Prepaid-Guthaben verwalten und Kostenfallen vermeiden

Prepaid-Mobilfunk funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Sie zahlen im Voraus für Telefonate, SMS und mobile Daten. Das Guthaben auf der SIM-Karte ist Ihr Budget; ist es aufgebraucht, sperrt der Anbieter die Dienste, bis Sie wieder aufladen. Weil keine Rechnung am Monatsende kommt, behalten Sie die Kontrolle über Ihre Ausgaben, müssen aber selbst für genug Guthaben sorgen und ungewollte Kosten vermeiden.

Dazu gehören drei Aufgaben: aufladen, den Guthabenstand prüfen und die Abbuchungen kontrollieren.

Guthaben aufladen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Prepaid-Guthaben aufzuladen. Die gängigsten sind:

  • Online über das Kundenportal oder die App des Anbieters: Hier loggen Sie sich ein und laden per Lastschrift, Kreditkarte oder PayPal auf. Das Guthaben ist in der Regel sofort verfügbar.
  • Per Gutschein im Handel: Sie kaufen an der Kasse im Supermarkt, an der Tankstelle oder im Elektronikmarkt eine Aufladekarte. Nach dem Freirubbeln der PIN geben Sie den Code über eine kostenlose Kurzwahl oder im Kundenportal ein.
  • Per Überweisung: Einige Anbieter erlauben es, das Guthaben per Banküberweisung aufzuladen. Die Bearbeitungsdauer liegt hier meist bei ein bis zwei Werktagen.

Beim Aufladen gilt: Der Mindestbetrag liegt häufig bei 5 Euro oder mehr, je nach Anbieter. Wer regelmäßig telefoniert oder mobiles Internet nutzt, sollte nicht nur minimal aufladen, sondern eine Summe wählen, die für den erwarteten Verbrauch über mehrere Wochen reicht. Eine Aufladung von 5 Euro ist praktisch, wenn Sie das Guthaben schnell aufbrauchen, aber teuer, wenn Sie dadurch häufiger zum Aufladen in den Laden müssen.

Für die automatische Aufladung per Lastschrift richten Sie in den Kontoeinstellungen ein festes Intervall ein. Sie legen einen Schwellenwert fest, zum Beispiel 5 Euro, und eine Aufladesumme, die über dem Schwellenwert liegt. Sobald das Guthaben den Schwellenwert unterschreitet, bucht der Anbieter den Betrag von Ihrem Bankkonto ab. Das verhindert, dass Sie ohne Guthaben dastehen, erfordert aber ein Auge auf Ihre Kontoauszüge, damit die automatischen Aufladungen nicht Ihr Budget übersteigen.

Guthabenstand prüfen

Der einfachste Weg, den aktuellen Guthabenstand zu erfahren, führt über eine Kurzwahl. Bei vielen Anbietern wie etwa Blau funktioniert die Abfrage über die Eingabe von *101# auf dem Handy. Nach dem Drücken der Anruftaste erscheint der Stand auf dem Display, ohne dass ein Anruf abgeht oder Kosten entstehen. Alternativ bieten manche Anbieter eine kostenlose Service-Hotline an, bei der der Guthabenstand nach einem automatischen Menüpunkt angesagt wird.

Beim Aufladen im Geschäft erhalten Sie auf dem Kassenzettel den neuen Guthabenstand ausgedruckt. Wenn Sie online aufladen, zeigt Ihnen das Kundenportal nach dem Login den aktuellen Stand direkt auf der Startseite an. Die Mobilfunk-App des Anbieters bietet dieselbe Funktion und zusätzlich einen Verlauf Ihrer Aufladungen und Ausgaben.

Prüfen Sie den Guthabenstand regelmäßig, am besten einmal pro Woche oder immer dann, wenn Sie wissen möchten, ob eine kostspielige Nutzung wie ein längeres Telefonat noch ins Budget passt. Viele Anbieter warnen per SMS oder Push-Benachrichtigung, sobald das Guthaben einen bestimmten unteren Wert unterschreitet. Aktivieren Sie diese Benachrichtigung in den App-Einstellungen, wenn Ihr Anbieter sie anbietet.

Abo-Fallen vermeiden

Die häufigste Prepaid-Kostenfalle sind automatisch verlängerte Zusatzoptionen. Viele Anbieter verkaufen Datenpakete oder Allnet-Flats, die sich nach Ablauf der Laufzeit automatisch erneuern und den entsprechenden Betrag vom Guthaben abbuchen. Das ist bequem, solange Sie das Paket aktiv nutzen. Es wird zum Problem, wenn Sie es nicht mehr brauchen oder Ihr Guthaben für etwas anderes geplant hatten.

Bevor Sie eine Zusatzoption buchen, lesen Sie die Bedingungen. Steht dort etwas von automatischer Verlängerung, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können die Option deaktivieren, sobald Sie sie nicht mehr benötigen, oder Sie kaufen bewusst Optionen ohne Verlängerungsautomatik. In den meisten Kundenportalen und Apps finden Sie eine Übersicht Ihrer aktiven Optionen; dort lässt sich die Verlängerung mit einem Klick abschalten.

Ein weiteres Risiko sind In-App-Käufe in werbefinanzierten Spielen. Wenn Sie im Spiel auf einen Button tippen, um eine Runde weiterzuspielen oder ein Feature freizuschalten, kann dahinter ein kostenpflichtiger Kauf stecken, der direkt vom Prepaid-Guthaben abgebucht wird. Besonders schnell passiert das, wenn die App keine erneute Sicherheitsabfrage verlangt, sobald Sie einmal ein Passwort oder eine PIN eingegeben haben. Stellen Sie in den Einstellungen Ihres Smartphones oder der App eine erneute Bestätigung für jeden Kauf ein und prüfen Sie regelmäßig die Buchungsübersicht in Ihrem Kundenkonto.

Datenvolumen kontrollieren

Der größte Ausgabenposten nach der Grundgebühr ist bei den meisten Prepaid-Nutzern das mobile Datenvolumen. Wenn Ihr gebuchtes Paket aufgebraucht ist, können je nach Anbieter Zusatzkosten entstehen. Manche Anbieter drosseln die Geschwindigkeit auf ein Minimum und schalten die Datenverbindung nicht ab, andere berechnen pro Megabyte einen Betrag, der bei intensiver Nutzung schnell Ihr Guthaben auffrisst.

Prüfen Sie im Kundenportal oder in der App, wie viel Datenvolumen Sie verbraucht haben. Die meisten Anbieter zeigen den Verbrauch relativ zum gebuchten Paket an und senden eine SMS, wenn Sie eine bestimmte Verbrauchsgrenze erreichen. Reicht diese Funktion nicht aus, können Sie ein größeres Datenpaket wählen oder eine automatische Sperre einrichten, die den mobilen Datenverkehr stoppt, sobald das Paket aufgebraucht ist. Diese Sperre ist bei manchen Anbietern optional, bei anderen Standard. Fragen Sie im Zweifel beim Kundenservice nach, ob Ihr Tarif eine solche Schutzfunktion unterstützt.

Für unterwegs kann es sich lohnen, öffentliche WLAN-Netze zu nutzen, etwa in Cafés oder im Zug. Achten Sie aber darauf, dass Sie keine sensiblen Daten über ungesicherte Netzwerke übertragen. Wer viel Musik streamt oder Videos schaut, sollte dies nur im WLAN tun.

Buchungsübersicht prüfen

Um Kostenfallen zu erkennen, bevor das Guthaben verschwindet, hilft der Einzelverbindungsnachweis. Er listet alle gebührenpflichtigen Verbindungen auf, also Anrufe, SMS und Datennutzung, mit Datum, Uhrzeit und Betrag. Ob Ihr Prepaid-Anbieter diesen Service kostenlos oder gegen Gebühr anbietet, hängt vom Anbieter ab. Aktivieren Sie ihn im Kundenportal, falls er verfügbar ist, oder sehen Sie sich die Auflistung der letzten Buchungen in der App an.

Prüfen Sie dort die Guthabenveränderungen durch Aufladungen, die Abbuchungen für Zusatzoptionen und die Kosten für einzelne Verbindungen. Wenn Ihnen eine Buchung auffällt, die Sie nicht veranlasst haben, notieren Sie Datum und Betrag und wenden Sie sich an den Kundenservice. Prepaid-Anbieter sind verpflichtet, auf Anfrage Auskunft zu geben, und auch bei In-App-Käufen lohnt ein Anruf beim Anbieter, bevor Sie einen weiteren Kauf tätigen.