Datenverbrauch für Musikstreaming und Navigation berechnen

Wer unterwegs Musik streamt und das Handy zur Navigation nutzt, verbraucht mobiles Datenvolumen, ohne es zu merken. Musikstreaming ist im Vergleich zu Video sparsam: Eine Stunde kostet je nach Qualität 11 bis 144 Megabyte (MB).

Navigation verbraucht vor allem dann Daten, wenn Sie in der Karte zoomen oder neue Kartenausschnitte laden. Wer die Größenordnungen kennt, kann abschätzen, ob der eigene Tarif reicht oder sich ein größeres Datenvolumen lohnt.

Was Musikstreaming pro Stunde kostet

Die verbrauchte Datenmenge hängt von der Bitrate ab, also davon, wie stark der Anbieter die Audiodatei komprimiert. Je höher die Qualität, desto mehr Daten fließen. Spotify nennt für seine Stufen konkrete Werte: Bei niedriger Qualität sind es etwa 11 MB pro Stunde. Die normale Stufe liegt bei 43 MB, die hohe bei 72 MB und die sehr hohe bei 144 MB. Die meisten Nutzer hören bei Normal oder Hoch, das bedeutet 40 bis 75 MB pro Stunde. Ein ganzer Tag Hintergrundmusik bei normaler Qualität bleibt damit unter 1 Gigabyte (GB).

Apple Music arbeitet mit ähnlichen Bitraten, auch wenn der Anbieter keine vergleichbaren Stundenzahlen veröffentlicht. Bei Apple Music können Sie von denselben Größenordnungen ausgehen: normale Qualität verbraucht 40 bis 75 MB pro Stunde, hohe Qualität etwas mehr. Entscheidend ist die Einstellung in der App, nicht der Dienst selbst.

Wann Navigation Daten verbraucht

Navigations-Apps wie Google Maps verbrauchen deutlich weniger Daten als Video, aber mehr als Musik, wenn Sie aktiv in der Karte arbeiten. Je nach Nutzung verbraucht die Navigations-App bis zu 3,1 MB pro Minute. Über eine Stunde aktive Navigation mit ständigem Zoomen und Suchen summiert sich das zu einem spürbaren Datenverbrauch. Reine Routenführung ohne Kartenbewegung liegt deutlich darunter, oft bei wenigen MB pro Stunde.

Der hohe Verbrauch entsteht nicht durch das Abspielen von Ansagen, sondern durch das Laden neuer Kartenkacheln. Jedes Mal, wenn Sie hineinzoomen, den Kartenausschnitt verschieben oder einen Ort suchen, lädt die App neue Bilddaten. Wer die Karte während der Fahrt in Ruhe lässt und nur der Stimme folgt, hält den Verbrauch gering.

Podcasts und Offline-Hören

Audio-Podcasts verbrauchen ähnlich viel wie Musik bei mittlerer Qualität, also grob 40 bis 75 MB pro Stunde. Deutlich teurer wird es bei Video-Podcasts, die inzwischen viele Plattformen anbieten: Bei ihnen fallen bis zu 1 GB pro Stunde an, vergleichbar mit einem Video-Stream. Wer regelmäßig Video-Podcasts schaut, sollte das in der Datenrechnung berücksichtigen.

Der wichtigste Sonderfall ist das Offline-Hören. Sobald Sie Songs, Alben oder Podcast-Folgen in der App herunterladen, verbraucht das Abspielen keine mobilen Daten mehr. Der Download selbst kostet einmalig Daten. Erledigen Sie ihn am besten im WLAN. Für Pendler mit begrenztem Tarif ist das die effektivste Methode, um das Volumen zu schonen.

Monatsrechnung für Gelegenheits- und Vielnutzer

Aus den Stundenzahlen ergibt sich eine einfache Monatsrechnung. Wer täglich eine Stunde Musik bei hoher Qualität hört, verbraucht etwa 72 MB pro Tag, also rund 2 GB im Monat. Dazu kommen Navigation auf dem Arbeitsweg mit vielleicht einigen Minuten pro Tag, das sind bei moderater Nutzung etwa 1 bis 2 GB im Monat. Zusammen ergibt das eine spürbare Datenmenge für Musik und Navigation.

Für Gelegenheitsnutzer, die nur am Wochenende Musik hören und gelegentlich navigieren, reichen 2 bis 3 GB pro Monat meist aus. Wer täglich mehrere Stunden streamt, dazu Podcasts lädt und regelmäßig mit dem Handy navigiert, sollte eher 5 bis 8 GB einplanen. Wer zusätzlich Video-Podcasts schaut oder häufig in der Karte zoomt, braucht ein größeres Datenvolumen. Diese Werte ergeben sich aus den genannten Stundenzahlen. Sie sind keine Tarifempfehlungen einzelner Anbieter.

So senken Sie den Datenverbrauch

Am einfachsten senken Sie den Datenverbrauch über die Audioqualität. Legen Sie in den Einstellungen von Spotify und Apple Music die Wiedergabequalität für Mobilfunk separat fest. Wer auf hohe Qualität verzichtet und bei Normal bleibt, spart etwa die Hälfte des Datenvolumens. Der Klangunterschied ist über Kopfhörer im Alltag oft kaum hörbar.

Laden Sie für die Navigation Karten für Ihre Region im WLAN herunter. Google Maps und andere Anbieter bieten Offline-Karten an, die Sie vor der Fahrt speichern können. Mit diesen Karten funktioniert die Routenführung ohne laufende Datenübertragung; nur Live-Verkehrsinformationen benötigen weiterhin eine Verbindung. Wer regelmäßig dieselben Strecken fährt, spart so fast das gesamte Navigationsvolumen.