Der richtige Handytarif für WhatsApp-Nutzer
Wer sein Smartphone hauptsächlich für WhatsApp, Signal oder Telegram nutzt, braucht keinen Tarif mit riesigem Datenvolumen. Textnachrichten verbrauchen kaum Daten, Sprachnachrichten und Fotos ebenfalls wenig. Entscheidend ist, wie oft Sie unterwegs Videos ansehen, Dateien empfangen oder den Messenger als Ersatz fürs Telefonieren nutzen. Für die meisten Messenger-Nutzer reicht ein kleiner Tarif mit wenigen Gigabyte, oft ein Prepaid-Angebot. Passen Sie den Tarif an Ihr Verhalten an, statt pauschal das größte Paket zu kaufen.
Was WhatsApp tatsächlich verbraucht
Wie viel Daten WhatsApp verbraucht, hängt von der Art der Nachrichten ab. Eine reine Textnachricht mit ein paar Zeichen benötigt nur wenige Kilobyte. Selbst wenn Sie täglich Dutzende solcher Nachrichten schreiben, kommen Sie damit auf kaum messbare Datenmengen. Sprachnachrichten sind bereits deutlich größer, weil sie als Audiodatei übertragen werden. Eine einminütige Sprachnachricht verbraucht je nach Qualität einige hundert Kilobyte. Fotos und vor allem Videos sind die größten Datenfresser. Ein einzelnes Video von einer Minute kann mehrere Megabyte umfassen, je nach Auflösung sogar deutlich mehr.
Wenn Sie nur tippen und gelegentlich ein Foto verschicken, kommen Sie mit einem oder zwei Gigabyte pro Monat sicher aus. Wenn Sie regelmäßig Videos in Gruppenchats ansehen oder selbst verschicken, planen Sie mehr Daten ein. Auch automatische Downloads zählen: WhatsApp lädt eingehende Medien standardmäßig im WLAN herunter. Stellen Sie die Einstellung auf mobile Daten um, verbrauchen Sie entsprechend mehr.
Wann ein kleiner Handytarif für WhatsApp reicht
Ein Tarif mit zwei bis vier Gigabyte Datenvolumen reicht für die meisten reinen Messenger-Nutzer. Wenn Sie unterwegs keine Videos streamen, keine Musik hören und nicht dauerhaft navigieren, kommen Sie mit dieser Menge in der Regel gut über den Monat. Die meisten Anbieter haben inzwischen günstige Tarife in dieser Größenordnung, oft für unter zehn Euro im Monat. Diese Tarife eignen sich, wenn Sie Ihr Smartphone überwiegend für Kommunikation nutzen und gelegentlich im Internet surfen.
Ein Beispiel: Sie pendeln täglich mit der Bahn, schreiben unterwegs Nachrichten, lesen ab und zu eine Webseite und schauen sich ein kurzes Video in einer WhatsApp-Gruppe an. Dafür reichen zwei Gigabyte in den meisten Monaten. Wenn Sie jedoch regelmäßig längere Videos schauen oder große Dateien empfangen, stoßen Sie schnell an die Grenze. Dann prüfen Sie die tatsächliche Nutzung in den Einstellungen Ihres Smartphones. Dort sehen Sie, welche Apps wie viel Daten verbrauchen, und können den Tarif passend wählen.
Prepaid: Kostenkontrolle mit Einschränkungen
Prepaid-Tarife lassen sich heute bequem per App verwalten und bieten maximale Kostenkontrolle, weil erst Guthaben auf der SIM-Karte sein muss. Sie können nicht über das Limit hinaus telefonieren oder surfen, ohne vorher aufzuladen. Das schützt vor unerwarteten Rechnungen und ist besonders attraktiv, wenn Sie Ihr Budget fest im Blick behalten wollen. Auch für Jugendliche oder als Zweitkarte ist Prepaid eine sinnvolle Wahl.
Allerdings ist Prepaid nicht automatisch maximal flexibel. Viele Anbieter haben ihre Prepaid-Tarife auf einen 28-Tage-Rhythmus umgestellt. Sie zahlen also alle vier Wochen statt einmal im Monat. Das ergibt aufs Jahr mehr als zwölf Zahlungen. Andere Angebote laufen als Jahrespaket mit fester Laufzeit, bei dem Sie einmal im Jahr zahlen und dafür ein bestimmtes Kontingent erhalten. Beide Modelle haben Vor- und Nachteile. Der 28-Tage-Rhythmus ist günstiger pro Einheit, verschiebt aber den Abrechnungstermin ständig. Das Jahrespaket gibt Planungssicherheit, bindet Sie aber für zwölf Monate an einen Anbieter.
Größere Datenpakete: Wann sie sich lohnen
Größere Tarife mit zehn oder mehr Gigabyte sind dann sinnvoll, wenn Sie Ihr Smartphone nicht nur für Messenger nutzen. Wenn Sie unterwegs Musik streamen, Videos auf YouTube oder Netflix schauen oder regelmäßig Videotelefonie über WhatsApp oder FaceTime führen, brauchen Sie deutlich mehr Datenvolumen. Auch wenn Sie viel unterwegs sind und auf öffentliches WLAN verzichten möchten, fahren Sie mit einem größeren Paket besser.
Ein weiterer Punkt ist die Telefonie. Viele Messenger-Nutzer telefonieren inzwischen über WhatsApp oder andere Dienste, weil das über die Datenverbindung läuft und keine Gesprächsminuten verbraucht. Wenn Sie das häufig tun, sollten Sie das Datenvolumen entsprechend erhöhen. Ein einstündiger Videoanruf kann je nach Qualität mehrere hundert Megabyte verbrauchen. Reine Sprachanrufe sind deutlich günstiger, kommen aber ebenfalls auf einige Megabyte pro Minute.
So wählen Sie den richtigen Tarif
Bevor Sie einen Tarif wählen, beantworten Sie drei Fragen. Erstens: Wie viel Datenvolumen verbrauchen Sie aktuell? Das sehen Sie in den Einstellungen Ihres Smartphones unter dem Punkt Datennutzung. Zweitens: Was machen Sie unterwegs außerhalb des WLANs? Wenn Sie nur Nachrichten schreiben und gelegentlich surfen, reicht ein kleiner Tarif. Wenn Sie streamen oder Videotelefonie nutzen, brauchen Sie mehr. Drittens: Wie wichtig ist Ihnen Kostenkontrolle? Wenn Sie keine Überraschungen auf der Rechnung wollen, ist Prepaid die sicherste Wahl. Wenn Sie Flexibilität schätzen und monatlich kündigen möchten, sind Vertragstarife mit kurzer Laufzeit oft besser geeignet.
Die Nutzung unterscheidet sich stark nach Altersgruppe. Laut einer Bitkom-Studie aus dem Jahr 2018 nutzen 89 Prozent der Internetnutzer Messenger-Dienste. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 98 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen 94 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 81 Prozent und bei den über 65-Jährigen 70 Prozent. Die Zahlen sind inzwischen etwas älter, aber die Tendenz ist klar: Messenger sind in allen Altersgruppen weit verbreitet, und der Datenbedarf wächst mit der Nutzungsintensität.