Datenverbrauch bei Navi-Apps und Google Maps
Wer regelmäßig mit dem Smartphone navigiert, fragt sich, ob der eigene Handytarif dafür ausreicht. Normale Navigation verbraucht wenig Daten: Google Maps benötigt im Standardbetrieb nur etwa 3 bis 5 Megabyte pro Stunde, mit Live-Verkehrsinformationen etwas mehr. Satellitenansicht und 3D-Ansichten verbrauchen deutlich mehr. Offline-Karten senken den Verbrauch auf fast null, haben aber Einschränkungen. Für die meisten Navigations-Nutzer reicht ein moderates Datenvolumen pro Monat völlig aus.
Was Navigation an Daten verbraucht
Die Zahlen für Google Maps sind bekannt. Im Standardmodus, also bei der einfachen Turn-by-Turn-Navigation ohne Live-Verkehr, verbraucht die App etwa 3 bis 5 Megabyte pro Stunde. Mit Live-Verkehrsinformationen steigt der Verbrauch auf 7 bis 10 Megabyte pro Stunde. Das klingt wenig, summiert sich aber über einen Monat.
Ein Rechenbeispiel: Wenn Sie täglich eine Stunde mit Live-Verkehr navigieren, sammelt sich über einen Monat eine beachtliche Datenmenge an. Dazu kommen andere Aktivitäten wie Surfen, Messaging oder Streaming. Ein Tarif mit 2 Gigabyte bietet also reichlich Puffer, selbst wenn Sie zusätzlich E-Mails abrufen oder Musik streamen.
Die genannten Werte gelten für Google Maps. Andere Navigations-Apps können abweichen, je nachdem, wie sie Karten laden und ob sie zusätzliche Dienste wie Verkehrsmeldungen oder Points of Interest einblenden. Als Faustregel gilt: Je mehr Kartenmaterial die App nachlädt, desto höher der Verbrauch.
Offline-Karten sparen Daten
Offline-Karten sind der effektivste Weg, Datenvolumen zu sparen. Sie laden ein Kartenpaket einmalig herunter und navigieren danach ohne aktive Datenverbindung. Eine Stadtkarte in Google Maps kostet etwa 100 Megabyte als einmaligen Download. Danach verbraucht die Navigation praktisch kein Datenvolumen, weil die Karte auf dem Gerät gespeichert ist.
Der Download selbst erfordert eine Internetverbindung und ein Google-Konto. Laden Sie die Karten also am besten vor der Fahrt oder zu Hause im WLAN herunter. In der Google-Maps-App finden Sie die Funktion unter dem Menüpunkt "Offline-Karten". Dort wählen Sie den gewünschten Bereich aus und laden ihn herunter.
Offline-Karten haben aber Grenzen. Sie sind nicht in allen Ländern oder Regionen verfügbar. Google nennt dafür vertragliche Einschränkungen, fehlende Sprachunterstützung oder abweichende Adressformate als Gründe. Außerdem fehlen bei Offline-Navigation die Live-Verkehrsinformationen. Sie sehen also keine Staus oder Baustellen in Echtzeit. Für Fahrten in bekannten Gebieten oder auf standardisierten Strecken wie Autobahnen ist das meist kein Problem. Für komplexe Stadtfahrten mit wechselnden Verkehrslagen kann der Live-Verkehr dennoch sinnvoll sein.
Welcher Tarif für Viel-Navigierer reicht
Die Tarifgröße hängt davon ab, wie Sie navigieren und was Sie sonst mit dem Smartphone tun. Für reine Offline-Navigation genügt ein sehr kleiner Tarif, denn der einzige Datenverbrauch entsteht beim Herunterladen der Karten im WLAN. Wer dagegen täglich mit Live-Verkehr navigiert, sollte mindestens 2 Gigabyte pro Monat einplanen. Das deckt die Navigation ab und lässt Raum für gelegentliches Surfen oder Messaging.
Für Nutzer, die viel unterwegs sind, zusätzlich streamen oder regelmäßig neue Kartenbereiche laden, sind 3 bis 5 Gigabyte die sichere Wahl. Die Satellitenansicht sollten Sie dabei meiden, denn sie verbraucht 15 bis 30 Megabyte pro Stunde. Die 3D-Immersive-Ansicht ist noch teurer: Sie benötigt etwa 10 Megabyte pro Minute, also rund 600 Megabyte pro Stunde. Wer diese Funktionen nutzt, braucht einen deutlich größeren Tarif oder sollte sie nur im WLAN verwenden.
Wann der Verbrauch steigt
Der Datenverbrauch steigt vor allem dann, wenn Sie die Karte aktiv erkunden. Häufiges Zoomen lädt neue Kartenausschnitte nach. Auch das Suchen nach Orten oder das Anzeigen von Zusatzinformationen wie Fotos oder Bewertungen erhöht den Verbrauch. In solchen Situationen kann der Verbrauch auf bis zu 3,1 Megabyte pro Minute klettern. Das summiert sich bei intensiver Nutzung zu einem hohen Stundenverbrauch.
Für den Alltag heißt das: Planen Sie die Route, bevor Sie losfahren, und vermeiden Sie unnötiges Zoomen während der Fahrt. Wenn Sie unterwegs nach einem Restaurant oder einer Tankstelle suchen, nutzen Sie die Sprachsuche statt manuell in der Karte zu scrollen. Diese kleinen Gewohnheiten reduzieren den Datenverbrauch spürbar, ohne dass Sie auf Komfort verzichten müssen.