Handytarife für den Notfall: Günstig erreichbar bleiben

Ein Notfall-Handy muss zuverlässig erreichbar sein, aber nicht viel kosten. Entscheiden Sie sich zwischen einem kleinen Vertragstarif mit Mindestlaufzeit und einer Prepaid-Karte ohne feste Laufzeit. Beide haben Vor- und Nachteile; der günstigste Preis auf dem Papier ist nicht immer der günstigste auf Dauer.

Was ein Notfall-Tarif leisten muss

Ein Notfall-Handy muss nicht viel können, aber das Wenige zuverlässig. Im Kern brauchen Sie drei Dinge: Sie müssen Anrufe entgegennehmen können, selbst jemanden erreichen können und auch unterwegs erreichbar sein. Datenvolumen, SMS-Flatrates oder schnelles Internet sind dafür zweitrangig. Wer nur gelegentlich telefoniert, zahlt bei vielen Anbietern für Leistungen, die er nie nutzt.

Bevor Sie sich für einen Tarif entscheiden, sollten Sie sich zwei Fragen beantworten: Wie oft wollen Sie das Handy tatsächlich in die Hand nehmen, und wie lange soll die Lösung ohne Kündigung oder Nachladen funktionieren? Die Antwort bestimmt, ob ein kleiner Vertrag oder eine Prepaid-Karte die bessere Wahl ist. Wer nur einmal im Monat kurz anruft, ist mit einem Tarif mit monatlicher Grundgebühr oft schlechter beraten als mit einer Karte, die nur bei tatsächlicher Nutzung Geld kostet.

Die Kostenfalle bei Billigtarifen

Günstige Tarife locken mit niedrigen Preisen, die aber häufig nur für einen begrenzten Zeitraum gelten. Die Stiftung Warentest weist in ihren Tarifvergleichen regelmäßig darauf hin, dass viele Anbieter nach den ersten Monaten die Preise erhöhen. Konkret steigen bei einigen Anbietern die Flatrate-Preise nach einiger Zeit deutlich an, etwa bei Chixx um zehn Euro und bei 1&1 um fünf Euro pro Monat. Andere Anbieter erhöhen erst später, wie die Tester am Beispiel von Mobilcom-Debitel zeigen.

Achten Sie also nicht nur auf den ersten Monatspreis, sondern auf die Kosten über zwei oder drei Jahre. Ein Tarif, der nach einem Jahr teurer wird, ist für die Notfall-Nutzung nur dann sinnvoll, wenn Sie ohnehin planen, nach der Preiserhöhung zu kündigen oder zu wechseln. Prüfen Sie vor Abschluss die Kündigungsfristen und notieren Sie sich den Termin, an dem die Preisgarantie endet.

Prepaid ohne Vertragsbindung

Wer keine monatliche Grundgebühr zahlen möchte, ist mit einer Prepaid-Karte oft besser bedient. Bei Prepaid laden Sie im Voraus Guthaben auf und bezahlen nur die Leistungen, die Sie tatsächlich nutzen. Es gibt keine monatliche Rechnung und keine Vertragsbindung. Die Karte läuft weiter, solange Sie sie regelmäßig nutzen oder aufladen.

Der Haken ist die begrenzte Gültigkeit des Guthabens. Viele Anbieter lassen das Guthaben verfallen, wenn Sie es nicht innerhalb einer bestimmten Frist aufladen. Die Frist liegt oft bei einigen Monaten, manchmal auch kürzer. Für ein Notfall-Handy bedeutet das: Sie müssen sich merken, regelmäßig einen kleinen Betrag aufzuladen, auch wenn Sie das Handy kaum benutzen. Manche Anbieter verlangen eine Mindestaufladung von fünf oder zehn Euro, andere erlauben auch kleinere Beträge. Informieren Sie sich vor dem Kauf, wie lange das Guthaben gültig bleibt und ob es eine Mindestaufladung gibt.

Ein Vorteil von Prepaid ist die Flexibilität: Wenn Sie das Handy doch häufiger nutzen, laden Sie einfach mehr Guthaben auf. Wenn Sie es gar nicht mehr brauchen, lassen Sie die Karte einfach verfallen, ohne zu kündigen. Für Menschen, die ein Notfall-Handy nur für bestimmte Situationen bereithalten, etwa für ältere Angehörige oder für Ausflüge, ist Prepaid die unkomplizierteste Lösung.

Erreichbarkeit hängt vom Netz ab, nicht vom Tarif

Die wichtigste Eigenschaft eines Notfall-Handys ist, dass es im Ernstfall funktioniert. Ob Sie erreichbar sind, hängt dabei weniger vom Tarif ab als vom Netz, in dem der Anbieter funkt. In Deutschland nutzen die meisten günstigen Anbieter die Netze der drei großen Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica. Ein Discounter, der im Telekom-Netz funkt, bietet in der Regel eine ähnlich gute Abdeckung wie die Telekom selbst, kostet aber weniger.

Achten Sie beim Tarifvergleich darauf, welches Netz der Anbieter tatsächlich nutzt. Die Angabe steht meist im Kleingedruckten oder in der Produktbeschreibung. Wenn Sie in einer ländlichen Region wohnen oder viel unterwegs sind, kann die Netzabdeckung über die Erreichbarkeit entscheiden. Ein Tarif, der zehn Euro im Jahr spart, aber in Ihrer Wohngegend keinen Empfang hat, ist für den Notfall wertlos.

Wichtig zu wissen: Die Notrufnummern funktionieren auch ohne Guthaben und ohne aktive SIM-Karte, solange das Handy eingeschaltet ist und ein Netz empfängt. Für den absoluten Notfall brauchen Sie also keinen Tarif. Der Tarif ist nur nötig, um Familie, Ärzte oder andere Personen anzurufen und selbst erreichbar zu sein.

Mindestnutzung und Laufzeiten im Blick behalten

Sowohl Vertragstarife als auch Prepaid-Karten können Mindestanforderungen stellen, die für die Notfall-Nutzung zum Problem werden. Vertragstarife haben oft eine Mindestlaufzeit von mehreren Monaten, manchmal auch nur wenige Tage. Eine kurze Mindestlaufzeit klingt flexibel, bedeutet aber, dass Sie den Tarif nach Ablauf dieser Frist aktiv kündigen müssen, wenn Sie nicht weiterzahlen wollen. Verpassen Sie den Termin, läuft der Vertrag weiter, oft zu einem höheren Preis.

Bei Prepaid-Karten ist die Mindestnutzung das größere Thema. Viele Anbieter deaktivieren die Karte, wenn Sie über einen längeren Zeitraum kein Guthaben aufladen. Die Fristen variieren stark: Manche Anbieter geben eine längere Frist, andere nur sechs Monate. Wenn Sie die Karte für ein Notfall-Handy nutzen, stellen Sie sich am besten eine wiederkehrende Erinnerung im Kalender, etwa alle sechs Monate, und laden einen kleinen Betrag auf. So bleibt die Nummer aktiv und erreichbar, ohne dass Sie monatlich daran denken müssen.

Ein weiterer Punkt ist die Rufnummernmitnahme. Wenn Sie bereits eine Nummer haben und diese behalten möchten, prüfen Sie, ob der neue Anbieter eine Portierung anbietet und was sie kostet. Bei Prepaid-Karten ist die Mitnahme meist kostenlos, bei Verträgen kann eine Gebühr anfallen. Für ein Notfall-Handy, das Sie neu einrichten, ist das weniger relevant, aber wenn Sie ein bestehendes Handy umstellen, sollten Sie die Nummer nicht verlieren.