Handytarife für die Stadt: Worauf Pendler achten sollten
Wer täglich mit Bus, Bahn oder Auto pendelt, nutzt das Handy unterwegs anders. Unterwegs streamt man Videos, navigiert, checkt Mails und lässt den Laptop per Hotspot mitsurfen. Der Tarif muss günstig sein und genug Datenvolumen bieten. Auf der ganzen Strecke muss er außerdem zuverlässig funktionieren.
Bei neuen Handytarifen ist 5G Standard und schneller als LTE, oft ohne Aufpreis. Entscheidend sind der tatsächliche Datenverbrauch und die Netzabdeckung des Anbieters in Ihrem Stadtgebiet sowie auf der Pendelstrecke.
Netzqualität entscheidet über den Alltag
Die Geschwindigkeit eines Tarifs nützt wenig, wenn das Netz auf der U-Bahn-Strecke oder im Stadtteil mit den meisten Sendemasten überlastet ist. Für Pendler zählt vor allem die Versorgung entlang der täglichen Route, also an Bahnhöfen, in Tunneln, an Umsteigepunkten und auf der Strecke zwischen Wohnort und Arbeitsplatz. In deutschen Großstädten sind die Unterschiede zwischen den Netzen spürbar, auch wenn alle großen Anbieter in den Zentren gut ausgebaut sind.
Viele gehen davon aus, dass die Telekom das beste Netz hat. Diese Bewertung stammt aus allgemeinen Netzvergleichen und gilt nicht automatisch für jede Straße oder jeden Bahnhof. In manchen Stadtteilen kann ein anderer Anbieter besser versorgt sein, weil die Masten dort dichter stehen oder andere Frequenzen genutzt werden. Prüfen Sie vor dem Vertragsabschluss die Netzabdeckungskarten der Anbieter für Ihre Strecke. Viele Anbieter veröffentlichen solche Karten online, auf denen Sie sehen, ob 5G, LTE und Tunnel abgedeckt sind. Zusätzlich helfen Erfahrungsberichte von Kollegen oder Nachbarn, die mit demselben Anbieter unterwegs sind.
Datenvolumen richtig einschätzen
Wie viel Datenvolumen Sie pro Monat brauchen, hängt stark davon ab, was Sie unterwegs tun. Wer nur Nachrichten schreibt, Mails abruft und ab und zu eine Webseite öffnet, kommt mit 10 bis 20 Gigabyte im Monat gut aus. Wer regelmäßig Videos streamt, Musik hört oder das Handy als Hotspot für den Laptop nutzt, verbraucht deutlich mehr. Ein einzelner Streaming-Film in hoher Qualität kann mehrere Gigabyte verbrauchen. Auch Navigations-Apps mit Live-Verkehrsdaten summieren sich im Monat.
Für Pendler, die täglich längere Zeit unterwegs sind und dabei Videos schauen oder Podcasts laden, ist ein höheres Datenvolumen ein realistischer Richtwert. Wenn Sie zusätzlich im Zug arbeiten und das Internet per Hotspot mit dem Laptop teilen, sollten Sie eher zu einem Tarif mit einem besonders hohen Datenvolumen greifen. Beachten Sie außerdem, dass viele Tarife nach Verbrauch des Datenvolumens die Geschwindigkeit drosseln. Dann laden Webseiten nur noch langsam und Videos ruckeln. Ein Tarif mit hohem Volumen ist dann die bessere Wahl, auch wenn er etwas mehr kostet.
5G lohnt sich für wen
5G ist schneller als LTE und reagiert mit weniger Verzögerung. Das merkt man vor allem bei großen Downloads, beim Streamen in hoher Qualität und bei der Hotspot-Nutzung. Wer viel unterwegs ist und das Smartphone intensiv nutzt, profitiert von dieser Technik. Wer hauptsächlich kurze Nachrichten schreibt oder gelegentlich surft, merkt kaum einen Unterschied, hat mit einem 5G-Tarif aber auch keine Nachteile.
Da 5G bei den meisten neuen Handytarifen inzwischen Standard ist, müssen Sie nicht aktiv nach einem 5G-fähigen Tarif suchen. Wichtiger ist, dass Ihr Smartphone 5G unterstützt und der Anbieter in Ihrer Gegend 5G ausgebaut hat. In vielen Innenstädten ist das der Fall, in Randlagen oder in Tunneln kann die Verbindung jedoch auf LTE oder sogar langsamere Standards zurückfallen. Ein Tarif, der automatisch zwischen den Netzen wechselt, ist daher die beste Wahl.
Flex-Tarife für wechselwillige Pendler
Wer nicht sicher ist, ob der gewählte Anbieter auf der eigenen Strecke wirklich gut funktioniert, sollte über einen Flex-Tarif ohne lange Laufzeit nachdenken. Solche Tarife lassen sich monatlich kündigen. So können Sie den Anbieter wechseln, wenn die Netzqualität nicht stimmt oder sich die Pendelstrecke ändert. Flex-Tarife sind allerdings oft etwas teurer als vergleichbare Verträge mit längerer Laufzeit. Dafür sparen Sie sich das Risiko, an einem Anbieter festzuhängen, der in Ihrem Alltag nicht funktioniert.
Sinnvoll ist es, zunächst einen Flex-Tarif abzuschließen und die Verbindung auf der täglichen Strecke zu testen. Wenn die Qualität stimmt, können Sie später auf einen günstigeren Tarif mit längerer Laufzeit umsteigen. Achten Sie dabei auf die Kündigungsfristen und darauf, ob ein Anbieterwechsel innerhalb derselben Marke möglich ist, ohne die Rufnummer zu verlieren.
Preis-Leistung nicht nur am Datenvolumen messen
Beim Tarifvergleich sollten Sie nicht nur auf Preis und Gigabyte achten. Wichtig sind auch die maximale Geschwindigkeit, die Drosselung nach Verbrauch und die Bedingungen für die Hotspot-Nutzung. Manche Tarife erlauben das Teilen des Internets nur eingeschränkt oder reduzieren die Geschwindigkeit beim Hotspot-Betrieb. Wenn Sie regelmäßig mit dem Laptop arbeiten, prüfen Sie die Vertragsbedingungen genau.
Ein günstiger Tarif mit viel Datenvolumen ist kein gutes Angebot, wenn die Geschwindigkeit nach wenigen Gigabyte stark sinkt oder die Verbindung in der Bahn häufig abbricht. Vergleichen Sie deshalb immer die tatsächlichen Bedingungen. Prüfen Sie, wie schnell das Netz in der Stadt ist und wie hoch die Drosselgrenze liegt. Klären Sie außerdem, was passiert, wenn Sie das Datenvolumen überschreiten. Manche Anbieter bieten nach Verbrauch eine automatische Zubuchung von zusätzlichen Gigabyte an, andere drosseln sofort. Für Pendler, die unterwegs auf das Internet angewiesen sind, ist eine klare Regelung ohne böse Überraschungen wichtiger als ein paar Euro Ersparnis im Monat.