Versteckter Ratenkauf beim Handyvertrag: So erkennen Sie ihn

Beim Abschluss eines Handyvertrags mit Smartphone zahlen Sie das Gerät in der Regel in Raten mit. Der Monatspreis besteht aus zwei Teilen: dem Tarif und dem Geräteanteil. Der Geräteanteil ist der monatliche Betrag für das Handy, zusätzlich zu den Kosten für Telefonie, SMS und Daten.

Anbieter müssen diese Trennung ausweisen, tun das aber nicht immer. Wer den Anteil nicht erkennt, vergleicht Angebote falsch und zahlt am Ende mehr, als das Gerät wert ist.

Wie das Bundle funktioniert

Die meisten Verträge mit Smartphone haben eine feste Laufzeit. Der Anbieter kauft das Gerät und reicht die Kosten über die Vertragslaufzeit an Sie weiter. Im Monatspreis steckt also ein fester Betrag für das Handy. Rechtlich ist das ein Ratenkauf, auch wenn er nicht so heißt. Sie zahlen das Gerät nicht sofort, sondern verteilt über die Laufzeit.

Der Trick liegt in der Darstellung. Anbieter bewerben oft den Gesamtpreis aus Tarif und Gerät als günstigen Monatspreis. Eine Allnet-Flat mit Smartphone klingt nach einem Tarifpreis, enthält aber das Gerät. Ohne das Gerät wäre derselbe Tarif deutlich günstiger.

Geräteanteil erkennen

Ein paar Signale weisen auf einen versteckten Ratenkauf hin:

  • Die Werbung nennt einen Monatspreis, der Tarif und Gerät zusammenfasst, ohne den Geräteanteil auszuweisen.
  • Das Angebot wirbt mit einer geringen oder keiner Anzahlung oder mit einem besonders günstigen Handy-Preis. Diese Versprechen bedeuten meist: Der Gerätepreis steckt in der Monatsrate.
  • Die Vertragslaufzeit ist fest, und der Monatspreis bleibt über die gesamte Laufzeit gleich hoch.
  • Auf der Anbieter-Website oder im Vergleichsportal gibt es denselben Tarif ohne Gerät zu einem niedrigeren Preis.

Am sichersten rechnen Sie so: Suchen Sie denselben Tarif ohne Smartphone. Die Differenz zum Bundle-Preis ist der Geräteanteil.

Auch Anrufe mit angeblichen Treueangeboten sind Warnsignale. Dahinter steckt häufig eine Vertragsverlängerung oder ein Wechsel in einen teureren Tarif, manchmal verbunden mit einem neuen Gerät. Lassen Sie sich am Telefon nicht zu einer Zusage drängen und prüfen Sie das schriftliche Angebot in Ruhe.

Gerätepreis ausrechnen

Ziehen Sie vom Monatspreis des Bundles den Monatspreis desselben Tarifs ohne Gerät ab. Das Ergebnis multiplizieren Sie mit der Vertragslaufzeit. So erhalten Sie den Gesamtpreis, den Sie für das Handy zahlen. Diesen Betrag vergleichen Sie mit dem Ladenpreis des Geräts. Liegt der Ladenpreis darunter, zahlen Sie einen Aufschlag für die Finanzierung. Liegt er darüber, ist das Bundle günstiger als ein separater Kauf.

Was Anbieter offenlegen müssen

Seit der Reform des Telekommunikationsgesetzes müssen Anbieter in Deutschland den Gerätepreis im Vertrag getrennt vom Tarifpreis ausweisen. Die Vorschrift soll es Verbrauchern ermöglichen, Angebote zu vergleichen. In der Praxis finden Sie die Trennung im Vertragstext oder in der Angebotsübersicht, nicht immer in der Werbung. Prüfen Sie daher das Vertragsdokument, bevor Sie unterschreiben. Fehlt die getrennte Ausweisung, fragen Sie den Anbieter direkt nach dem Geräteanteil.

Wann sich ein Bundle lohnt

Ein Bundle ist nicht grundsätzlich schlecht. Wer das Gerät ohnehin braucht und den Tarif nutzt, zahlt bequem in Raten, ohne den vollen Gerätepreis auf einmal auszugeben. Entscheidend ist der Vergleich: Rechnen Sie den Geräteanteil aus und stellen Sie ihn dem Ladenpreis gegenüber. Liegt der Geräteanteil deutlich darüber, lohnt sich der separate Kauf des Handys zusammen mit einem Tarif ohne Gerät. Achten Sie außerdem darauf, dass der Tarif zu Ihrem Nutzungsverhalten passt. Ein günstiger Geräteanteil nützt nichts, wenn Sie für Datenvolumen bezahlen, das Sie nicht verbrauchen.