Drosselung im Handytarif: Was passiert danach?
Wenn Ihr Datenvolumen aufgebraucht ist, senkt Ihr Anbieter die Geschwindigkeit oder schaltet das Internet ganz ab. Dieser Artikel erklärt, was Drosselung bedeutet, wie stark sie einschränkt und wie Sie sie umgehen.
Was Drosselung bedeutet
Drosselung bedeutet: Ihr Mobilfunkanbieter reduziert die Datengeschwindigkeit stark, sobald Sie Ihr gebuchtes Datenvolumen überschreiten. Ihr Smartphone bleibt im LTE- oder 5G-Netz eingebucht, aber die Übertragungsrate sinkt auf EDGE-Niveau. Diese Technik stammt aus der Zeit vor dem mobilen Breitbandinternet und ist für moderne Anwendungen kaum brauchbar.
Ob Ihr Tarif eine Drosselung vorsieht, steht nicht immer auf der ersten Vertragsseite. Sie finden diese Angabe in den Entgeltbestimmungen oder den Allgemeinen Geschäftsbedingungen Ihres Anbieters. Dort steht, ab welchem Datenvolumen die Geschwindigkeit reduziert wird und auf welchen Wert sie sinkt.
Wie stark die Drosselung einschränkt
Die Drosselung betrifft nicht nur das Herunterladen großer Dateien. Auch das Laden von Webseiten dauert spürbar länger, und Apps, die ständig Daten übertragen, werden nahezu unbenutzbar. Besonders deutlich wird das bei Video-Streaming: TikTok, YouTube oder Netflix brauchen eine stabile und schnelle Verbindung. Mit gedrosselter Geschwindigkeit ruckeln Videos, laden ewig oder brechen ganz ab.
Auch Navigationsdienste, die Kartenmaterial nachladen, und Messenger, die Fotos oder Videos synchronisieren, arbeiten nur noch mit großer Verzögerung. Reine Textnachrichten kommen meist noch durch, aber jede Bildübertragung wird zur Geduldsprobe. Wer viel unterwegs ist und auf sein Smartphone angewiesen ist, merkt die Drosselung sofort.
Cut-Off statt Drosselung
In der aktuellen Tariflandschaft gibt es nur noch wenige Verträge mit klassischer Drosselung. Viele Anbieter setzen stattdessen auf den sogenannten Cut-Off: Nach Erreichen des Datenvolumens schalten sie die mobile Datenverbindung komplett ab. Sie können dann bis zum Beginn des nächsten Abrechnungszeitraums kein mobiles Internet mehr nutzen, es sei denn, Sie buchen zusätzliches Datenvolumen dazu.
Der Cut-Off hat einen Vorteil: Sie wissen genau, woran Sie sind. Bei der Drosselung merken Sie erst beim Surfen, dass etwas nicht stimmt. Beim Cut-Off erhalten Sie meist eine Benachrichtigung, sobald Ihr Volumen aufgebraucht ist. Welche Variante Ihr Tarif nutzt, entnehmen Sie den Vertragsunterlagen oder der App Ihres Anbieters.
So umgehen Sie die Drosselung
Der sicherste Weg, die Drosselung zu vermeiden, ist ein Tarif ohne Drosselung, also eine echte Datenflatrate. Solche Tarife sind inzwischen seltener geworden, aber noch verfügbar. Achten Sie bei der Tarifwahl auf die Formulierung: Eine "Datenflatrate" allein sagt noch nichts darüber aus, ob nach einem bestimmten Volumen gedrosselt wird. Entscheidend ist der Zusatz "ohne Drosselung" oder "mit voller Geschwindigkeit".
Wenn Sie bereits einen Tarif mit Drosselung haben, hilft ein Blick in die App Ihres Anbieters. Dort sehen Sie Ihren aktuellen Datenverbrauch und können abschätzen, wann die Drosselung greift. Planen Sie datenintensive Aktivitäten wie Streaming oder große Downloads bewusst in die erste Phase des Abrechnungszeitraums, solange Sie noch volle Geschwindigkeit haben.
Für einzelne Monate mit besonders hohem Verbrauch bieten viele Anbieter die Möglichkeit, zusätzliches Datenvolumen zuzubuchen. Das kostet meist einen kleinen Betrag, verhindert aber die Drosselung für den Rest des Monats. Vergleichen Sie die Kosten mit Ihrem tatsächlichen Bedarf, bevor Sie zubuchen.