Den richtigen Handyvertrag finden: Eine Entscheidungshilfe
Ein Handyvertrag bindet Sie für ein oder zwei Jahre. Zwischen Tarifen, Anbietern und vermeintlichen Sonderangeboten verlieren Sie leicht den Überblick.
Entscheidend sind Netzabdeckung, Datenvolumen und Vertragsbedingungen. Wer diese Kriterien vor Abschluss prüft, findet einen Vertrag, der zum eigenen Bedarf passt, und vermeidet typische Kostenfallen.
5G-Netzabdeckung: So prüfen Sie die Qualität
Die Netzabdeckung an den Orten, an denen Sie sich häufig aufhalten, ist der wichtigste Faktor für die Qualität Ihres Mobilfunks. In Deutschland ist der 5G-Standard inzwischen am weitesten verbreitet: Die Flächenabdeckung liegt laut aktuellen Daten bei 92,5 Prozent. Die Telekom bietet derzeit das beste 5G-Netz in Bezug auf Fläche und Geschwindigkeit.
5G überträgt Daten bis zu zehnmal schneller als 4G/LTE. Das ergibt schnellere und stabilere Internetverbindungen, besonders beim Streaming von Videos oder bei Online-Spielen. Wenn Ihnen eine schnelle Datenverbindung wichtig ist, achten Sie beim Kauf eines Smartphones oder Tablets auf den unterstützten Mobilfunkstandard. Ein günstiger Tarif nützt wenig, wenn Ihr Gerät die schnellen Frequenzen nicht empfangen kann.
Bedenken Sie jedoch: Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt nicht nur vom Standard ab, sondern auch von Ihrer Umgebung. In ländlichen Gebieten kann die Abdeckung auch bei 5G dünner sein als in Städten. Prüfen Sie vor dem Vertragsabschluss die Netzabdeckungskarten der Anbieter für Ihre Postleitzahl und Ihre regelmäßigen Aufenthaltsorte.
Datenvolumen und Drosselung: So wählen Sie richtig
Das Datenvolumen ist oft der entscheidende Kostenfaktor. Überlegen Sie, wie Sie Ihr Smartphone tatsächlich nutzen. Wer täglich Videos streamt, Musik hört oder viel unterwegs arbeitet, benötigt ein größeres Volumen als jemand, der hauptsächlich telefoniert und gelegentlich Nachrichten schreibt.
Achten Sie nicht nur auf das Volumen, sondern auch auf die Geschwindigkeit nach Verbrauch des Inklusivvolumens. Viele Tarife drosseln die Verbindung danach auf ein Minimum. Das reicht für einfache Nachrichten, aber nicht für das Surfen im Internet. Vergleichen Sie daher die Konditionen zur Drosselung, wenn Sie dazu neigen, Ihr Datenvolumen auszuschöpfen.
Vertragslaufzeit und Kündigung: Fristen einhalten
Die Vertragslaufzeit bestimmt, wie lange Sie an einen Anbieter gebunden sind. Üblich sind Laufzeiten von mehreren Jahren. Kürzere Laufzeiten von 12 Monaten oder monatlich kündbare Verträge sind oft etwas teurer, bieten aber mehr Flexibilität.
Achten Sie besonders auf die Kündigungsfristen. Diese betragen in der Regel drei Monate vor Vertragsende. Wenn Sie diese Frist versäumen, verlängert sich der Vertrag oft automatisch um weitere zwölf Monate. Notieren Sie sich das Vertragsende rechtzeitig oder nutzen Sie Erinnerungsdienste, um ungewollte Verlängerungen zu vermeiden.
Sonderangebote: So erkennen Sie Kostenfallen
Seien Sie vorsichtig bei scheinbaren Treueangeboten. Telekommunikationsanbieter locken Kunden häufig mit Angeboten, die keine echten Rabatte sind, sondern zu Vertragsverlängerungen oder teureren Tarifen führen. Prüfen Sie jedes Angebot kritisch: Vergleichen Sie die Konditionen mit Ihrem bestehenden Vertrag und mit den Preisen für Neukunden. Oft erhalten Neukunden bessere Konditionen als Bestandskunden, die ein vermeintliches Treueangebot annehmen.
Eine weitere Kostenfalle betrifft die Abrechnungsweise. Einige Mobilfunkanbieter haben ihre Vertragslaufzeit von einem Monat auf vier Wochen umgestellt. Dadurch zahlen Kunden jährlich 13 statt 12 Abrechnungszeiträume – bei gleichem Monatspreis steigen die Gesamtkosten also um etwa acht Prozent. Fragen Sie bei Vertragsabschluss explizit nach, ob die Abrechnung monatlich oder in Vier-Wochen-Intervallen erfolgt.
Zusatzoptionen und Zahlungsmethoden: So wählen Sie
Die Bezahlung Ihres Vertrags ist ebenfalls wichtig. Apple Pay ermöglicht das mobile Bezahlen mit iOS-Geräten in Geschäften, Restaurants und an Tankstellen. Wenn Sie diese Funktion nutzen möchten, stellen Sie sicher, dass Ihr Tarif und Ihr Gerät dies unterstützen. Für Android-Nutzer gibt es entsprechende Alternativen wie Google Pay.
Überlegen Sie außerdem, welche Zusatzoptionen Sie wirklich benötigen. Eine EU-Roaming-Flatrate ist heute Standard, aber Leistungen wie Auslandsgespräche, SMS-Flatrates in bestimmte Länder oder zusätzliche Datenpakete können den Preis unnötig erhöhen. Wählen Sie einen Tarif, der genau die Leistungen enthält, die Sie nutzen, und verzichten Sie auf Optionen, die Sie nicht benötigen.