In deutschen Haushalten liegen viele alte Handys ungenutzt in Schubladen und Kartons, schätzt der Digitalverband Bitkom. Die Besitzer heben sie auf, um sie zu verkaufen, zu verschenken oder später wieder zu benutzen.
Doch der eingebaute Lithium-Ionen-Akku bleibt auch im ausgeschalteten Gerät chemisch aktiv. Bei falscher Lagerung kann der Akku aufquellen, Feuer fangen oder giftige Gase freisetzen. Wer das Gerät entsorgen will, muss persönliche Daten sicher löschen und den Akku vom Hausmüll fernhalten.
Warum alte Akkus zur Gefahr werden
Lithium-Ionen-Akkus altern, auch wenn sie nicht benutzt werden. Die Zellen im Inneren bleiben chemisch aktiv und verlieren mit der Zeit ihre Stabilität. Ein Sturz, starke Hitze, starke Kälte, Feuchtigkeit oder eine zu tiefe Entladung können die Zellen beschädigen. In ungünstigen Fällen führt das zu einem sogenannten thermischen Durchgehen. Dann heizen sich die chemischen Reaktionen im Akku gegenseitig auf, die Temperatur steigt unkontrolliert, und der Akku entzündet sich. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) weist darauf hin, dass bei solchen internen Reaktionen giftige Rauchgase freigesetzt werden.
Die Folgen sind nicht auf den Akku selbst beschränkt. Brennt ein alter Akku in der Garage, kann das Feuer auf das angrenzende Haus übergreifen. Auch in Recyclinghöfen und auf Deponien sind beschädigte Akkus ein ernstes Problem: Sie verursachen in Deutschland schätzungsweise 30 Brände pro Tag, meist weil jemand einen Akku im normalen Hausmüll entsorgt hat.
So lagern Sie ein altes Smartphone richtig
Ein ausgeschaltetes Smartphone können Sie bedenkenlos aufbewahren, wenn Sie ein paar Grundregeln beachten. Lagern Sie das Gerät am besten mit einem mittleren Ladestand. Ein voll geladener Akku altert schneller und ist bei Beschädigung energiereicher. Ein völlig entladener Akku kann sich so weit entladen, dass die Zellen dauerhaft Schaden nehmen.
Der Lagerort sollte kühl, trocken und dunkel sein, am besten bei gemäßigter Zimmertemperatur. Vermeiden Sie Orte mit starker Wärmeentwicklung wie Heizkörpern, Dachböden im Sommer oder dem Auto im Hochsommer. Auch direkte Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit im Keller oder Badezimmer sind ungünstig. Ein trockener Schrank in der Wohnung ist meist der beste Platz.
Kontrollieren Sie das gelagerte Gerät gelegentlich, etwa alle paar Monate. Achten Sie auf eine aufgeblähte Rückseite, ein verformtes Gehäuse oder ungewöhnliche Gerüche. Wenn der Akku sichtbar aufgequollen ist, fassen Sie das Gerät nicht weiter an und bringen Sie es zur nächsten Sammelstelle für Elektroschrott, denn ein aufgeblähter Akku ist ein akutes Sicherheitsrisiko.
Kontakte abkleben, wenn der Akku herausnehmbar ist
Bei älteren Smartphones mit herausnehmbarem Akku sollten Sie vor der Lagerung oder Entsorgung die Kontakte des Akkus mit einem Stück Klebeband abdecken. So verhindern Sie, dass die Kontakte mit Metallgegenständen wie Münzen, Schlüsseln oder anderen Akkus in Berührung kommen und einen Kurzschluss auslösen. Ein Kurzschluss kann den Akku stark erhitzen und im schlimmsten Fall entzünden.
Verwenden Sie normales, nicht leitendes Klebeband wie Malerkrepp oder Isolierband. Achten Sie darauf, dass das Band die Kontaktflächen vollständig bedeckt. Bei Smartphones mit fest verbautem Akku ist diese Maßnahme nicht nötig, weil die Kontakte im Inneren des Gehäuses geschützt sind.
Daten löschen, bevor das Gerät weggeht
Bevor Sie ein altes Smartphone verkaufen, verschenken oder entsorgen, müssen Sie alle persönlichen Daten entfernen. Ein einfaches Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen reicht in vielen Fällen nicht aus, weil sich Daten aus dem internen Speicher wiederherstellen lassen. Der sicherste Weg ist es, das Gerät zu verschlüsseln und danach zurückzusetzen. Bei iPhones aktivieren Sie vor dem Zurücksetzen die Verschlüsselung über einen Bildschirmcode. Bei Android-Geräten ist die Verschlüsselung in der Regel standardmäßig aktiv, sofern ein Displaysperrcode gesetzt ist.
Entfernen Sie außerdem die SIM-Karte und eine eventuell eingelegte Speicherkarte. Die SIM-Karte enthält Daten und kann missbraucht werden, die Speicherkarte enthält oft Fotos, Nachrichten und Dokumente. Beide sollten Sie entweder behalten, separat vernichten oder vor dem Verkauf sicher löschen.
Lässt sich ein defektes Gerät nicht mehr einschalten, bleibt nur ein mechanischer Eingriff: Zerstören Sie den internen Speicher physisch, etwa durch starkes Verbiegen des Mainboards. Bei einem Gerät, das sich nicht mehr zurücksetzen lässt, ist das die einzige sichere Methode. Achten Sie dabei darauf, den Akku nicht zu beschädigen.
Alte Smartphones richtig entsorgen
Alte Smartphones sind Elektroschrott und gehören nicht in den Hausmüll. Nutzen Sie stattdessen die dafür vorgesehenen Sammelwege. In Deutschland sind Sie gesetzlich verpflichtet, Elektroaltgeräte getrennt zu sammeln. Die einfachste Möglichkeit sind die Wertstoffhöfe der Städte und Gemeinden, die Elektroschrott kostenlos annehmen. Viele Kommunen bieten auch mobile Sammelstellen oder Abholtermine an.
Alternativ nehmen viele Elektronikmärkte und Supermärkte alte Handys zurück, auch ohne dass Sie ein neues Gerät kaufen. Der Handel ist gesetzlich verpflichtet, Altgeräte anzunehmen, wenn er selbst Elektrogeräte verkauft; bei kleineren Geräten wie Smartphones gilt das in der Regel ohne Kaufpflicht. Auch Mobilfunkanbieter und einige Hersteller bieten Rücknahmeprogramme an, manche sogar mit einer kleinen Gutschrift oder einem Gutschein.
Bevor Sie das Gerät abgeben, entfernen Sie SIM-Karte und Speicherkarte und setzen Sie das Gerät zurück, sofern es noch funktioniert. Bei einem defekten Gerät mit aufgeblähtem Akku weisen Sie das Personal an der Annahmestelle darauf hin. Die Mitarbeiter können das Gerät dann sicher lagern und für den Transport vorbereiten. Werfen Sie ein solches Gerät niemals einfach in einen Sammelcontainer. Durch den Druck anderer Geräte kann es dort beschädigt werden und einen Brand auslösen.