Handyvertrag vergleichen: Datenvolumen, Netz und Kosten einordnen

Ein Handyvertrag kostet jeden Monat Geld. Wer vor dem Abschluss Datenvolumen, Netzabdeckung und die tatsächlichen Kosten einordnet, vermeidet, dass ein günstig wirkender Tarif am Ende teurer wird als gedacht.

Vergleichen Sie nicht nur den monatlichen Paketpreis, sondern rechnen Sie Abrechnungszeiträume, befristete Rabatte und versteckte Kosten mit ein. Gehen Sie die Bausteine eines Vertrags in Ruhe durch; dann sehen Sie selbst, welcher Tarif zu Ihrem Nutzungsverhalten passt.

Datenvolumen realistisch einschätzen

Das Datenvolumen ist der Betrag, den Sie pro Monat mobil surfen können, bevor der Anbieter die Geschwindigkeit drosselt oder Sie zusätzlich zahlen. Entscheidend ist Ihr tatsächlicher Verbrauch. Wer nur gelegentlich Nachrichten liest und navigiert, kommt mit wenigen Gigabyte aus. Wer unterwegs Videos schaut, Musik streamt oder im Homeoffice auf das Handy als Hotspot angewiesen ist, braucht deutlich mehr.

Um Ihren eigenen Bedarf zu ermitteln, schauen Sie in den Verbrauch der letzten drei Monate in den Einstellungen Ihres Smartphones. Die meisten Geräte zeigen den Datenverbrauch pro App und Zeitraum an. Rechnen Sie einen Puffer von einigen Prozent ein, damit Sie nicht ständig an die Grenze stoßen. Ein Tarif mit unbegrenztem Datenvolumen ist nur dann sinnvoll, wenn Sie regelmäßig über 60 Gigabyte verbrauchen. In allen anderen Fällen zahlen Sie für Volumen, das Sie nicht nutzen.

Netzqualität: Werbeversprechen und Messungen

Die Aussage „Hervorragendes Netz" in einer Anzeige ist Werbung, keine neutrale Bewertung. Jeder Anbieter bewirbt sein Netz als besonders gut, aber die tatsächliche Qualität hängt davon ab, wo Sie wohnen, arbeiten und sich häufig aufhalten. Ein Netz, das in einer Großstadt exzellent ist, kann auf dem Land oder in bestimmten Gebäuden schwache Signale liefern.

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht regelmäßig Ergebnisse von Netzqualitätsmessungen, die Sie kostenlos einsehen können. Die Messungen zeigen die reale Versorgung in verschiedenen Regionen und sind eine belastbarere Grundlage als Werbeaussagen. Fragen Sie außerdem in Ihrem Bekanntenkreis nach, wer mit welchem Anbieter in Ihrer Gegend gute Erfahrungen macht. Wenn Sie regelmäßig in einem Kellerbüro arbeiten, entscheidet die Netzabdeckung an genau diesem Ort, ob Ihr Vertrag tauglich ist.

Laufzeit und Abrechnung: Monat oder vier Wochen

Die Laufzeit bestimmt, wie lange Sie an einen Vertrag gebunden sind. Kurze Laufzeiten wie ein Monat machen Sie flexibel, denn Sie können schnell wechseln, wenn Sie mit dem Anbieter unzufrieden sind oder ein besseres Angebot finden. Prepaid-Angebote und viele Tarife ohne Mindestlaufzeit bieten genau diese Freiheit.

Achten Sie jedoch auf die Abrechnungsperiode. Einige Anbieter haben ihre Laufzeit von einem Monat auf vier Wochen umgestellt. Das klingt ähnlich, ist aber nicht dasselbe, denn bei einer Abrechnung alle vier Wochen zahlen Sie 13 Pakete pro Jahr statt 12. Ein Paketpreis von 10 Euro pro vier Wochen kostet Sie damit im Jahr mehr als ein Monatsvertrag mit 10 Euro. Dieser Unterschied wird in der Werbung oft verschwiegen, weil die Preise nebeneinander ähnlich aussehen.

Bestehende Verträge dürfen nur dann auf eine Vier-Wochen-Laufzeit umgestellt werden, wenn der Anbieter Sie vorher darüber informiert hat. Wenn Ihnen also eine Umstellung Ihres laufenden Vertrags angekündigt wird, prüfen Sie, ob die neuen Konditionen für Sie tatsächlich günstiger sind.

Grundgebühr, Anschlusskosten und Rabatte

Die Grundgebühr ist der monatliche Betrag, den Sie für den Tarif zahlen. Dazu kommen oft einmalige Anschlusskosten, die der Anbieter als Bereitstellungspreis bezeichnet. Manche Angebote werben mit 0 Euro Bereitstellungspreis, andere verlangen eine einmalige Gebühr. Diese Kosten gehören in den Vergleich, auch wenn sie nur einmal anfallen.

Bei Rabatten passieren die meisten Fehler. Wenn ein Anbieter mit einem hohen Rabatt wirbt, gilt dieser Preis meist nur für eine befristete Aktion. Nach Ablauf der Aktion steigt die Grundgebühr auf den regulären Preis. Ein Beispiel: Ein Tarif wird für die ersten sechs Monate mit 12 Euro beworben und kostet danach den regulären Preis. Über zwei Jahre zahlen Sie also sechs Monate lang 12 Euro und danach den regulären Preis. Ein Tarif mit konstantem Monatspreis kann über zwei Jahre günstiger sein, obwohl der monatliche Aktionspreis höher klingt.

Rechnen Sie deshalb immer den Gesamtpreis über die gesamte Vertragslaufzeit aus, inklusive Anschlusskosten und aller Rabattphasen. Erst dieser Gesamtpreis macht verschiedene Angebote fair vergleichbar.

Roaming im EU-Ausland

Roaming bedeutet, dass Sie Ihren Vertrag im Ausland nutzen können. Innerhalb der EU können Sie mit Ihrem Tarif im EU-Ausland ohne Aufpreis telefonieren, SMS schreiben und surfen. Das gilt für die meisten Tarife, aber nicht automatisch für alle. Prüfen Sie vor dem Abschluss, ob EU-Roaming im Vertrag enthalten ist und ob Einschränkungen gelten, etwa ein begrenztes Datenvolumen im Ausland.

Wenn Sie regelmäßig außerhalb der EU reisen, zum Beispiel in die Schweiz oder in Länder außerhalb Europas, benötigen Sie einen Tarif mit entsprechenden Roaming-Optionen oder ein separates Datenpaket. Diese Kosten sind nicht im Standardvertrag enthalten und können schnell teuer werden.

Handy im Vertrag oder separat kaufen

Viele Anbieter verkaufen Handy und Vertrag als Kombination. Sie zahlen das Gerät über die Vertragslaufzeit ab. Das ist bequem, aber meist teurer als der Kauf des Geräts im Handel zusammen mit einem separaten Tarif, weil Anbieter Zinsen und Aufschläge auf den Gerätepreis rechnen.

Wenn Sie Ihr Handy über den Vertrag finanzieren, achten Sie auf den effektiven Gesamtpreis. Vergleichen Sie ihn mit dem Gerätepreis im freien Handel: So sehen Sie, was Sie über die Vertragslaufzeit für das Gerät zahlen. Wenn Sie das Gerät separat kaufen, bleiben Sie flexibel und können den Tarif unabhängig vom Handy wechseln.

Checkliste vor dem Vertragsabschluss

Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, sollten Sie die folgenden Punkte prüfen:

  • Datenvolumen: Passt das Volumen zu Ihrem tatsächlichen Verbrauch der letzten Monate?
  • Laufzeit und Abrechnung: Läuft der Vertrag monatlich oder alle vier Wochen? Wie viele Zahlungen fallen pro Jahr an?
  • Gesamtkosten: Rechnen Sie den Preis über die gesamte Vertragslaufzeit inklusive Anschlusskosten und Rabatten aus.
  • Netzabdeckung: Prüfen Sie die unabhängigen Messungen der Bundesnetzagentur für Ihre Region, nicht nur die Werbeaussagen.
  • EU-Roaming: Ist das Roaming im EU-Ausland im Tarif enthalten?
  • Handy: Ist das Gerät im Vertrag enthalten und wie teuer ist es im Vergleich zum Einzelkauf?
  • Kündigungsfrist: Wie lange ist die Kündigungsfrist und wann können Sie den Vertrag beenden?

Diese Punkte ersetzen keine Rechtsberatung, aber sie helfen Ihnen, die Angebote selbst einzuordnen und die Entscheidung auf Basis Ihrer eigenen Bedürfnisse zu treffen.