Smartphone im Vertrag: So berechnen Sie den Gerätepreis
Handyverträge nennen den Gerätepreis selten getrennt; er steckt in der monatlichen Rate zusammen mit dem Tarif. Sie können ihn selbst berechnen. Addieren Sie Anzahlung, monatliche Raten und Zuzahlungen über die Vertragslaufzeit. Ziehen Sie einen möglichen Restwert ab. Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Preis im freien Handel. So erkennen Sie, ob der Vertrag ein gutes Angebot ist oder einen versteckten Aufpreis enthält. Dafür reichen die Vertragsunterlagen und der aktuelle Marktpreis des Smartphones.
Die Formel für den Gerätepreis
Die Grundformel lautet:
Gerätepreis = Anzahlung + (monatliche Geräterate × Laufzeit in Monaten) + Zuzahlungen
Die Anzahlung zahlen Sie bei Vertragsabschluss. Die monatliche Geräterate ist der Teil der Monatsrate, der für das Handy gilt. Zuzahlungen sind einmalige Beträge, die der Anbieter zusätzlich verlangt, etwa für eine größere Speichervariante. Manche Verträge haben eine Schlussrate: Sie zahlen am Ende der Laufzeit einen Restbetrag, um das Gerät zu behalten. Auch dieser Betrag gehört zum Gerätepreis.
Viele Verträge weisen die Geräterate nicht getrennt aus. Dann müssen Sie den Geräteanteil aus der Monatsrate herausrechnen. Nennt der Vertrag den Gerätepreis ausdrücklich, können Sie sich die Rechnung sparen und direkt mit dem Handelspreis vergleichen.
So trennen Sie Tarif und Gerät
Am einfachsten vergleichen Sie den Vertrag mit demselben Tarif ohne Handy. Suchen Sie auf der Website des Anbieters den Preis für den Tarif ohne Geräteoption. Ziehen Sie diesen Preis von der monatlichen Vertragsrate ab. Die Differenz ist der monatliche Geräteanteil. Multiplizieren Sie die Differenz mit der Laufzeit in Monaten. Addieren Sie Anzahlung und Zuzahlungen, dann haben Sie den Gerätepreis.
Achten Sie darauf, dass der Vergleichstarif wirklich dieselben Konditionen hat. Anbieter verändern manchmal Datenvolumen, Geschwindigkeit oder Roaming-Leistungen, wenn ein Gerät im Vertrag steckt. Nur wenn die Tarifleistungen identisch sind, ist die Differenzrechnung sinnvoll.
Anzahlung und Zuzahlungen einrechnen
Die Anzahlung gehört vollständig zum Gerätepreis. Auch Zuzahlungen für Extras wie mehr Speicher oder eine besondere Farbe zählen Sie vollständig dazu. Der Anschlusspreis, den einige Anbieter einmalig verlangen, gehört zu den Vertragskosten, nicht zum Gerätepreis. Wenn er anfällt, zählt er in den Gesamtvergleich, auch wenn er nichts mit dem Handy zu tun hat.
Wenn der Anbieter das Gerät über Raten finanziert, ist der Unterschied zwischen dem Gerätepreis im Vertrag und dem Handelspreis Ihr Finanzierungsaufschlag. Die Ratenzahlung kostet also etwas, und Sie sollten wissen, wie viel.
Was der Restwert für die Rechnung bedeutet
Der Restwert spielt bei zwei Modellen eine Rolle. Beim klassischen Vertrag gehört Ihnen das Handy nach Ablauf der Laufzeit. Der Restwert ist dann der Gebrauchtmarktpreis, den Sie beim Verkauf erlösen könnten. Für den Vergleich zwischen Vertrag und freiem Handel ist er meist nebensächlich. Sie besitzen in beiden Fällen nach derselben Zeit dasselbe Gerät mit demselben Restwert. Wenn Sie das Handy nach der Laufzeit verkaufen wollen, können Sie den erwarteten Verkaufserlös von den Gesamtkosten abziehen.
Anders ist es beim Miet- oder Leasingmodell. Dort zahlen Sie eine monatliche Rate und geben das Gerät am Ende zurück. Der Restwert bleibt beim Anbieter, Sie besitzen das Handy nie. Ihre Raten sind reine Nutzungskosten. Vergleichen Sie sie mit dem Kaufpreis abzüglich des Betrags, den Sie beim Verkauf des Geräts nach derselben Zeit zurückbekommen würden.
Der Vergleich mit dem freien Handel
Vergleichen Sie den berechneten Gerätepreis mit dem Preis im freien Handel, also dem Kaufpreis im Elektronikmarkt oder beim Hersteller.
Liegt der Gerätepreis im Vertrag über dem Handelspreis, zahlen Sie einen Aufpreis für die Ratenzahlung. Das kann trotzdem sinnvoll sein, wenn Sie das Gerät nicht auf einmal bezahlen wollen und der Aufschlag moderat ist. Liegt er darunter, bezuschusst der Anbieter das Gerät, weil er Sie für die Vertragslaufzeit binden möchte.
Für den Gesamtvergleich rechnen Sie beide Optionen vollständig durch:
Option 1: Anzahlung + (Monatsrate × Laufzeit) + Zuzahlungen + Anschlusspreis.
Option 2: Kaufpreis im Handel + (Tarifrate ohne Gerät × Laufzeit) + Anschlusspreis.
Beide Optionen liefern dasselbe Gerät und denselben Tarif für denselben Zeitraum. Die günstigere Gesamtsumme ist das bessere Angebot.
Wann sich der Vertrag lohnt
Ein Vertrag mit Gerät lohnt sich, wenn der Gerätepreis im Vertrag nicht über dem Handelspreis liegt und der Tarif dem entspricht, was Sie ohnehin buchen würden. Viele Anbieter verkaufen das Gerät in Aktionen unter dem Marktpreis, um Neukunden zu gewinnen. Dann ist der Vertrag günstiger als Kauf und separater Tarif.
Achten Sie auf die Laufzeit. Ein langlaufender Vertrag mit niedriger Monatsrate kann in der Summe teurer sein als ein kürzerer Vertrag mit höherer Rate. Rechnen Sie immer über die volle Laufzeit, nicht nur auf die Monatsrate.
Wenn der Tarif ohne Gerät nicht angeboten wird, vergleichen Sie den Vertrag mit einem ähnlichen Tarif eines anderen Anbieters. Das ist weniger genau, aber immer noch besser, als nur die Monatsrate zu betrachten.