LTE, 5G und 2G: Die Mobilfunkstandards einfach erklärt
Bei einem neuen Handyvertrag sehen Sie die Kürzel 2G, 4G und 5G. Sie stehen für die Generationen des Mobilfunks, also den technischen Standard, über den Ihr Smartphone mit dem Netz des Anbieters spricht. 5G ist der Nachfolger von 4G, das in Deutschland meist LTE heißt. 2G ist der älteste Standard und wird heute vor allem für Anrufe und SMS genutzt.
Entscheidend ist, welcher Standard in Ihrem Tarif steckt: Er bestimmt Geschwindigkeit, Reichweite und Kosten – und ob Sie unterwegs schnell surfen, nur langsam laden oder in manchen Gegenden gar keine Verbindung aufbauen.
So unterscheiden sich 2G, LTE und 5G
Die Mobilfunkstandards sind in Generationen eingeteilt. 2G umfasst die Techniken GPRS und EDGE und reicht für Telefonate, SMS und sehr einfache Datendienste, aber nicht für modernes Surfen. 4G, besser bekannt als LTE, ist der Standard, mit dem Sie in Deutschland aktuell am schnellsten surfen. 5G ist die fünfte Generation und der Nachfolger von LTE.
Die Generationen unterscheiden sich vor allem in der Datenmenge, die sie übertragen können, und in der Verzögerungszeit. 5G überträgt Daten bis zu zehnmal schneller als LTE und ermöglicht damit Kommunikation in Echtzeit. Der Standard erreicht eine Datenrate von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde und hat eine geringe Latenz, also eine kurze Reaktionszeit zwischen Anfrage und Antwort. Diese Eigenschaften machen 5G für Anwendungen interessant, die schnelle Reaktionen brauchen, etwa Videotelefonie in hoher Qualität oder das Steuern von Geräten über das Netz.
Surfgeschwindigkeit im Alltag
Die theoretischen Höchstwerte der Standards erreichen Sie in der Praxis selten. Beim Mobilfunk teilen sich die Nutzer in einem Antennensektor die verfügbare Bandbreite. Ihre tatsächliche Geschwindigkeit hängt von vier Faktoren ab: dem Standort, Ihrem Vertrag, Ihrem Smartphone und der Auslastung der Funkzellen. In einem vollen Zug oder auf einem vollen Festivalgelände sinkt die Geschwindigkeit, weil viele Nutzer gleichzeitig dieselbe Antenne beanspruchen.
Im Alltag heißt das: Mit LTE surfen Sie in den meisten Gegenden zuverlässig, streamen Videos und laden Seiten schnell. Mit 5G kommen Sie dort, wo das Netz ausgebaut ist, deutlich schneller voran. Mit 2G sollten Sie keine hohen Erwartungen an die Surfgeschwindigkeit haben; der Standard ist für Datendienste praktisch nicht mehr geeignet. Der 5G-Ausbau schreitet voran, aber der aktuelle Alltagsstandard in Deutschland ist weiterhin LTE.
Reichweite und Versorgung in Deutschland
Die Reichweite der einzelnen Standards unterscheidet sich, auch wenn Sie die genauen Zellgrößen nicht direkt sehen. Die Flächenversorgung ist das entscheidende Kriterium: In einigen deutschen Städten ist 5G seit Juli 2019 verfügbar. Ende 2023 waren bereits 90 Prozent der Fläche mit mindestens einem Mobilfunkanbieter mit 5G angebunden. Bis 2025 sollen 99 Prozent der Fläche versorgt sein.
Für den Ausbau sind die Mobilfunknetzbetreiber verantwortlich. Die Bundesnetzagentur teilt die Mobilfunkfrequenzen zu und verbindet sie mit Versorgungsauflagen. Die Wahl der Mast-Standorte und der Betrieb der Netze liegen grundsätzlich bei den Anbietern. Wenn Sie in einer Region ohne ausreichende Mobilfunkversorgung leben, haben Sie ein Recht auf Versorgung. Dieses Recht gibt Ihnen einen individuellen Anspruch auf Telekommunikationsdienste. Die Anbieter können diesen Anspruch neben Mobilfunk auch durch Festnetz- oder Satelliten-Dienste erfüllen.
Welcher Standard steckt in Ihrem Tarif?
Im Kleingedruckten von Handyverträgen stehen die Begriffe 2G, 4G und 5G für die jeweiligen Mobilfunkstandards wie GPRS, EDGE, LTE und 5G. Prüfen Sie vor dem Vertragsabschluss, welcher Standard in Ihrem Tarif enthalten ist. Die Surfgeschwindigkeit unterscheidet sich zwischen den Standards deutlich, und ein günstiger Tarif mit 2G-Anbindung bringt Ihnen wenig, wenn Sie unterwegs Videos streamen möchten.
Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Smartphone 5G unterstützt. Ein neuer Tarif mit 5G nützt nichts, wenn Ihr Smartphone nur LTE kann. Umgekehrt funktioniert ein 5G-Handy auch in LTE-Netzen, weil die Standards abwärtskompatibel sind. Prüfen Sie also beides: den Standard im Tarif und die Fähigkeiten Ihres Smartphones.