Ratgeber

Den richtigen Handyvertrag finden: Wichtige Fragen vor dem Kauf

Ein Handyvertrag bindet ein bis zwei Jahre. Wer sofort unterschreibt, riskiert einen Tarif, der nicht zum Alltag passt: zu wenig Datenvolumen, unnötige Zusatzkosten oder eine lange Bindung. Vor der Unterschrift sollten Sie fünf Punkte klären: den tatsächlichen Datenverbrauch, die Netzqualität an Ihren üblichen Orten, die Laufzeit, die Gesamtkosten und die Konditionen für Auslandsgespräche.

Datenvolumen realistisch planen

Der wichtigste Wert in jedem Tarif ist das Datenvolumen, also die Menge an mobilen Daten, die Sie pro Monat nutzen dürfen. Wer nur Nachrichten schreibt, gelegentlich telefoniert und selten Videos schaut, kommt mit 10 bis 20 Gigabyte im Monat gut hin. Wer regelmäßig Serien streamt, Online-Spiele spielt oder eigene Videos hochlädt, braucht deutlich mehr. Sie müssen Ihren Verbrauch nicht schätzen. Die meisten Smartphones zeigen in den Einstellungen unter Datenverbrauch oder Datennutzung eine Übersicht der letzten Wochen und Monate. Nehmen Sie den höchsten Wert der letzten drei Monate als Grundlage und wählen Sie einen Tarif, der darüber liegt. Liegen Sie dauerhaft über dem Volumen, wird die Verbindung gedrosselt oder Sie zahlen für zusätzliche Datenpakete. Beides verteuert den Vertrag spürbar.

Wann sich 5G lohnt

5G ist inzwischen Standard in neuen Tarifen und bietet schnelleres und stabileres Internet als LTE. Der Aufpreis gegenüber einem reinen LTE-Tarif ist meist gering oder entfällt ganz. 5G lohnt sich für alle, die viel unterwegs sind, auf schnelle Verbindungen angewiesen sind oder große Dateien übertragen. Wenn Sie nur gelegentlich surfen, haben Sie mit einem 5G-Tarif keine Nachteile. Sie nutzen die höhere Geschwindigkeit nur selten aus. Entscheidend ist, dass Sie nicht für Geschwindigkeit bezahlen, die Sie nicht brauchen. Sparen Sie auch nicht an einem Tarif, der Sie bei der Arbeit oder unterwegs ausbremst.

Netzqualität vor Ort prüfen

Der günstigste Tarif nützt wenig, wenn Sie zu Hause oder am Arbeitsplatz keinen Empfang haben. Die Netzqualität unterscheidet sich je nach Anbieter und Region deutlich. Die Telekom wird häufig als das beste Netz genannt. Das hilft aber nur, wenn das Netz an Ihren konkreten Orten gut ausgebaut ist. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss die Netzabdeckung auf den offiziellen Karten der Anbieter oder fragen Sie Bekannte, die den gleichen Anbieter nutzen und an ähnlichen Orten unterwegs sind wie Sie. Wer regelmäßig in ländlichen Gebieten unterwegs ist, sollte dort besonders genau hinschauen, weil die Unterschiede zwischen den Netzen dort größer sind als in Städten.

Feste oder flexible Laufzeit

Klassische Handyverträge haben eine längere Laufzeit. Manche Anbieter bieten auch kürzere Laufzeiten an. Nach Ablauf der Mindestlaufzeit verlängert sich der Vertrag meist automatisch um weitere zwölf Monate, wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen. Flex-Tarife ohne feste Laufzeit bieten maximale Freiheit: Sie können monatlich kündigen und den Anbieter wechseln, sobald sich Ihre Bedürfnisse ändern oder ein günstigeres Angebot auftaucht. Dafür zahlen Sie oft einen etwas höheren Monatspreis. Überlegen Sie, ob Ihnen die Flexibilität den Aufpreis wert ist. Wer weiß, dass er die nächsten zwei Jahre am gleichen Ort bleibt und ein stabiles Budget hat, fährt mit einem klassischen Vertrag meist günstiger.

Gesamtkosten berechnen

Der Monatspreis ist nicht alles. Prüfen Sie, ob eine Anschlussgebühr oder Bereitstellungsgebühr anfällt. Diese entfällt oft nur im ersten Monat oder über einen Gutschein. Klären Sie, ob das Handy im Preis enthalten ist oder ob Sie es separat kaufen oder finanzieren. Rechnen Sie die Gesamtkosten über die gesamte Laufzeit aus: Monatspreis mal Laufzeit plus eventuelle Einmalzahlungen. Ein Tarif mit niedrigem Monatspreis, aber hoher Anschlussgebühr und teurem Handy kann am Ende teurer sein als ein Angebot mit höherem Monatspreis und ohne Zusatzkosten. Fragen Sie im Laden oder im Online-Vergleich nach den Gesamtkosten, nicht nur nach dem monatlichen Betrag.

Auslandsnutzung klären

Wenn Sie ins Ausland reisen oder regelmäßig dorthin telefonieren, müssen Sie die Konditionen vor Vertragsabschluss kennen. Innerhalb der EU gelten für die meisten Tarife die gleichen Preise wie in Deutschland, das ist durch die Roaming-Verordnung geregelt. Außerhalb der EU, etwa in der Schweiz, in Großbritannien oder in den USA, sind die Preise anders und oft pro Megabyte oder pro Minute deutlich teurer. Fragen Sie konkret nach den Kosten für Anrufe, SMS und mobile Daten in den Ländern, die Sie besuchen. Wer regelmäßig ins Ausland telefoniert, sollte nach einer internationalen Flatrate fragen, die diese Länder abdeckt. Ohne diese Klärung kann der erste Urlaub mit dem neuen Vertrag teuer werden.

Vor dem Unterschreiben prüfen

Nehmen Sie sich Zeit und unterschreiben Sie nicht direkt im Laden. Lassen Sie sich die Vertragsbedingungen aushändigen und lesen Sie sie in Ruhe, auch zu Hause. Wenn Ihr Deutsch nicht sicher ist, nehmen Sie eine Person mit, die gut Deutsch spricht und Ihnen die Details erklärt. Bringen Sie die nötigen Dokumente mit: einen gültigen Pass oder Ausweis, bei Nicht-EU-Bürgern den Aufenthaltstitel sowie Ihre Bankverbindung mit IBAN. Unterschreiben Sie niemals einen Vertrag, wenn Ihnen jemand an der Haustür, auf der Straße oder am Bahnhof ein Angebot aufdrängt. Solche Haustürgeschäfte sind oft unseriös und schwer wieder rückgängig zu machen. Seriöse Anbieter setzen Sie nicht unter Druck.