Mobiles Arbeiten: Welcher Handytarif eignet sich fürs Homeoffice?

Wer von zu Hause arbeitet und das Handy nicht nur zum Telefonieren und Schreiben nutzt, braucht einen Tarif mit viel Datenvolumen, einer Drosselung erst bei hohem Datenverbrauch und stabiler Netzabdeckung am Arbeitsplatz.

Fällt das Festnetz aus, arbeiten Sie unterwegs oder fehlt ein separater Internetanschluss für den Laptop, übernimmt das Mobilfunknetz die Arbeit. Der Tarif entscheidet dann, ob Videokonferenzen laufen oder abbrechen.

Die vier Tarif-Features fürs Homeoffice

Ein Handytarif fürs Homeoffice muss drei Aufgaben gleichzeitig erledigen: Videokonferenzen mit Bild und Ton übertragen, Dateien hoch- und herunterladen und den Laptop per Hotspot mit dem Internet verbinden. Der Datenverbrauch an einem einzigen Arbeitstag kann viele Gigabyte betragen. Grund dafür sind lange Video-Calls, das Herunterladen hochauflösender Grafiken, das Hochladen von Projektdateien und automatische Software-Aktualisierungen. Ein Tarif, der nur für den gelegentlichen Gebrauch gedacht ist, stößt hier schnell an seine Grenzen.

Achten Sie beim Vergleich deshalb auf vier Punkte: das enthaltene Datenvolumen, die Geschwindigkeit nach dem Verbrauch, die Netzabdeckung des Anbieters an Ihrem Wohnort und die Bedingungen für die Hotspot-Nutzung. Diese vier Punkte bestimmen, ob Sie am Schreibtisch zuverlässig arbeiten können oder ob die Verbindung abgehackt ist.

Datenvolumen und Drosselung

Das enthaltene Datenvolumen ist die wichtigste Angabe im Tarif, denn es begrenzt, wie viel Sie arbeiten können, bevor der Anbieter eingreift. Die meisten Mobilfunktarife drosseln die Geschwindigkeit, sobald das enthaltene Datenvolumen aufgebraucht ist. Die Verbindung bleibt dann bestehen, aber die Übertragungsrate sinkt auf ein Niveau, das für Videokonferenzen oft nicht mehr ausreicht. Ein Video-Call wird pixelig, der Ton stockt, und das Hochladen größerer Dateien dauert ein Vielfaches der normalen Zeit.

Der häufigste Fallstrick ist: Viele Tarife werben mit großen Datenvolumen, aber die Geschwindigkeit nach dem Verbrauch steht nur im Kleingedruckten. Wenn Sie regelmäßig im Homeoffice arbeiten, sollten Sie Tarife wählen, die entweder gar nicht drosseln oder erst bei einer sehr hohen Grenze. Einige Anbieter verkaufen Tarife mit unbegrenztem Datenvolumen, bei denen die Geschwindigkeit auch nach intensiver Nutzung hoch bleibt. Solche Tarife sind teurer, aber sie verhindern, dass Sie mitten in einer wichtigen Besprechung abgehängt werden.

Netzabdeckung und Hotspot

Der beste Tarif bringt nichts, wenn das Netz an Ihrem Arbeitsplatz schwach ist. Die Netzabdeckung unterscheidet sich je nach Anbieter und Region erheblich. In ländlichen Gebieten hat oft nur einer der drei großen Netzanbieter eine zuverlässige Abdeckung, während die anderen Funklöcher haben. Prüfen Sie vor dem Vertragsabschluss die Netzkarte des Anbieters oder fragen Sie Nachbarn, die den gleichen Anbieter nutzen. Ein Tarif mit 5G bringt nur dann einen Vorteil, wenn das 5G-Netz an Ihrem Schreibtisch tatsächlich verfügbar ist.

Für die Hotspot-Nutzung gilt eine eigene Regel: Wenn Sie den Laptop über das Handy mit dem Internet verbinden, verbraucht der Laptop das Datenvolumen des Handytarifs. Manche Tarife schließen die Hotspot-Funktion aus oder erlauben sie nur eingeschränkt. Lesen Sie die Tarifbedingungen genau, bevor Sie sich festlegen. Wenn Sie regelmäßig per Hotspot arbeiten, sollten Sie einen Tarif wählen, der diese Nutzung ausdrücklich erlaubt und sie nicht als Sonderfall behandelt.

Kosten: Wer zahlt und was Sie absetzen können

Die Kosten für den Tarif müssen Sie in der Regel selbst tragen. Arbeitgeber sind nicht verpflichtet, Internet- und Telefonkosten im Homeoffice zu übernehmen, sofern keine abweichende schriftliche Vereinbarung besteht. Fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber nach, ob er sich an den Kosten beteiligt. Manche Unternehmen zahlen einen festen Zuschuss oder stellen eine Dienst-SIM-Karte zur Verfügung.

Unabhängig davon können Sie die beruflich veranlassten Kosten steuerlich geltend machen. Sie dürfen 20 Prozent der Internet- und Telefonkosten, maximal 20 Euro pro Monat, als Werbungskosten absetzen. Dafür benötigen Sie eine Bescheinigung Ihres Arbeitgebers, die bestätigt, dass Sie den Tarif beruflich nutzen. Diese Regel gilt auch, wenn Sie den Tarif überwiegend privat nutzen, solange ein beruflicher Anteil nachweisbar ist.