preis nützt wenig, wenn der Anbieter unzuverlässig ist. Suchen Sie nach Erfahrungen anderer Kunden und prüfen Sie, ob der Anbieter etabliert ist.