Smartphone finanzieren: Ratenkauf oder Vertrag mit Handy?
Wer ein neues Smartphone braucht, hat drei Zahlungsoptionen: das Gerät einmal bezahlen, in Raten abzahlen oder es gemeinsam mit einem Mobilfunkvertrag kaufen. Handyverträge mit Gerät kosten über die Laufzeit oft deutlich mehr als der reine Gerätepreis. Entscheidend ist die Gesamtsumme, die Sie zahlen.
Einmalkauf
Der Direktkauf ist die übersichtlichste Variante. Sie zahlen den Gerätepreis einmal, besitzen das Smartphone sofort und sind an keinen Vertrag gebunden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es gibt keine monatlichen Raten, keine Zinsen und keine Überraschungen. Wer das Gerät lange nutzt, etwa drei bis vier Jahre, fährt mit dem Einmalkauf fast immer am günstigsten.
Der Nachteil ist der hohe Betrag auf einmal. Wer das Geld nicht auf einmal ausgeben kann, muss auf günstigere Modelle ausweichen oder in Raten zahlen. Ein Mittelweg: Vorjahresmodelle oder generalüberholte Geräte kaufen. Die sind oft ein Drittel günstiger und technisch kaum schlechter.
Ratenkauf direkt beim Händler
Viele Hersteller und Elektronikmärkte bieten Ratenzahlung an. Sie zahlen den Gerätepreis in monatlichen Beträgen ab, meist über mehrere Monate bis zu einigen Jahren, oft ohne Zinsen. Das klingt verlockend, hat aber einen Haken: Wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen, laufen die Raten weiter, auch wenn das Gerät längst bezahlt ist. Manche Anbieter verlängern die Laufzeit automatisch oder wechseln stillschweigend auf ein neues Modell.
Prüfen Sie vor Abschluss, ob der Ratenkauf wirklich zinsfrei ist. Bei manchen Händlern steckt der Zins im Gerätepreis, das heißt, das Gerät kostet in der Ratenvariante mehr als im Einmalkauf. Ein Vergleich lohnt sich: Rechnen Sie die Gesamtsumme aller Raten aus und setzen Sie sie gegen den Einmalpreis. Weicht die Summe nur wenig ab, ist der Ratenkauf eine akzeptable Lösung, wenn Sie das Geld nicht auf einmal ausgeben wollen.
Handyvertrag mit Gerät
Der Vertrag mit Handy ist die häufigste und zugleich riskanteste Variante. Sie zahlen einen monatlichen Betrag, der Mobilfunkleistung und Geräteabzahlung kombiniert. Der Anbieter verteilt den Gerätepreis über die Vertragslaufzeit, üblicherweise 24 Monate. Das Problem: Nach Ablauf der Mindestlaufzeit sinkt die Monatsrechnung oft nicht, obwohl das Gerät längst abbezahlt ist.
Das Vergleichsportal Verivox warnt ausdrücklich davor: Smartphones im Tarif-Bundle sind häufig teurer, als wenn Sie Gerät und Tarif getrennt kaufen. Manche Kunden zahlen nach der Abzahlung weiterhin 50 Euro oder mehr pro Monat, ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Der Tarif bleibt derselbe, nur das Gerät ist eben schon bezahlt. Wer nicht aktiv kündigt oder wechselt, zahlt also dauerhaft zu viel.
Die Lösung: Notieren Sie sich das Vertragsende und kündigen Sie rechtzeitig, spätestens drei Monate vor Ablauf. Oder verhandeln Sie einen günstigeren Tarif ohne Gerät. Wer den Vertrag mit Handy trotzdem will, sollte die Gesamtkosten über die Laufzeit ausrechnen: Monatsrate mal 24 Monate plus eventuelle Anschlussgebühr. Liegt diese Summe deutlich über dem Einmalpreis des Geräts plus einem vergleichbaren Tarif, ist das Bundle zu teuer.
Leasing und Dispo
Zwei weitere Wege führen oft in die Kostenfalle. Beim Leasing zahlen Sie monatlich für die Nutzung des Geräts, besitzen es aber nicht. Nach der Laufzeit geben Sie es zurück oder kaufen es zum Restwert. Für Privatpersonen lohnt sich Leasing selten, weil Sie auf Dauer mehr zahlen als beim Kauf und am Ende kein Eigentum haben. Sinnvoll ist Leasing nur, wenn Sie regelmäßig das neueste Modell wollen und den Aufwand nicht scheuen.
Der Dispositionskredit, also das Überziehen des Girokontos, ist die teuerste Finanzierung überhaupt. Wer keine andere Möglichkeit hat, sollte zumindest einen Ratenkauf mit niedrigem Zins oder einen zinsfreien Ratenkauf wählen. Ein normaler Konsumentenkredit von der Bank ist fast immer günstiger als der Dispo.
Gesamtkosten vergleichen
Die Entscheidung hängt von zwei Dingen ab: wie viel Geld Sie ausgeben können und ob Sie Vertragsfristen einhalten. Wer das Geld für den Einmalkauf hat und das Gerät lange nutzt, kauft direkt. Wer auf Raten angewiesen ist, wählt einen zinsfreien Ratenkauf beim Händler und achtet darauf, dass die Raten nach der Abzahlung enden. Wer einen Vertrag mit Handy abschließt, muss das Vertragsende im Kalender markieren und rechtzeitig kündigen oder verhandeln.
Vergleichen Sie immer die Gesamtkosten, nicht die Monatsrate. Eine niedrige Monatsrate über einen längeren Zeitraum kann teurer sein als eine höhere Rate über 24 Monate. Rechnen Sie Gerätepreis, Tarifkosten und Zinsen zusammen und setzen Sie die Summe gegen die Alternativen. Die günstigste Lösung ist fast immer die, bei der Sie am wenigsten für das Gerät selbst zahlen und den Tarif separat wählen.