Mobiles Internet: LTE, 5G und Datenvolumen erklärt

Wenn Sie einen Handyvertrag abschließen oder wechseln, stoßen Sie auf LTE, 5G und Datenvolumen. LTE (Long Term Evolution) ist der Mobilfunkstandard der vierten Generation (4G). Er kam 2010 auf den Markt. 5G ist der Nachfolger von LTE. Er überträgt Daten schneller und reagiert schneller. Das Datenvolumen legt fest, wie viele Daten Sie pro Monat mobil nutzen dürfen, bevor der Anbieter die Geschwindigkeit drosselt.

Was LTE und 4G leisten

LTE hat mobiles Internet für den Alltag nutzbar gemacht. Vor LTE war mobiles Surfen mit 3G langsam und oft frustrierend. Mit LTE laden Webseiten in Sekunden, Videos laufen ohne Unterbrechung und die Navigation funktioniert zuverlässig. Für die meisten Alltagsanwendungen wie Nachrichten lesen, Musik hören oder soziale Netzwerke nutzen, reicht LTE aus.

Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt von mehreren Faktoren ab: vom Netzausbau in Ihrer Region, von der Entfernung zum nächsten Sendemast und von der Anzahl der Nutzer, die gleichzeitig online sind. In ländlichen Gebieten ist LTE oft langsamer als in Städten, obwohl der Standard technisch hohe Geschwindigkeiten ermöglicht.

Was 5G anders macht

5G ist die fünfte Mobilfunkgeneration. Es arbeitet mit höheren Frequenzen als LTE. Das bringt zwei Vorteile: höhere Download-Geschwindigkeiten und eine deutlich niedrigere Latenz. Die Latenz ist die Zeit, die ein Datenpaket vom Handy zum Server und zurück braucht. Bei 5G liegt sie im Millisekundenbereich, bei LTE meist darüber.

Für Sie bedeutet das: Downloads großer Dateien laufen schneller, Videoanrufe bleiben stabil und mobiles Arbeiten mit großen Datenmengen läuft flüssiger. In der Industrie gilt 5G als Schlüsseltechnologie für die vierte industrielle Revolution, weil Maschinen und Sensoren fast in Echtzeit kommunizieren.

Allerdings ist 5G nicht überall verfügbar. Die hohen Frequenzen haben eine geringere Reichweite und dringen schlechter durch Gebäude. Die Netzbetreiber bauen ihre 5G-Netze schrittweise aus. Prüfen Sie vor dem Tarifwechsel, ob an Ihren häufigen Aufenthaltsorten 5G-Empfang besteht. Auf der Website Ihres Anbieters finden Sie Abdeckungskarten.

Datenvolumen richtig einschätzen

Das Datenvolumen ist die Menge an Daten, die Sie pro Monat über das Mobilfunknetz übertragen dürfen. Ist das Volumen aufgebraucht, drosseln die meisten Anbieter die Geschwindigkeit auf ein Minimum. Surfen ist dann kaum noch möglich. Einige Tarife bieten danach zusätzliches Volumen gegen Aufpreis an.

Wie viel Sie brauchen, hängt von Ihrem Nutzungsverhalten ab. Wer nur E-Mails liest, Nachrichten über Messenger schreibt und gelegentlich im Internet sucht, kommt mit einem kleinen Volumen aus. Wer regelmäßig Videos streamt, Musik hört oder Dateien herunterlädt, verbraucht deutlich mehr. Video-Streaming in hoher Qualität ist einer der größten Datenverbraucher. Auch automatische Updates von Apps und Betriebssystemen verbrauchen unbemerkt Daten, wenn Sie keine WLAN-Verbindung nutzen.

Eine einfache Faustregel: Überlegen Sie, was Sie unterwegs wirklich tun. Wenn Sie unterwegs keine Videos schauen, sondern nur surfen und chatten, reicht ein kleineres Volumen. Wenn Sie viel pendeln und dabei streamen möchten, wählen Sie einen Tarif mit großzügigem Volumen oder nutzen Sie Downloads zu Hause im WLAN.

Worauf Sie beim Vertragsabschluss achten sollten

Lassen Sie sich bei der Wahl zwischen LTE und 5G nicht vom Marketing leiten. Ein 5G-Tarif kostet meist mehr als ein vergleichbarer LTE-Tarif. Wenn Sie mit LTE zufrieden sind und 5G in Ihrer Region nicht verfügbar ist, zahlen Sie für eine Technologie, die Sie nicht nutzen. Prüfen Sie vor dem Abschluss die Abdeckung an Ihren wichtigsten Orten.

Achten Sie auch auf die Vertragslaufzeit. Viele Anbieter locken mit günstigen Preisen für die ersten Monate. Danach steigt der Preis deutlich. Rechnen Sie die Gesamtkosten über die gesamte Laufzeit aus, nicht nur den ersten Monat.

Vorsicht bei Treueangeboten. Wenn Ihr Anbieter Sie anruft oder anschreibt und Ihnen ein "besonders gutes Angebot" macht, handelt es sich oft um eine Vertragsverlängerung oder einen Wechsel in einen teureren Tarif. Prüfen Sie solche Angebote immer schriftlich und vergleichen Sie die Konditionen mit Ihrem aktuellen Vertrag. Sie sind nicht verpflichtet, ein Angebot am Telefon anzunehmen.

Die 2G-Abschaltung und ihre Folgen

Die Mobilfunkanbieter planen, das alte 2G-Netz abzuschalten. Das betrifft nicht nur ältere Handys, sondern auch viele Geräte, die über Mobilfunk kommunizieren. Dazu gehören Notrufsysteme, Alarmanlagen oder Sensoren für das Internet der Dinge (IoT). Wenn Sie ein solches Gerät besitzen, sollten Sie sich rechtzeitig informieren, ob es 4G oder 5G unterstützt. Falls nicht, müssen Sie es ersetzen, bevor das 2G-Netz abgeschaltet wird.

Für die meisten Smartphones ist die Abschaltung unproblematisch, weil sie bereits mit LTE oder 5G arbeiten. Ältere Geräte, die nur 2G oder 3G unterstützen, verlieren jedoch ihre Mobilfunkverbindung. Prüfen Sie daher, ob Ihr Handy LTE unterstützt. Das finden Sie in den technischen Daten oder in den Einstellungen unter "Mobile Netzwerke".