Handy mit Vertrag: Warum sich Bundles für Wenignutzer selten lohnen
Ein Bundle ist ein Smartphone, das zusammen mit einem Mobilfunkvertrag meist über eine mehrjährige Laufzeit verkauft wird. Das Gerät kostet oft nur einen Euro, die Monatsgebühr ist dafür höher, weil der Anbieter den Gerätepreis über die Laufzeit verteilt. Wer als Wenignutzer nur wenige Gigabyte im Monat verbraucht, zahlt zu viel: Die Rechnung bündelt Datenvolumen und Gerät, auch wenn Sie das Volumen nicht nutzen.
Die Anbieter schlagen den Gerätepreis auf die Monatsgebühr auf, dazu kommt der Tarifanteil. Ein Wenignutzer mit zwei oder drei Gigabyte im Monat bezahlt also einen Großteil für Leistung, die er nicht nutzt.
Warum der Gerätepreis im Monatspreis steckt
Die Werbung mit dem Ein-Euro-Smartphone verschleiert, wie das Geschäft funktioniert. Der Anbieter kauft das Gerät, gibt es Ihnen günstig ab und holt sich die Differenz über die Monatsgebühr zurück. Sie sehen am Ende nur eine Zahl auf der Rechnung, können aber nicht erkennen, welcher Teil das Gerät und welcher Teil der Tarif ist.
Für Wenignutzer ist genau diese Mischkalkulation das Problem. Die Tarife in Bundles enthalten meist Datenvolumen von 20 Gigabyte aufwärts oder sogar unbegrenztes Surfen. Wer davon nur einen Bruchteil nutzt, bezahlt für das Volumen mit, obwohl es ihm nichts bringt. Der Geräteanteil bleibt dagegen voll in der Rechnung, egal wie wenig Sie telefonieren.
Was ein Bundle für Wenignutzer kostet
Die Preise liegen weit auseinander. Ein reiner Datentarif mit 20 Gigabyte und Allnet-Flat kostet zum Beispiel im EDEKA-smart-Jahrespaket 79,95 Euro im Jahr, umgerechnet etwa 6,24 Euro im Monat. Ein Bundle mit einem Mittelklasse-Smartphone kostet pro Monat ein Vielfaches davon, weil der Gerätepreis eingerechnet ist.
Für einen Wenignutzer, der ohnehin nur wenige Gigabyte verbraucht, reicht sogar ein noch kleinerer Tarif, der entsprechend weniger kostet. Ein SIM-only-Tarif, also ein Vertrag ohne Smartphone, kostet nur wenige Euro im Monat, während das Bundle oft das Zehnfache oder mehr kostet. Der Unterschied ist der Gerätepreis, den Sie beim Bundle über die Laufzeit abzahlen.
Gerät und Tarif getrennt kaufen
Die Entscheidung treffen Sie mit einer einfachen Rechnung: Zählen Sie die Gesamtkosten über die volle Vertragslaufzeit zusammen. Beim Bundle multiplizieren Sie die Monatsgebühr mit der Laufzeit. Beim getrennten Kauf addieren Sie den Gerätepreis und die Monatsgebühren des SIM-only-Tarifs über denselben Zeitraum.
Für Wenignutzer fällt diese Rechnung meist zugunsten des getrennten Kaufs aus. Ein günstiges Smartphone, das Sie bar oder auf Raten kaufen, kostet Sie einmalig einen festen Betrag. Dazu kommt ein Tarif für wenige Euro im Monat, der zu Ihrem tatsächlichen Verbrauch passt. Sie zahlen nur für das, was Sie nutzen, und der Gerätepreis bleibt transparent.
Der getrennte Kauf hat noch einen Vorteil: Sie bleiben flexibel. Sie sind nicht lange an einen Anbieter gebunden, können bei Bedarf den Tarif wechseln und entscheiden selbst, wann ein neues Gerät ansteht. Beim Bundle bestimmt der Vertrag den Zeitpunkt des Gerätewechsels.
Wann sich ein Bundle doch rechnet
Die Stiftung Warentest hat festgestellt, dass viele Smartphones im Bundle mit Vertrag günstiger sind als im Laden. Diese Rechnung geht aber nur auf, wenn Sie den Vertrag am Ende der Laufzeit rechtzeitig kündigen. Wer die Kündigung verpasst, zahlt danach den vollen Monatspreis weiter und macht aus dem vermeintlichen Schnäppchen einen teuren Vertrag.
Für Nutzer, die das komplette Datenvolumen ausnutzen, hat das Bundle einen Vorteil: Die enthaltenen Gigabyte sind dann kein Abfallprodukt, sondern Leistung, die sie ohnehin kaufen würden. Wer viel streamt, viel unterwegs arbeitet und ohnehin ein neues Oberklasse-Smartphone haben möchte, kann mit einem Bundle günstiger fahren als mit getrenntem Kauf.
Für Wenignutzer greift diese Logik selten. Wer das Datenvolumen nicht braucht, bezahlt im Bundle für etwas, das ihm nichts nutzt. Der Gerätevorteil, den die Stiftung Warentest für den Durchschnittsnutzer ausgemacht hat, schrumpft bei geringem Verbrauch, weil der Tarifanteil der Rechnung zu groß ist für das, was Sie nutzen.
Verbrauch prüfen und Gesamtkosten vergleichen
Prüfen Sie zuerst Ihren tatsächlichen Verbrauch. Die Mobilfunkanbieter zeigen in der App oder im Kundenportal, wie viele Gigabyte Sie in den letzten Monaten genutzt haben. Daraus ergibt sich, welches Datenvolumen Sie brauchen und welcher SIM-only-Tarif reicht.
Vergleichen Sie dann die Gesamtkosten beider Varianten über die volle Laufzeit. Achten Sie beim Bundle auf die Kündigungsfrist und notieren Sie sich das Vertragsende, damit der Vertrag nicht stillschweigend weiterläuft. Beim getrennten Kauf lohnt der Blick auf günstige Jahrespakete, die oft deutlich unter den Monatstarifen liegen.