Zweithandy und Urlaub: Welcher Tarif passt?
Ein Zweithandy für Urlaub, Arbeit oder als Reserve braucht keinen zweiten teuren Vertrag. Zur Wahl stehen Prepaid mit Guthaben, ein kleiner Vertrag mit fester Laufzeit oder ein monatlich kündbarer Vertrag. Welche Variante passt, hängt davon ab, wie oft Sie das Handy nutzen, wie viel Datenvolumen Sie brauchen und ob Sie kündigen können.
Bei Prepaid kaufen Sie eine SIM-Karte und laden Guthaben auf; ohne Guthaben funktioniert der Anschluss nicht. Bei einem Vertrag zahlen Sie monatlich eine Rechnung und binden sich in der Regel 24 Monate. Ein Vertrag ohne Laufzeit ist monatlich kündbar und kostet etwas mehr.
Drei Tarifarten fürs Zweithandy
Prepaid ist die einfachste Variante. Die Verbraucherzentrale beschreibt Prepaid als Kurzzeitvertrag: Der Anschluss funktioniert nur, solange Guthaben aufgeladen ist. Sie kaufen eine SIM-Karte, etwa bei Aldi Talk, Congstar oder Fonic, laden einen Betrag auf und telefonieren oder surfen, bis das Guthaben verbraucht ist. Viele Anbieter verkaufen zusätzlich Pakete mit fester Laufzeit, etwa 28 Tage, die Datenvolumen und eine Telefonflat enthalten.
Bei einem kleinen Vertrag mit Laufzeit zahlen Sie jeden Monat eine Rechnung und bekommen ein festes Datenvolumen, also eine bestimmte Menge mobiles Internet pro Monat, meist zwischen 5 und 10 Gigabyte. Dafür binden Sie sich in der Regel für 24 Monate. Die Stiftung Warentest schrieb 2020 in ihrer Tarifübersicht: Die günstigsten Angebote mit mindestens 5 Gigabyte und Flatrates für Telefon und SMS in alle Netze gibt es meist nur mit langer Bindung.
Ein Vertrag ohne Mindestlaufzeit funktioniert wie ein kleiner Vertrag, ist aber jeden Monat kündbar. Anbieter bewerben ihn als monatlich kündbar. Die Flexibilität kostet etwas: Der Monatsbetrag liegt meist höher als bei einem vergleichbaren Tarif mit langer Laufzeit.
Wann sich Prepaid lohnt
Prepaid passt für ein Zweithandy, das Sie unregelmäßig nutzen: gelegentliche Anrufe, Navigation im Urlaub, ein Ersatzgerät für Notfälle. Sie haben keine Kündigungsfrist und zahlen nur das Guthaben, das Sie aufladen.
Für einen vierwöchigen Urlaub deckt ein 28-Tage-Paket den Aufenthalt ab und kostet meist nur wenige Euro. Ein Beispiel: Der Tarif Lyca Easy S kostet 2,79 Euro für 28 Tage, umgerechnet etwa 3 Euro im Monat, und enthält 12 Gigabyte 5G-Datenvolumen und eine Telefonflat. Da der Tarif als eSIM erhältlich ist, richten Sie ihn direkt auf dem Handy ein, sofern das Gerät eSIM unterstützt. Sie müssen vor der Abreise nicht auf eine SIM-Karte warten.
Die kurze Mindestlaufzeit von 28 Tagen bedeutet allerdings nicht, dass der günstige Preis dauerhaft gilt. Der Lyca-Tarif zeigt, wie solche Angebote aufgebaut sind: In den ersten 24 Monaten zahlen Sie umgerechnet etwa 3 Euro pro Monat, danach verlangt der Anbieter deutlich mehr. Wer den Tarif länger nutzen will, sollte diesen Anstieg einplanen.
Und ohne Guthaben funktioniert der Anschluss nicht. Wer das Zweithandy in den Schrank legt und das Guthaben aufbraucht, ist unter der Nummer nicht erreichbar. Als dauerhafter Zweitanschluss taugt Prepaid nur, wenn Sie regelmäßig aufladen.
Wann ein Vertrag mit Laufzeit passt
Ein kleiner Vertrag mit Laufzeit lohnt sich, wenn Sie das Zweithandy regelmäßig und dauerhaft nutzen. Typisch ist ein Arbeitstelefon, das täglich für Anrufe, E-Mails und Navigation läuft. Der Monatspreis ist planbar, das Datenvolumen fest, und Sie müssen nicht ans Aufladen denken.
Die Stiftung Warentest nannte in ihrer Tarifübersicht von 2020 Tarife mit 6 Gigabyte für etwa 9 Euro im Monat. Wer regelmäßig WLAN nutzt, kommt nach ihrer Einschätzung meist mit 5 bis 10 Gigabyte aus. Aktuelle Angebote kosten je nach Anbieter und Aktion mehr oder weniger. An diesen Werten können Sie sich orientieren.
Der Haken ist die Bindung: Die günstigsten Tarife mit mindestens 5 Gigabyte und Flatrates gibt es meist nur mit 24 Monaten Laufzeit. Wer das Zweithandy nach einem Jahr nicht mehr braucht, zahlt das zweite Jahr trotzdem. Ein kleiner Vertrag mit Laufzeit ist deshalb nur sinnvoll, wenn Sie sicher sind, den Anschluss über die gesamte Laufzeit zu nutzen.
Wann ein Vertrag ohne Laufzeit passt
Ein Vertrag ohne Mindestlaufzeit ist die Wahl für regelmäßige, aber zeitlich begrenzte Nutzung. Beispiele: ein halbes Jahr für ein Projekt, ein mehrwöchiger Auslandsaufenthalt oder die Überbrückung, bis der Hauptvertrag gewechselt ist.
Sie zahlen einen etwas höheren Monatspreis, können den Tarif dafür jeden Monat kündigen. Diese Differenz ist der Preis für Flexibilität. Sie lohnt sich nur, wenn Sie die Kündigung tatsächlich nutzen. Wer den Vertrag ohnehin über Jahre behält, fährt mit einem Tarif mit Laufzeit günstiger.
Prepaid lohnt sich bei unregelmäßiger Nutzung, ein Vertrag mit Laufzeit bei dauerhafter Nutzung und ein Vertrag ohne Laufzeit bei zeitlich begrenzter, aber regelmäßiger Nutzung.
Preis, Datenvolumen und Roaming prüfen
Prüfen Sie zuerst den Preis über die gesamte Nutzungsdauer. Aktionspreise gelten oft nur befristet. Das Lyca-Beispiel zeigt, wie das funktioniert: günstiger Einstieg für 24 Monate, danach mehr als das Dreifache. Rechnen Sie aus, was der Tarif in dem Zeitraum kostet, den Sie wirklich nutzen.
Wählen Sie das Datenvolumen nach Ihrem Bedarf. Bei regelmäßiger WLAN-Nutzung reichen meist 5 bis 10 Gigabyte. Wer im Urlaub viel streamt oder mit dem Handy navigiert, braucht mehr.
Eine Alternative sind Unlimited-on-demand-Tarife. Sie enthalten ein Datenkontingent, zum Beispiel 30 Gigabyte pro Monat oder 10 Gigabyte pro Tag. Ist das Kontingent aufgebraucht, laden Sie kostenlos Datenvolumen in Schritten von 1 oder 2 Gigabyte nach, statt mit gedrosselter Geschwindigkeit zu surfen. Das hilft an Tagen mit hohem Verbrauch, etwa bei ausgedehnter Navigation oder Videotelefonie im Urlaub.
Für Reisen ins Ausland prüfen Sie die Roaming-Bedingungen. Innerhalb der EU gilt die Roam-like-at-home-Regel: Telefonieren, SMS und mobiles Internet laufen zu den Konditionen des Heimattarifs. Außerhalb der EU gelten eigene Auslandspreise; dort entscheidet das Reiseziel, ob sich ein Auslandspaket lohnt.